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Orient trifft Okzident in der Plakatkunst des 20. Jahrhunderts

EPISODE 3 | Eine Spurensuche

Der Okzidentalismus ist im arabisch akademischen Bereich noch nicht als Forschungsfeld und Kunstsammlung etabliert, sodass Rima Chahine Probleme hat, entsprechende Literatur ausfindig zu machen. Dennoch setzen sich einige Wissenschaftler mit eben dieser Thematik auseinander. Diese verstehen den Okzidentalismus jedoch vielmehr als eine Gegenbewegung zum Orientalismus und letzteren als Angriff. Chahine sieht diese Entwürdigung durch die Angst vor dem "Anderen" begründet. Ein weiteres Problem ist, dass nicht alle Plakate katalogisiert und digitalisiert sind, sodass Rima Chahine im Museum für Kunst und Gewerbe der Stadt Hamburg auf die Expertise der Mitarbeiter des Museums angewiesen ist. 

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Das Projekt
Das Forschungsprojekt "Orientalismus und Okzidentalismus in den Plakaten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts" widmet sich der Frage nach visuellen Stereotypen sowie der Migration dieser Stereotypen von Ost nach West und von West nach Ost. Dabei wird der Zeitraum von 1945 bis zum September 2001 in den Blick genommen. Fragestellungen des Projektes untersuchen dabei die künstlerischen Verbindungen und Wege von Motiven, Beziehungen der Plakatproduktion und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der Plakate. 

Während die europäischen Werbeplakate bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von orientalischen Motiven Gebrauch machen, tauchten in den arabischen Ländern, vornehmlich in Ägypten, erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsprechende Plakate auf. In diesen finden sich sowohl westliche als auch orientalische Motive wider. Außerdem wurden die Plakate von der Epoche der Moderne geprägt: Kunstformen wie der Expressionismus, Kubismus, Dadaismus, Surrealismus und Konstruktivismus versuchten Sehgewohnheiten zu verändern und wichen von dem Versuch, die Wirklichkeit illusionistisch abzubilden, ab. Das Projekt, das von der Kunsthistorikerin Dr. Rima Chahine geleitet wird, betrachtet diese Geschichte der visuellen Kultur sowie die abgebildeten Stereotypen aus postkolonialer Sicht. 

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