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Georgios Chatzoudis | 07.09.2015 | 1860 Aufrufe | 3 3 Kommentare | Diskussionen

History goes global - Was ist neu am Ansatz einer Globalgeschichte?

Max meets LISA mit Indra Sengupta und Andreas Eckert

Globalgeschichte ist heute das angestrebte Ideal in der Geschichtswissenschaft - möglichst viele Perspektiven einfangen, die über einzelne Kulturen, Nationen, Regionen oder Grenzen hinausreichen, übergreifende globale Zusammenhänge erschließen und unterschiedliche Stimmen und Quellen zu Wort kommen lassen. Ein hoher Anspruch, auch mit Blick auf Kapazitäten und Fähigkeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dabei ist der Ansatz einer möglichst umfassenden Geschichtsbetrachtung alles andere als neu. Ansätze zu einer universellen Betrachtung des historischen Weltgeschehens reichen weit zurück. Was ist dann also das spezifisch Neue am aktuellen Ansatz einer Globalgeschichte? Und wie sieht sie in ihrer Umsetzung aus? Fragen, die wir in unserer inzwischen 10. Folge von Max meets LISA an die Historiker Dr. Indra Sengupta vom Deutschen Historischen Institut London und an Prof. Dr. Andreas Eckert von der Humboldt-Universität zu Berlin gestellt haben.

Videoreihe "Max meets LISA"

Kommentar

von Prof. Dr. | 03.06.2016 | 02:28 Uhr
Mir gehen des Kollegen Eckerts allerdings dankenswerte kritische Anmerkungen zur Globalgeschichtsschreibung nicht weit genug. Es ist ja keineswegs so, das sich die Geschichtsschreibung im Fahrwasser des Nationalstaats bewegt hat, bis sich sich dann kraft des globalen Bewusstseins einer neuen Generation junger Historiker aus diesem Sog freigeschwommen haette. Vielmehr gab es zunaechst das World Leadership Summit in Davos, dann zwei Wirtschaftsjournalisten, die den Begriff Globalisierung gepraegt haben, dann eine anschwellende Debatte uber das was auch immer mit diesem Wort gemeint ist, und dann erst eine Globalgeschichtsschreibung, die sich zwar nicht mehr im Fahrwasser des Nationalstaats, dafuer aber in dem des frei flottierenden globalen Finanzkapitals bewegt. So angemessen daher die Frage nach der Ideologischen Komplizenschaft der Globalgeschichtsschreibung mit den dominierenden Formen der Herrschaft im Zeitalter des Neoliberalismus ist, so unangemessen ist es auch, die Zurueckhaltung gegenueber der Globalgeschichtschreibung in Indien oder Afrika einfach unter Rekurs auf die Kolonialgeschichte zu psychologisieren, um nicht zu sagen, zu pathologisieren. Es gibt gute wissenschaftliche Gruende fuer eine solche Zurueckhaltung, besonders aus der subalternen Perspektive, und besonders gegen eine Globalgeschichtsschreibung, die sich ueber ihre eigenen Ermoeglichungsbedingungen keinerlei Rechenschaft ablegt.

Kommentar

von Prof. Dr. Christian Uhl | 03.06.2016 | 02:31 Uhr
Hatte bei meinem soeben gesendeten Kommentar meinen Namen vergessen, hoffe ich kann das mit diesem Nachtrag gut machen

Kommentar

von Prof. Dr. Christian Uhl | 03.06.2016 | 03:00 Uhr
Noch ein Nachtrag, zu in at 36:50 ff. Es wurde durchaus auch in unseren Weltregionen intensiv ueber Arbeit nachgedacht, naemlich von Marx und der von ihm allerorten inspirierten Geschichtsschreibung. Marx stellt zudem ein ganzes Arsenal theoretischer Werkzeuge bereit, Globalisierung begrifflich zu fassen, und kritische Globalgeschichte zu betreiben. Allerdings bekommt man dafuer heute keine Drittmittel ;)

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