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Orient trifft Okzident in der Plakatkunst des 20. Jahrhunderts

EPISODE 1 | Leben mit dem Stereotyp

Stereotypen bezeichnen Verallgemeinerungen für menschliche Gruppen, die ein positives oder negatives Werturteil bedeuten, so Prof. Hans Henning Hahn. Der emeritierte Professor gründete in den 1990er Jahren eine Arbeitsstelle für Stereotypenforschung an der Universität Oldenburg. Die Kunsthistorikerin Dr. Rima Chahine ist eine der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieser Arbeitsstelle. In ihrem Forschungsprojekt untersucht sie die Plakatkunst in Orient und Okzident in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das Augenmerk liegt dabei auf Werbeplakaten. Welche Stereotypen lassen sich in den Plakaten ausmachen? Welche Werturteile stecken in den Stereotypen? Und erfolgte ein Dialog zwischen der Plakatkunst der beiden "Welten"? Im Video gibt sie darauf Antworten. 

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Das Projekt

Das Forschungsprojekt "Orientalismus und Okzidentalismus in den Plakaten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts" widmet sich der Frage nach visuellen Stereotypen sowie der Migration dieser Stereotypen von Ost nach West und von West nach Ost. Dabei wird der Zeitraum von 1945 bis zum September 2001 in den Blick genommen. Fragestellungen des Projektes untersuchen dabei die künstlerischen Verbindungen und Wege von Motiven, Beziehungen der Plakatproduktion und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der Plakate. 

Während die europäischen Werbeplakate bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von orientalischen Motiven Gebrauch machen, tauchten in den arabischen Ländern, vornehmlich in Ägypten, erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsprechende Plakate auf. In diesen finden sich sowohl westliche als auch orientalische Motive wider. Außerdem wurden die Plakate von der Epoche der Moderne geprägt: Kunstformen wie der Expressionismus, Kubismus, Dadaismus, Surrealismus und Konstruktivismus versuchten Sehgewohnheiten zu verändern und wichen von dem Versuch, die Wirklichkeit illusionistisch abzubilden, ab. Das Projekt, das von der Kunsthistorikerin Dr. Rima Chahine geleitet wird, betrachtet diese Geschichte der visuellen Kultur sowie die abgebildeten Stereotypen aus postkolonialer Sicht. 

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