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Georgios Chatzoudis | 18.09.2018 | 23238 Aufrufe | 5 | Interviews

"Diese Körper sind von Angst erfüllt"

Interview mit Klaus Theweleit über aktuelle Gewalt in Deutschland

JWBraun | 23.09.2018 | 16:16 Uhr
Um es vorab klarzustellen: Ich bin Historiker und habe auch einiges von Herrn Theweleit gelesen (Pocahontas, Essays, Reden, natürlich die Männerphantasien). An Phantasie mangelt es auch Herrn Theweleit wahrlich nicht. In diesem wohlgemerkt schriftlichen Interview (ist also nicht bloß so daher gesagt) erwartet er Einsichten am wenigsten von Historikern, weil die so "dokumenten"fixiert sind, aber kurz darauf bescheinigt er (um nur einige zu nennen, die er abkanzelt) den heutigen Ethnologen samt der Psycho-"Analytiker-Kaste" den "Mangel an exakten historischen Kenntnissen" - woraus deren Exaktheit resultieren soll, wenn nicht aus "Dokumenten", und wie sie nach Theweleits Meinung zustande kommen könnte, ist mir rätselhaft - womöglich aus seinen phantasievollen Interpretationskünsten. Im Falle Chemnitz gibt es ein bislang einziges "Dokument" für die "Hetzjagden": das kuriose, nur ein paar Sekunden kurze, "Hasi"-Video der Antifa Zeckenbiss, das anzusehen und kritisch zu beurteilen Herr Theweleit offensichtlich nicht für nötig hielt; desgleichen hat er sich wohl kaum die Live-Streams der Demos in Chemnitz oder Köthen angesehen, ebensowenig die Aussagen der dortigen Polit-Funktionäre bewertet - sind ja bloß "Dokumente". Er doziert stattdessen viel im allgemeinen über "rechte" Gewalt, über "linke" dagegen, wie sie in den Texten des unsäglichen #Wirsindmehr-Musikfestivals zum Ausdruck kam (z. B. „Ich ramm die Messerklinge in die Journalisten-Fresse“), verliert er kein Wörtchen und schon gar nicht über den Gewalt-Anlass - ob "rechts" oder "links" oder sonstwoher, obwohl er sich doch die Deutungshoheit über dieses Phänomen seit vielen Jahren wissenschaftlich erarbeitet hat und ex cathedra verkündet.
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Georgios Chatzoudis | 18.09.2018 | 23238 Aufrufe | 5 | Interviews

"Diese Körper sind von Angst erfüllt"

Interview mit Klaus Theweleit über aktuelle Gewalt in Deutschland

Peter Schulze | 22.09.2018 | 16:35 Uhr
Wunderbar, wie Herr Theweleit nicht nur über den Tellerrand schaut, sondern auch den Teller umrundet.
Ein Streitgespräch zwischen Theweleit und Eibl-Eibesfeldt (Liebe und Hass, Mü.1970) wäre sicherlich sehr erkenntnisbildend. Schade, Eibl starb in diesem Sommer.
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Georgios Chatzoudis | 18.09.2018 | 23238 Aufrufe | 5 | Interviews

"Diese Körper sind von Angst erfüllt"

Interview mit Klaus Theweleit über aktuelle Gewalt in Deutschland

Eckart Britsch | 20.09.2018 | 04:24 Uhr
Eine sehr gute Analyse. Vor allem auch der Rolle der Massenmedien: unverantwortlich hoch schreiben oder ihnen einen völlig unangemessenen Raum in Talkshows einzuräumen. Ich aber glaube, dass man von den Historikern, Soziologen und Ethnologen mehr erwarten kann als sie bereit sind zu leisten. Es fehlt ihnen eine existenzialistische Verantwortung. Michel Foucault, Jean Paul Sartre, André Glucksman setzten sich immer konkret auch ein, waren bei Demonstrationen zu sehen oder verkauften wie Truffaut "La Chose du Peuble". Es fehlen in Deutschland die glaubwürdigen Vorbilder im Kampf gegen die Rechtsradikalen.
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Georgios Chatzoudis | 18.09.2018 | 23238 Aufrufe | 5 | Interviews

"Diese Körper sind von Angst erfüllt"

Interview mit Klaus Theweleit über aktuelle Gewalt in Deutschland

Antoinette de Boer | 20.09.2018 | 01:47 Uhr
Ich hoffe,dass dieser Artikel eine grössere Öffentlichkeit findet - ganz abgesehen vom Buch "Das Lachen der Täter ". Mir bleibt schon lange das Lachen im Halse stecken,wenn ich mir die diversen Talkshows und Überschriften der Printmedien anschaue.Die mantraartig oft wiederholten falschen Behauptungen der AfD + Co pflanzen sich in die Köpfe vieler Zuschauer und Leser ganz unbemerkt ein,weil die Journalisten ihnen diese B ü h n e bieten - und - das Schlimmste ist,dass auch namhafte Journalisten diesen Rattenfängern rhetorisch nicht gewachsen sind,eben weil man mit diesen Menschen nicht diskutieren kann.Ich höre und lese immer wieder : " Unsere Demokratie muss das aushalten " - N e i n , das muss sie nicht - dieses Argument ist ein Totschlagargument, denn gerade die Demokratie m u s s Haltung zeigen,weil sie die schwierigste aller Regierungsformen in grösstmöglicher Freiheit ist.
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Georgios Chatzoudis | 18.09.2018 | 23238 Aufrufe | 5 | Interviews

"Diese Körper sind von Angst erfüllt"

Interview mit Klaus Theweleit über aktuelle Gewalt in Deutschland

Nina Gladitz | 19.09.2018 | 23:00 Uhr
... er war und ist einer der klügsten Köpfe in diesem Land. Ich habe ihm viel zu verdanken und bedanke mich für seine Haltung und dieses Interview.
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Judith Wonke | 10.05.2018 | 2232 Aufrufe | 8 | Interviews

„Und was machst du jetzt mit deinem Studium?“

Interview mit Martin Streicher zur AG Wissen schafft Karriere

Alex Schneider | 05.09.2018 | 12:47 Uhr
Danke für diesen Beitrag. Auf meinem Blog habe ich eben auch einen neuen Artikel rund ums Masterstudium: https://schriftle.com/blog/masterstudiengang-waehlen

Freue mich auf jeden Besuch!
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Georgios Chatzoudis | 27.10.2017 | 3076 Aufrufe | 17 | Vorträge

Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Vortrag von Karl Heinz Roth im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Julia | 01.09.2018 | 21:57 Uhr
Aufschlußreiche Kommentare: da ist Herr Roth Vertreter einer hochpriviligierten Elite ("Peer M."). Selbst wenn - darf er dann keine Meinung haben? Die andere Seite genauso: wer Reparationen ablehnt ist quasi ein Nazi, an dem die Reedukation vorbei gegangen ist ("Jana Herford"). Es ist wirklich bedenklich wie unterkomplex mittlerweile Diskussionen geführt werden. Linkselite oder Nazi, dafür stehen die beiden Kommentare exemplarisch.

Natürlich reicht es beiden ein Label zu vergeben - zur Sache kein Wort. Wofür auch? Da würde ja vielleicht ein Mittelweg herauskomemn, die der ein oder andere hier mit Europa umschreibt. Mir macht Sorgen wie identitär mittlerweile auf beiden Seiten des politischen Spektrums simplifiziert wird.
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Georgios Chatzoudis | 27.10.2017 | 3076 Aufrufe | 17 | Vorträge

Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Vortrag von Karl Heinz Roth im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Helga Bissling | 28.08.2018 | 17:18 Uhr
Ich stimme den meisten hier zu. Reparationen sind Unsinn - Europa ist die Lösung. Übrigens ist den USA Trump exakt aus diesen Gründen gewählt worden, nämlich weil Hillary für die bornierte Wohlfühllinke stand, die auf Kosten aller undemokratisch ihr gutes Gewissen bestätigen wollte. Da steht Herr Roth ganz in dieser Tradition.
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Bernd Vogenbeck | 13.08.2018 | 626 Aufrufe | 2 | Diskussionen

Der verführerische Glanz des Imperiums. Türkischer Neo-Osmanismus und seine Folgen für Europa und Nahost

Körber History Forum 2018

Stefanie Malik | 19.08.2018 | 03:46 Uhr
Was Rudolf Steinmetz schreibt, stimmt. Das Gerede vom Neoosmanismus ist wohl doch mehr Orientphantasie des Westens als eine Erklärung für Erdogans Politik und führt in die Irre. Erdogan steht im Zeichen von Atatürks türkischen Nationalismus. Und der Klügste auf dem Podium, der auch dieses Verhältnis klar sieht, scheint mir Abdulhamit Kırmızı zu sein.
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Bernd Vogenbeck | 13.08.2018 | 626 Aufrufe | 2 | Diskussionen

Der verführerische Glanz des Imperiums. Türkischer Neo-Osmanismus und seine Folgen für Europa und Nahost

Körber History Forum 2018

Rudolf Steinmetz | 15.08.2018 | 20:07 Uhr
Eine mehr fragwürdige Hypothese! Denn die Klammer des multiethnischen, osmanischen Reiches war der Islam, jingegen jene der modernen Türkei ist der pantürkische Rassismus. Erdogan ist demnach ein Atatürk reinsten Wassers. Der Islam ist nichts weiter als eine Camouflage - so wie in Saufi Arabien etc.
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Georgios Chatzoudis | 11.07.2018 | 572 Aufrufe | 2 | Vorträge

Im Netz der Möglichkeiten - Wechselwirkungen in der Entwicklung von Theorie, Methode und Tools in den Digital Humanities am Beispiel der TEI

Panel "Theorie der digitalen Geisteswissenschaften" der Jahrestagung DHd2018 | Kritik der digitalen Vernunft

Malenka Radi | 05.08.2018 | 10:31 Uhr
"Der Strafvollzug ist der Lackmustest einer Gesellschaft"
Interview mit Annelie Ramsbrock über Resozialisierung in westdeutschen Gefängnissen
Vor vierzig Jahren, am 1. Januar 1977, trat in der Bundesrepublik Deutschland das Strafvollzugsgesetz in Kraft. Es löste damit eine Strafvollzugsordnung aus dem Jahr 1934 ab, die unter Juristen stark umstritten war. Ziel des neuen Bundesgesetzes war die Resozialisierung der Gefangenen. Sie sollten befähigt werden, nach ihrer Freiheitsstrafe wieder Anschluss an die Gesellschaft zu finden.
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Georgios Chatzoudis | 11.07.2018 | 572 Aufrufe | 2 | Vorträge

Im Netz der Möglichkeiten - Wechselwirkungen in der Entwicklung von Theorie, Methode und Tools in den Digital Humanities am Beispiel der TEI

Panel "Theorie der digitalen Geisteswissenschaften" der Jahrestagung DHd2018 | Kritik der digitalen Vernunft

Malenka Radi | 05.08.2018 | 10:31 Uhr
"Der Strafvollzug ist der Lackmustest einer Gesellschaft"
Interview mit Annelie Ramsbrock über Resozialisierung in westdeutschen Gefängnissen
Vor vierzig Jahren, am 1. Januar 1977, trat in der Bundesrepublik Deutschland das Strafvollzugsgesetz in Kraft. Es löste damit eine Strafvollzugsordnung aus dem Jahr 1934 ab, die unter Juristen stark umstritten war. Ziel des neuen Bundesgesetzes war die Resozialisierung der Gefangenen. Sie sollten befähigt werden, nach ihrer Freiheitsstrafe wieder Anschluss an die Gesellschaft zu finden.
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Georgios Chatzoudis | 24.07.2018 | 735 Aufrufe | 1 | Interviews

"Die Konstruktion von verdichteten Sozialfiguren"

Interview mit Alban Frei und Hannes Mangold über das Personal der Postmoderne

Jan-Holger Kirsch | 01.08.2018 | 11:43 Uhr
Siehe zu dem Band auch die Rezension von Clemens Albrecht, in: H-Soz-Kult, 18.5.2016, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-25296
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Georgios Chatzoudis | 27.10.2017 | 3076 Aufrufe | 17 | Vorträge

Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Vortrag von Karl Heinz Roth im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Jana Herford | 31.07.2018 | 15:33 Uhr
An den vielen Kommentaren hier merkt man, dass Herr Roth mit seinem brillianten Vortrag in ein Wespennest gestochen hat. Man könnte auch sagen: Der Schoß ist fruchtbar noch... Die emotionale Kälte und unverhohlene Aggressivität, mit der hier gegen Roth, der ein bewusst verdrängtes Kapitel deutsch-griechischer Geschichte ans Tageslicht bringt, angestürmt wird, ist nur ein Indiz mehr dafür, dass die Reeducation nach 1945 bei vielen kaum Früchte getragen hat. Sollte einem die Frage kommen, warum das so ist, empfehle ich eine Re-Lektüre des Werkes des Ehepaars Mitscherlich aus den 1960er Jahren: Die Unfähigkeit zu trauern. Vielen Dank Herr Roth für diesen wichtigen Vortrag!
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Georgios Chatzoudis | 19.01.2016 | 21287 Aufrufe | 8 | Interviews

Alawiten, Aleviten oder Nusairier?

Interview mit Necati Alkan über Begriffsverwirrungen im Umfeld des Syrien-Krieges

Willie Schaft | 29.07.2018 | 16:51 Uhr
@Erkus Bündlin

ich würde ihnen folgenden Artikel von Frank Nordhausen nahe legen -->> https://www.berliner-zeitung.de/kultur/syrien-konflikt--unser-gott-heisst-baschar--6035636
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Dr. Johann-Philipp Bockenheimer | 12.11.2012 | 3009 Aufrufe | 1 | Artikel

Ein Frankfurter Arzt und seine Zeit

Geheimer Sanitätsrat Dr. Jacob Hermann Bockenheimer (25.12.1837 - 15.10.1908)

Helin Bockenheimer | 24.07.2018 | 19:04 Uhr
Lieber Philipp, vielen Dank für den interessanten Beitrag über die Historie der Familie meines Ehemannes.
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Georgios Chatzoudis | 16.02.2016 | 2915 Aufrufe | 2 | Interviews

"Die 'Historikerstreiter' konstruierten ihre Vergangenheit"

Interview mit Gerrit Dworok über den "Historikerstreit"

Nora Brinker (auch MA) | 23.07.2018 | 09:00 Uhr
Der Herr MA hätte das sicher lesbarer dargestellt. Eine derart brilliante Analyse mit formalen Aspekten achselzuckend abzutun, dazu gehört eine Ignoranz, die man von einem Akademiker nicht erwartet hätte. Übrigens, die Nennung eines akademischen Grades unterhalb des Doktors ist peinlich.
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Georgios Chatzoudis | 15.08.2017 | 2805 Aufrufe | 3 | Interviews

"Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse"

Interview mit Hans-Joachim Maaz über das Phänomen der Normopathie

Irene Keidel-Aparcev | 15.07.2018 | 00:25 Uhr
@L.S.I.A.
"Und haben wir tatsächlich keine Aussicht auf Heilung?"

Ich glaube schon. Indem wir lernen, uns selbst zu glauben.
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Georgios Chatzoudis | 15.08.2017 | 2805 Aufrufe | 3 | Interviews

"Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse"

Interview mit Hans-Joachim Maaz über das Phänomen der Normopathie

Irene Keidel-Aparcev | 15.07.2018 | 00:15 Uhr
Das Buch " Das falsche Leben" von H.J. Maas ist keine Offenbarung und wird von Arno Gruen in " Der Wahnsinn der Normalität sehr viel differenzierter behandelt.
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Georgios Chatzoudis | 19.01.2016 | 21287 Aufrufe | 8 | Interviews

Alawiten, Aleviten oder Nusairier?

Interview mit Necati Alkan über Begriffsverwirrungen im Umfeld des Syrien-Krieges

Erkus Bündlin | 10.07.2018 | 10:38 Uhr
Herr Dr. Necati Alkan indoktriniert in diesem Artikel den Leser mit dem Gift der Moslembrüder. Durch geschicktes weglassen wichtiger historischer Fakten und Verläufe wird ein verzerrtes Bild der Situation in Syrien inszeniert. Die Glaubensgrundlage der Aliiten ist die Herzensarbeit (Liebe, Demut, Solidarität = Heilige Gral), um die tierischen Instinkte (Neid, Gier, Hass) auf dem Weg zur Menschwerdung (humility) zu überwinden. Die Umayyaden haben alle ursprünglichen Korane Alis vernichtet, auf deren Besitz steht bis heute die Todesstrafe. Assad ist demokratisch gewählt worden und ist sehr wohl als Staatenlenker ausgebildet und befähigt. Das gefällt den politischen Islamisten sunnitischer Prägung selbstredend nicht (wollen wir Syrien wie Libyen und Irak ins Chaos stoßen).

Deutschland knüpft mit der Unterstützung dieser Demagogen an die Tradition des Herrn Max von Oppenheim (El Dschihad), der Reichswehr in Zossen/Wühnsdorf und der 5. Moschee in München (Johnson) an. Es wäre doch mal schön, wenn sich die Gerda Henkel Stiftung mit dieser Historie und der Rolle des Auswärtigen Amtes mit ihrer neuen Kulturbringerin Michelle Müntefering beschäftigt. Auch in Europa wurden der Balkan und die Ukraine von Ustasha, UCK und OUN "befreit" (mit dem Beiwerk der tanzenden Studenten).

Der Marshallplan MIT Afrika wartet schon, das Kapital frisst sich durch.