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Kolonialgeschichte Kreativ

Ausstellungseröffnung | Episode 4

Zum Abschluss des von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Kunst- und Forschungsprojekts "Koloniale Fotografien aus Deutsch-Südwestafrika im Museum für Völkerkunde Hamburg" fand im Hamburger Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK) eine Ausstellung statt. Mit dem Anspruch, die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit nicht nur der Politik zu überlassen, präsentierten Wissenschaftler und Künstler am Beispiel von Fotografien aus dem kolonialen Namibia, ehemals Deutsch-Südwestafrika, in Kunstaktionen, Collagen und Multimediainstallationen ihre Form der Auseinandersetzung mit geteilter Geschichte.

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L.I.S.A. AUDIO

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Das Projekt
Im Museum für Völkerkunde in Hamburg werden in etwa 70.000 Fotografien mit kolonialem Bezug aufbewahrt – rund die Hälfte dieser Bilder widmen sich dem afrikanischen Kontinent. Im Rahmen des Forschungsprojekts, das von Prof. Dr. Jürgen Zimmerer geleitet wird, sollen diese Fotografien nun einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Das Augenmerk liegt dabei auf den Fotografien aus dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia, denn Teil des Projektes sind nicht ausschließlich deutsche WissenschaftlerInnen, sondern ebenso namibische KünstlerInnen, die sich den Fotografien aus einer neuen Perspektive nähern. Die Bilder sollen in enger Kooperation zwischen dem Museum und der Forschungsstelle „Hamburgs (post)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung“ an der Universität Hamburg, aufbereitet, veröffentlicht und analysiert werden, um so die visuelle Geschichte des Kolonialismus und den neuen "Blick" auf die deutsche Kolonialherrschaft im Südlichen Afrika möglich zu machen. Das Projekt wird von der Gerda Henkel Stiftung und der ZEIT-Stiftung gefördert. 

Projektleitung

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer

Ort

Hamburg

Redaktion
Peter Prestel

Kamera
Resa Asarschahab

Schnitt 
Resa Asarschahab

Gesamtkonzeption
Gisela Graichen und Peter Prestel

Projektleitung
Prof. Dr. Jürgen Zimmerer

Alle Episoden
Gemeinsame Aufarbeitung
Episode 1
05.09.2018
Gemeinsam im Dialog
Episode 2
12.09.2018
Das Generalinterview mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer
Episode 3
19.09.2018
Ausstellungseröffnung
Episode 4
19.06.2019

Kommentar

von Harry Thomaß, harrytho@gmx.de | 26.03.2019 | 23:13 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin gespannt auf die Art und Weise, wie sie die Fotos aufbereiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. In Berlin am EM gab es im Rahmen des Humboldt Lab von Herbst 2013 bis Frühling 2014 das Projekt "Fotografien berühren" von Michael Kraus, in dem die fotografischen Bestände aus Lateinamerika für das Publikum aufbereitet wurden. Als Museumsguide habe ich in dieser Ausstellung mit Besucher*innen besonders über die lebensgroßen animierten Projektionen der historischen Bilder diskutiert. Was in der Ausstellung nicht explizit thematisiert wurde, von den Guides aber immerwieder angesprochen wurde, war der koloniale Kontext, indem die Fotos gemacht wurden, bis soweit, dass die abgelichteten Personen die Hosen runter lassen mussten und deren Genitalien vermessen wurden. Solche Bilder dann in einer Ausstellung zu animieren und den Personen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, bildete eine besondere Diskussionsvorlage zu kolonialen Verhältnissen im musealen Kontext. Ich muss gestehen, das ein solcher Faux pas für mich eine willkommene Frage an die Besucher war: Was geht? Und was geht gar nicht. Es war vielleicht auch dem Charakter des Ausprobierens geschuldet: Einfach mal machen... und dann darüber nachdenken, ob es nicht geht. In den Diskussionen im Herbst 2013 - Frühling 2014 wurde von den Besucher*innen meiner Erinnerung nach meistens die Meinung vertreten: "Geht gar nicht!"
Ich wünsche Ihnen, genügend Zeit und ein umsichtiges Handeln.
Liebe Grüße aus Berlin
Harry Thomaß

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