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Can Tunc | 13.01.2014 | 2826 Aufrufe | Vorträge |
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Die EU in der Krise oder auf dem Weg zur Politisierung?

Vortrag von Prof. Dr. Michael Zürn

Die Vortragsreihe „Europa in der Krise. Problemdiagnose und Zukunftsperspektiven“ im Rahmen des Jahresthemas 2013|14 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften geht in ihre dritte Runde. In diesem Teil der Reihe thematisiert der Politikwissenschaftler Michael Zürn die Konsequenzen der Finanz- und Währungskrise für die europäische Integration und versucht - aus einer transnationalen Perspektive - Wege einer europäischen Verständigung nach der Krise aufzuzeigen.

Die Finanz- und Währungskrise stellt eine entscheidende Wegmarke für den europäischen Einigungsprozess dar. Sie akzentuiert und demaskiert die vorherrschende Logik europäischer Entscheidungsprozesse. Damit werden die Spannungen zwischen nationaler Demokratie und supranationaler Technokratie unübersehbar. Die Finanz- und Währungskrise muss aber weder automatisch zu einer Ausweitung technokratischer Entscheidungsfindung auf Kosten demokratischer Kontrolle, noch muss sie unweigerlich zu einer Renationalisierung der politischen Landschaft in Europa führen. Vielmehr befinden wir uns stattdessen an einer institutionellen Weggabelung: Einerseits zeigt sich immer deutlicher, dass der alte Pfad der europäischen Einigung kaum noch erfolgversprechend scheint. Andererseits verbessert die gesellschaftliche Politisierung aber die Voraussetzungen, um die Europäische Integration auf einen anderen Pfad zu setzen.

Europa in der Krise

Die Europäische Union erlebt mit der Euro-, Staatsschulden- und Wirtschaftskrise in einigen Mitgliedsländern die größte Herausforderung seit ihrer Gründung. Dabei beziehen sich die Krisensymptome nicht allein auf den Bereich des Wirtschaftlichen. Die Unterstützung der Bürger für das europäische Projekt ist rückläufig, nationale Stereotype feiern eine nicht geahnte Renaissance, die kulturellen Gemeinsamkeiten, die die Grundlage für Vertrauen und Solidarität zwischen den Ländern der EU bilden könnten, scheinen schwächer zu sein als vermutet. Während manche Beobachter das Projekt Europa schon als gescheitert betrachten und eine Stärkung der Nationalstaaten fordern, sehen andere die Zukunft und die Lösung der Krise nicht in einem Weniger, sondern gerade in einem Mehr an Europa. Sie fordern eine weitere Vertiefung der Europäischen Union, eine einheitliche Wirtschafts- und Sozialpolitik und endlich auch eine Demokratisierung Europas.

Welches sind die Ursachen der anhaltenden Krise und welche wirtschaftlichen und politischen Lösungen sind aus wissenschaftlicher Perspektive notwendig? Welche davon sind wahrscheinlich? Und wie ist es um die historischen und kulturellen Voraussetzungen eines gemeinsamen Europas bestellt? Diese und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt der Vortragsreihe, die sowohl von Mitgliedern der Akademie als auch von Gästen bestritten wird. Mit den Vorträgen leistet die Akademie einen Beitrag zu den aktuellen Debatten über die Zukunft der Europäischen Union und versucht zugleich, diese durch das Einspielen wissenschaftlicher Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zu versachlichen.

Die Diskussion mit Michael Zürn - moderiert von Jürgen Gerhards

Begrüßung durch Jürgen Gerhards

Der Vortrag von Prof. Dr. Michael Zürn als Audiopodcast

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