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Georgios Chatzoudis | 10/15/2013 | 3182 Views | 1 | Interviews

"Sichtbarkeit der Geisteswissenschaften in der Öffentlichkeit stärken"

Interview mit Michael Alram über das "Zentrum für Digitale Geisteswissenschaften"

Mag. Dr. Johannes Stigler | 15.10.2013 | 17:11
Die Universität Graz bildet seit drei Jahren als Partner im europäischen Joint Master Degree Programm EuroMACHS (euromachs.net) Studierende in digitaler, geisteswissenschaftlicher Forschungsmethodik aus. Ab Frühjahr 2014 werden zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen im Rahmen des Maria Curie Initial Training Networks DiXiT (dixit.uni-koeln.de/) drei Jahre lang zu ausgewählten Themen des Gegenstandsbereiches „Digitale Edition“ forschen. So beschäftigen wir uns z.B. mit Digitaler Diplomatik, mit Fragen der genetischen Digitalen Edition bzw. der generischen Formalisierung von Disseminationsprozessen Digitaler Editionen. Die Erfahrungen aus Forschung, Lehre und einer Vielzahl von geförderten Kooperationsprojekten bringt das Zentrum für Informationsmodellierung (gegründet 2008) als aktiver Teil in Europäische ERIC- Prozesse ein. Es verfügt über eine nachhaltige Archivierungslösung für geisteswissenschaftliche Daten, die als nationaler Beitrag in DARIAH einfließen. Darüber hinaus existieren an der Universität Salzburg mit der Forschungsgruppe für Archäometrie und Cultural Heritage Computing und an der Abteilung für Digitalisierung und elektronische Archivierung der Universitätsbibliothek Innsbruck weitere Braintrusts der DH in Österreich. Ganz so unerschlossen sind die Digitalen Geistwissenschaften außerhalb von Wien doch wohl offensichtlich nicht.

Johannes Stigler
Leiter des Zentrums für Informationsmodellierung – Austrian Center for Digital Humanities

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Georgios Chatzoudis | 09/30/2013 | 2792 Views | 1 | Interviews

"Ich habe die Indiana Jones-Filme noch nie gesehen"

Videogespräch mit Birte Ruhardt über ihr Dissertationsprojekt

Silvester Tamás, M.A. | 02.10.2013 | 19:14
Sehr interessante Reflektion der jungen Kollegin, allerdings habe ich die Darstellung des eigenen wissenschaftlichen Arbeitens in Bezug auf die Relevanz des bearbeiteten Wissenschaftsthemas vermisst.

Grundsätzlich sollten Mentoren oder Betreuer solche Gespräche mit ihren Nachwuchswissenschaftlern führen ... das wäre für die eigene wissenschaftliche Rezeption sicher von schätzbarer Bedeutung
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Georgios Chatzoudis | 09/23/2013 | 6170 Views | 1 | Interviews

Gewalt in der Antike

Zu Gast bei L.I.S.A. mit Martin Zimmermann

mARTin Heinz | 25.09.2013 | 21:41
"Sozusagen"
Ich schlage vor, den Gebrauch der bedeutungslosen Floskel "sozusagen" mit einer Strafsteuer von 10 € zu belegen. Damit könnten unseres Staatsschulden in wenigen Jahren abgebaut werden.
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Georgios Chatzoudis | 09/24/2013 | 3141 Views | 1 | Interviews

Eröffnung der AG "Digitale Geschichtswissenschaft" im Rückblick

Interview mit Simone Lässig über Perspektiven der Digital Humanities

Dr. Mareike König | 24.09.2013 | 14:01
Zwei kleine Ergänzungen: Eine Übersicht über alle bisher erschienenen Beiträge zur Tagung gibt es hier: http://digigw.hypotheses.org/82 und ein weiteres Interview mit Simone Lässig zur Tagung hier: http://digigw.hypotheses.org/73
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Georgios Chatzoudis | 09/09/2013 | 3285 Views | 2 | Talks

Europa im Kleingarten

Podiumsdiskussion mit Christoph Markschies und Etienne François über Europa

Boris Schneider | 09.09.2013 | 21:12
Und noch ein kleiner Nachtrag. Politisch gesehen sind es Schulden. Das betrachte ich aber weniger als Europa. Europa sind für mich die Menschen, die Kulturen und die Gewohnheiten.

LG

Boris
http://stylexa.de/
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Georgios Chatzoudis | 09/09/2013 | 3285 Views | 2 | Talks

Europa im Kleingarten

Podiumsdiskussion mit Christoph Markschies und Etienne François über Europa

Boris Schneider | 09.09.2013 | 21:11
Danke für die Veröffentlichung dieser Reihe. Es ist wichtiger denn je sich mit dem Thema Europa auseinander zu setzen. Ich sehe Europa nicht als negativ, sondern positiv, aber mit vielen Problemen und Unterschieden. Deshalb müssen alle an einem Strang ziehen und zusammenwachsen.
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Georgios Chatzoudis | 08/26/2013 | 12679 Views | 6 | Interviews

Das muslimische Kopftuch - wie und warum?

Interview mit Reyhan Şahin über die Symbolik des Kopftuchs

Klaus Neumann | 05.09.2013 | 10:30
fand das Interview interessant, aber gerade bei so langen interviews wäre es schön, wenn man das Interview mit einem digitalen Inhaltsverzeichnis versehen könnte, so dass User gleich sehen, um welche Inhalte es geht und innerhlab des Interviews von Themenbereich zu Themenbereich springen können
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Dr. Birte Ruhardt | 08/27/2013 | 2259 Views | 1 | Interviews

Comic - das Zusammenspiel von Wort und Bild

Interview mit Dietrich Grünewald über die Geschichte von Comics

Marcus Cyron | 27.08.2013 | 21:43
Sehr schönes Thema, danke dafür!
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Dr. Birte Ruhardt | 08/17/2013 | 17384 Views | 4 | Interviews

Die psychiatrische Einweisungspraxis in Nationalsozialismus, DDR und BRD (1941-1963)

Interview mit Stefanie Coché zur Geschichte der Psychiatrie in Deutschland

Robert Parzer | 21.08.2013 | 15:07
Können Sie die Quelle für das "Hinweisschild" verraten?
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Georgios Chatzoudis | 07/02/2013 | 2513 Views | 2 | Interviews

Reform um der Reformwillen? Die rot-grünen Regierungsjahre

Interview mit Edgar Wolfrum über die historische Bilanz von Rot-Grün

Franz Walter | 09.07.2013 | 06:01
Eine typisch westliche Sicht, geboren aus westlicher Erziehung, westlicher Bildung, westlicher Dummheit und westlicher Arroganz.
Jemand der zwei Systeme selbst erlebt hat, ist automatisch Experte unzwar ganz ohne "offiziellen Titel" und der sieht vieles ganz anders.
Aber wenn man diese bevormundet, entmündigt und sich wie Kolonialherren benimmt, entgeht einem was die "Wilden" wirklich denken.
Deren Geist ist in diesem Lande längst aus allen Bereichen getilgt, vernichtet, totgeschwiegen und abgeblockt. Die heutige Geschichte ist eine Geschichtsfälschung "made in WestGermany", gemacht um eine Lüge als Wahrheit darzustellen. Aber diese Wahrheit wird immer unglaubwürdiger. Jede dekadente Gesellschaft zerbricht an sich selbst.
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Georgios Chatzoudis | 06/06/2013 | 11541 Views | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Hans Günter Thorwarth | 06.07.2013 | 10:24
"In der Nacht auf den 8. Mai 1945 kam die Nachricht, wir seien befreit - später konnte ich in den Unterlagen lesen, dass wir am 9. Mai 1945 nach Auschwitz gebracht und vergast werden sollten."
Edith Erbrich als fünfjähriges Mädchen mit ihrem Vater und ihrer Schwester von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert. Aus: "Erinnerungen einer Überlebenden", FNP 6.7.2013. Edith Erbrich erzählte ihre Lebenserinnerungen den Oberschülern der Weibelfeldschule in Dreieich.
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Georgios Chatzoudis | 07/02/2013 | 2513 Views | 2 | Interviews

Reform um der Reformwillen? Die rot-grünen Regierungsjahre

Interview mit Edgar Wolfrum über die historische Bilanz von Rot-Grün

Marcus Cyron | 03.07.2013 | 12:02
Ein sehr interessanter Beitrag, danke. Ich würde zwar gefühlt dennoch zu einigen anderen Ergebnissen kommen - aber es ist schön, jetzt eine erste größere Analyse der Zeit vorliegen zu haben. Und es wird sicher angeregte Diskussionen geben.

Interessant aber einmal mehr die konstatierte Tatsache, daß sich die Linke immer wieder und immer weiter zerfleischt. Man muß nicht einmal "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!" durchs Land ziehend singen und von den "Sozialfaschisten" schwafeln, um dieses Problem klar zu erkennen.
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Georgios Chatzoudis | 06/06/2013 | 11541 Views | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Hans Günter Thorwarth | 26.06.2013 | 10:24
Zum Kommentar von Ulrich Eisenblätter: Im Lager Sachsenhausen starb der Schauspieler Heinrich George. Siehe dazu die neuste Spiegel-Ausgabe mit dem Interview mit Götz George:

Für den ARD-Film "George" (24. Juli, 21.45 Uhr) hat Götz George, 74, nun zum ersten Mal den Ort besucht, an dem sein Vater starb: das nach dem Krieg vom sowjetischen Geheimdienst geführte Lager Sachsenhausen. "Mir war kotzübel. Ich habe mir vorgestellt, was dort passiert war. Aber das darfst du nur bis zu einem gewissen Grad zulassen, sonst fängst du an zu heulen. Das ist sentimental. Und das hätte der Vater nicht zugelassen."

Der Spiegel, 24.6.2013
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Georgios Chatzoudis | 06/23/2013 | 2234 Views | 2 | Interviews

"Das 'frei' wird oft falsch interpretiert"

Interview mit Raimond Spekking über Bildrechte und Bildlizenzen bei Wikipedia

Raimond Spekking | 23.06.2013 | 18:30
@Rainer: Die Angabe war in der Form autorisiert.
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Georgios Chatzoudis | 06/23/2013 | 2234 Views | 2 | Interviews

"Das 'frei' wird oft falsch interpretiert"

Interview mit Raimond Spekking über Bildrechte und Bildlizenzen bei Wikipedia

Rainer Knäpper | 23.06.2013 | 12:42
"Gut gemeint, aber noch nicht richtig" ... Stimmt auffallend. Die erforderliche Verlinkung der Lizenzbedingungen bei Elyas Foto fehlt. Man kann die über diese Seite erreichen: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
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Georgios Chatzoudis | 06/06/2013 | 11541 Views | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Ulrich Eisenblätter | 19.06.2013 | 15:15
Mit großem Interesse habe ich das Interview gelesen und festgestellt, daß auch bei mir persönlich der 8. Mai als Gedenktag für das Ende des 2. Weltkrieges keine großen Emotionen auslöst. Woran liegt das? Nun, zu diesem Zeitpunkt war ich genau 6 Jahre alt und befand mich zusammen mit unserer Mutter und meinem Bruder auf dem mühevollen einwöchigen Rückweg von unserem 300 km entfernten Evakuierungsort bei Kolberg in Pommern in unsere Heimatstadt Berlin. Mein Vater wurde 1945 nachts von Russen “nur für eine Vernehmung” abgeholt und hatte Glück, nicht nach Sibirien transportiert zu werden, sondern durfte drei Jahre in Sachsenhausen am Rande von Berlin in einem russischen Lager verbringen. Meine Mutter wußte über zwei Jahre lang nicht wo sich ihr Ehemann befand.

Da unsere nicht ausgebombte Wohnung sich im sowjetischen Sektor Berlins befand, ging ich in eine von kommunistischer Ideologie geprägten Grundschule. Dort wurde uns der 8. Mai als Tag der Befreiung durch die Rote Armee erklärt, also wir mußten das so sehen, gezwungenermaßen. Da aber unsere Abneigung gegenüber den sowjetischen “Befreiern” sehr stark ausgeprägt war, waren wir auch nicht ansatzweise gewillt, deren Ideologie uns einzuverleiben. Also haben wir inneren Widerstand geleistet und somit auch den 8. Mai als Befreiungstag ignoriert.

Die Nachkriegsjahre waren stark geprägt vom Überlebenskampf. Wir litten zwar nicht an großem Hunger; u.a. sorgten die Alliierten abwechselnd in den Berliner Schulen für tägliche Schulspeisung. Aber der ideologische Druck der Kommunisten in den östlichen Bezirken war immens und vielleicht ist auch deshalb mein persönliches Interesse an einen Gedenktag nicht so stark ausgeprägt. Natürlich weiß ich, was während des Dritten Reiches alles geschehen ist, weil ich in späteren Jahren mich doch mehr mit diesem Thema beschäftigt habe.

Des weiteren kann ich nur noch Herrn Dr. Philipp Bockenheimer zitieren, mit dessen Sätzen, die ich nachstehend zur Orientierung noch mal anführe, ich voll übereinstimme.

"Eine wirkliche gesellschaftliche Auseinandersetzung mit unserer Geschichte in der NS-Zeit hat es aber bekanntlich trotzdem nur unvollständig gegeben. Der Kalte Krieg und die deutsche Teilung setzten eigene Akzente und beherrschten Politik und gesellschaftliche Diskussion. Nachdem diese Phase mit der Wiedererlangung der vollen Souveränität durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag 1991 abgeschlossen war, schien mir die Diskussion über unsere jüngste Geschichte und Erinnerungskultur überhaupt völlig zu erlahmen. Das war unserer politischen Elite durchaus willkommen. Zum Nationalfeiertag wurde ohne breite Diskussion der 3. Oktober, nicht der deutsche Schicksalstag 9. November, an dem es zu viel zu erinnern gäbe: 1918 Beginn der Novemberrevolution, 1923 Hitlerputsch in München, 1938 Beginn der Novemberpogrome ("Reichskristallnacht"), 1989 Mauerfall und Ende des Kalten Krieges. Derzeit scheint mir unsere Gesellschaft keinen Bedarf mehr zu haben, sich zu erinnern, ob es um die eigenen Gefallenen in Afghanistan oder die der beiden Weltkriege geht. Bedenklich. Mit dem Erlöschen der Erinnerungskultur geben wir auch an die nachwachsenden Generationen nicht mehr weiter, für welche Werte unser Land steht oder stehen sollte. Wir werden "orientierungslos".

Die heutige Jugend hat überhaupt kein Interesse für die Vergangenheit und schon gar nicht für irgendwelche Gedenktage; wir erleben tagtäglich soviel Grausames auf der Welt, daß für Erinnerungen an früher kein Platz mehr ist.

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Georgios Chatzoudis | 06/10/2013 | 25162 Views | 1 | Interviews

"Es fehlt an einer Lobby für Nachwuchswissenschaftler"

Interview mit Behrang Samsami über Promovieren heute

C. Meyer | 17.06.2013 | 13:14
In diesem Sinne sei hier auch auf einen kürzlich erschienenen Artikel im CAA Newsletter hingewiesen, gewissermaßen als Fortsetzung des Interviews:
http://chronicle.com/article/Self-Sabotage-in-the-Academic/138875/
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Georgios Chatzoudis | 06/06/2013 | 11541 Views | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Klaus-Felix Schneider | 14.06.2013 | 14:03
Na ja, wen wundert es, dass der 08.Mai in DE nicht gefeiert wird ?
Dazu sage ich nur : "..the winner takes it all..."
...und die Franzosen sehen sich nun mal als Sieger !
Da ist es doch sehr verständlich, dass dort eine andere Umgehensweise
mit den Weltkriegen gepflegt wird.
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Georgios Chatzoudis | 06/06/2013 | 11541 Views | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Hans Günter Thorwarth | 14.06.2013 | 08:51
Noch ganz unter dem Eindruck einer Frankreichreise (Verdun – Chemin-des-Dames – Champagne) verfolge ich mit Spannung die Kommentare der interessierten Leser zu unserem Interview. Wirklich bemerkenswert, die unterschiedlichen Eindrücke, auch von Herrn Jensen und mir, beide in derselben Zeit geboren.
Nicht nur die bewegenden Eindrücke, die eine solche geschichtsträchtige Reise durch Frankreich bei uns hinterließen, auch das aktuelle Leben und der Umgang mit der Geschichte bei unserem Nachbarn verfolgten wir natürlich sehr aufmerksam.
Ein Höhepunkt für mich als „Stadtteilhistoriker“ war das Gespräch mit einer jungen französischen Historikerin in der „Drachenhöhle“ am „Chemin des Dames“, wo während des 1. Weltkriegs deutsche und französische Soldaten zeitweise nur durch eine Mauer getrennt, in unterirdischen Stellungen unter unmenschlichen Bedingungen ausharrten.
Bei unseren ehemaligen „Erbfeinden“ und seit Adenauer-de-Gaulle und Kohl-Mitterand „Freunden“ sieht man so manches im Umgang mit der Geschichte aber ganz anders.
Das nimmt manchmal sogar skurrile, makabre Formen an, indem man angemalte Geschütze auf die Friedhöfe und Panzer neben die Denkmäler auf öffentliche Plätze vor die Rathäuser stellt. Erste-Weltkriegs-Granaten aus Schokolade werden schön verpackt den Touristen angeboten!

Der 8. Mai (1945) sind ebenso wie der 11. November (1918) gesetzliche Feiertage in unserem Nachbarland.

Landstraßen – durch die geschichtlichen Ereignisse geprägt – wurden zum „Denkmal“ erklärt, ja geradezu „heilig“ gesprochen. Kilometersteine an der „Voie sacrée“ und „Voie de la Liberté 1944“ lassen die Geschehnisse des 1. Weltkriegs und die Befreiung durch die Alliierten während des 2. Weltkriegs nicht vergessen.
Bei uns sind Gefallenendenkmäler prinzipiell oft umstritten und wurden zum Politikum erklärt. In Frankreich würde garantiert niemand auf die Idee kommen, Gefallenen-Denkmäler abzureißen oder es zulassen, dass sie verfallen. Im Gegenteil: In jedem Ort, in jedem Dorf wo wir durchfuhren, findet man sie zumeist sehr gepflegt vor, mit Blumen und wehender Trikolore. Aktuell werden in einigen Kommunen die Plätze sogar neu gestaltet und die alten Steine aufwendig restauriert.
Zu den modernen Museen des „Grand Guerre“, den ehemaligen Stellungen und Schlachtfeldern kommen ganze Schulklassen und Touristen aus Frankreich, Belgien, Großbritannien und den Niederlanden – aber was uns wunderte – kaum Deutsche. Nebenbei bemerkt: Allein in Verdun starben 1916 in einem dreiviertel Jahr über 300.000 französische und deutsche Soldaten. Im Ossarium von Douaumont befinden sich die Gebeine von 130.000 unbekannten Soldaten – Deutsche und Franzosen im Tode vereint. Ein Eintrag im Besucherbuch der Kapelle: „In Frankreich erinnert man sich und ehrt die Toten, in Deutschland werden sie vergessen und verdrängt.“
Hierzulande wurde der 8. Mai dieses Jahr völlig ignoriert und auch der 11. November 2012 wurde nur noch als Anfang der Karneval-Saison gefeiert. Liegt es nur an der Nazi-Diktatur und den beiden verlorenen Weltkriegen, dass zwei Nationen im Umgang mit ihrer Geschichte so unterschiedlich erscheinen?
So gesehen, ist auch die Erinnerung an das Datum 8. Mai ein Beispiel dafür, wie ein Land mit seiner eigenen Geschichte umgeht. Wir dachten eigentlich im Jahr 2013 gäbe es mehr Annäherung zwischen den beiden befreundeten Ländern. Aber meine aktuelle Einschätzung, gerade was die Gedenkkultur betrifft: Deutschland und Frankreich trennen Welten!
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Georgios Chatzoudis | 06/06/2013 | 11541 Views | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Marcus Cyron | 12.06.2013 | 00:16
Deshalb bin ich auch etwas stolz darauf, daß wir in der deutschsprachigen Wikipedia, die ja berüchtigt für ihre strengen "Relevanzkriterien" ist, alle Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime per se als Artikelwürdig ansehen. In den acht Jahren meiner Mitwirkung an dem Projekt ist das rückblickend einer der größten Erfolge, an dem ich auch mitwirken konnte. Ich möchte, daß wir uns an die Erinnern, die dagegen aufstanden. Auch an die, deren Mut vielleicht nicht den ganz großen aktiven Kampf zuließen. Doch jede Stellung gegen das unmenschliche NS-System darf nicht vergessen werden.