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Georgios Chatzoudis | 11.06.2018 | 1796 Aufrufe | 1 1 Kommentar | Diskussionen

Mehr Gegenwart als Geschichte? Historischer Roman revisited

Der Geschichtstalk im Super 7000

Wie viel Geschichte steckt in Historischen Romanen? Wie beeinflusst die Gegenwart unser Verständnis der Vergangenheit? Und inwieweit kann die Geschichtswissenschaft gar von ihrem literarischen Pendant profitieren? Diese und weitere Fragen stehen bei der sechsten Ausgabe von Der Geschichtstalk im Super7000 zur Debatte. Exemplarisch wird das Genre des Historischen Romans am aktuellen Werk des Bestseller-Autors Ken Follett besprochen: Das Fundament der Ewigkeit. Zu Gast sind Dr. Miriam Rürup, Leiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Prof. Dr. Eva Schlotheuber, Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Prof. Dr. Achim Landwehr, Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Moderiert wird der Talk von Georgios Chatzoudis.

Bitte nehmen Sie sich nach dem Ansehen des Videos 5 Minuten Zeit, um unseren anonymen Fragebogen auszufüllen: https://ww2.unipark.de/uc/gts7000/. Vielen Dank!

Videoreihe "Der Geschichtstalk"
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Kommentar

von Walter Böhme | 25.06.2018 | 21:32 Uhr
Die Diskussion über historische Romane am Beispiel von Ken Follets Roman "Das Fundament der Ewigkeit" erschreckt mich durch das, was ich als unprofessionell empfinde.

Hier mein Zwischenruf nach 41 Minuten eines 69 Minuten dauernden Gesprächs:
Über ein Buch, in dem Konfessionsgegensätze eine wichtige Rolle spielen wird minutenlang gesprochen, als ob die Zeit, in der es spielt, irgendetwas mit Mittelalter zu tun hätte (außder eben dem, dass es von der auf das Mittelalter folgenden Zeit handelt. Es wird vermutet, dass das Mittelalter verhältnismäßig früh im Geschichtsunterricht behandelt wird, weil es als einfach gelte, so als ob nicht jahrzehntelang in der Geschichtsdidaktik die Diskussion daüber geführt worden wäre, ob man an der Chronologie festhalten müsse (was erzwingt, dass so unanschauliche Themen früh behandelt werden müssen wie Glockenbecherkultur, Latène-Zeit und das höchst komplexe Gemisch von Abhängigkeiten, wie sie sich in Leibeigenschaft und Frondiensten sowie Abgaben für mehrere Herren in regional höchst unterschiedlicher Form im Mittelalter finden lassen).
Wie kann es sein, dass sich die Diskutanden darüber verwundern, dass ein historisch interessierter Jugendlicher bedauert, dass weniger historische Romane gelesen werden, wo die doch historisches Interesse wecken könnten.
Wieso bleibt unwidersprochen, dass das Mittelalter meist so "früh" nämlich in der 9. Klasse behandelt werde, wo doch die 9. Klasse das vorletzte Jahr ist, in dem in Haupt- und Realschule überhaupt noch Geschichte unterrichtet werden kann?
Selbst wenn die Universitätshistoriker nur Studenten als lernendes Gegenüber kennen lernen, müssten sie sich doch dafür interessieren, wie diese zu ihrem - im Vergleich zum wissenschaftlichen recht simplen - Geschichtsverständnis gekommen sind.
Wie kann man sich über Ken Follet so erheben, der doch immerhin umfangreiche Recherchen als Basis seiner Texte verwendet, wenn man selbst eine so unvollständige Kenntnis des Gesprächsgegenstandes hat?
Die Frage stellt sich mir um so dringender, als ich alle vier Gesprächspartner als intelligent,
an Sachlichkeit interessiert und um Empathie bemüht erlebe.

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