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Georgios Chatzoudis | 11.12.2014 | 594 Aufrufe | Artikel

11 Dez 1914. Freitag. Pabianice.

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Ich bin heute Ordonnanz Offizier vom Dienst; muss also hier bleiben. Der Hauptmann Schäfer vom Generalstab sagt, die Entscheidung müsse hier innerhalb von zwei bis drei Tagen fallen. Der springende Punkt sei, ob wir von Norden bis an die Eisenbahn Warschau-Lodz vorstossen und die Russen davon abdrängen könnten. Gelinge das, dann sei eine Katastrophe für sie eigentlich unausbleiblich, da sie auf der einen Linie Iwangorod-Kielce nicht ihre ganze grosse Armee verproviantieren könnten. Gelinge der Durchstoss aber nicht, dann bleibe uns Nichts übrig, als zurückzugehen, und die Russen hinter uns herzulocken, um so eine Flankierung durch unsere Nordgruppe wieder herzustellen. Hier liegen bleiben und einen Stellungskrieg anzufangen, würde zwecklos sein, da wir den Krieg nicht beliebig in die Länge ziehen könnten; schon deshalb nicht, weil uns auf die Dauer die Rohstoffe für Munition ausgehen würden: Pikrinsäure, Salpeter, Baumwolle. – Abends Wied (der Fürst) der beim II AK. ist, zum Essen.

Russian soldiers crossing river near Ivangorod fortress.

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