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Can Tunc | 24.03.2014 | 955 Aufrufe | Vorträge |
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Nord und Süd. Ost und West. Der Himmelsrichtungstreit in der EU und eine neuer Marschallplan

Vortrag von Prof. Dr. Wolf Lepenies

Die aktuelle Krise der Europäischen Union wird von einem mehr oder weniger offen ausgetragenen Nord-Süd-Konflikt mitbestimmt. Deutlich wurde dieser Konflikt, der nicht zuletzt Deutschland und Frankreich gegenüberstellt, vor allem im Streit um die Mittelmeerunion und der Frage nach der Zukunftsfähigkeit der sogenannten "Krisenländer" in Südeuropa. Doch gibt es eventuell eine historische Kontinuität dieser Interessengegensätze zwischen Nord und Süd und aufgrund welcher Ursachen sind diese entstanden?

Der Soziologe und Wissenschaftspolitiker Wolf Lepenies sucht am sechsten Abend der Vortragsreihe "Europa in der Krise. Problemdiagnose und Zukunftsperspektiven" nach den historischen Hintergründen des Nord-Süd-Konfliktes, der nach 1989 und der deutschen Wiedervereinigung wieder aktuell wurde. In der heutigen Debatte treten zum Beispiel polemische Erinnerungen an Pläne zur Gründung eines "Lateinischen Reiches" zum Vorschein, deren theoretische Ursprünge bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückgehen.

Im Anschluss an diesen historischen Abriss stellt Wolf Lepenies die zukunftsgerichtete Überlegung an, ob nicht ein "Marshallplan" zum Nutzen Südeuropas und Nordafrikas Auftakt einer neuen Afrikapolitik der EU sein könnte.

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Die Diskussion

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Die Begrüßung

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Europa in der Krise

Die Europäische Union erlebt mit der Euro-, Staatsschulden- und Wirtschaftskrise in einigen Mitgliedsländern die größte Herausforderung seit ihrer Gründung. Dabei beziehen sich die Krisensymptome nicht allein auf den Bereich des Wirtschaftlichen. Die Unterstützung der Bürger für das europäische Projekt ist rückläufig, nationale Stereotype feiern eine nicht geahnte Renaissance, die kulturellen Gemeinsamkeiten, die die Grundlage für Vertrauen und Solidarität zwischen den Ländern der EU bilden könnten, scheinen schwächer zu sein als vermutet. Während manche Beobachter das Projekt Europa schon als gescheitert betrachten und eine Stärkung der Nationalstaaten fordern, sehen andere die Zukunft und die Lösung der Krise nicht in einem Weniger, sondern gerade in einem Mehr an Europa. Sie fordern eine weitere Vertiefung der Europäischen Union, eine einheitliche Wirtschafts- und Sozialpolitik und endlich auch eine Demokratisierung Europas.

Welches sind die Ursachen der anhaltenden Krise und welche wirtschaftlichen und politischen Lösungen sind aus wissenschaftlicher Perspektive notwendig? Welche davon sind wahrscheinlich? Und wie ist es um die historischen und kulturellen Voraussetzungen eines gemeinsamen Europas bestellt? Diese und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt der Vortragsreihe, die sowohl von Mitgliedern der Akademie als auch von Gästen bestritten wird. Mit den Vorträgen leistet die Akademie einen Beitrag zu den aktuellen Debatten über die Zukunft der Europäischen Union und versucht zugleich, diese durch das Einspielen wissenschaftlicher Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zu versachlichen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Wolf Lepenies als Audiopodcast

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