Login

Registrieren
merken
Georgios Chatzoudis | 07.11.2014 | 2294 Aufrufe | Interviews

Männer machen Geschichte - Frauen machen Geschichte

Perspektivweitung | Gespräch Dr. Jürgen Luh mit Univ.Doz. Dr. Katrin Keller

Von dem Historiker Heinrich von Treitschke stammt das bekannte Zitat "Männer machen Geschichte", womit er die Wertvorstellungen im 19. Jahrhundert widerspiegelt. Im Gespräch mit Dr. Jürgen Luh von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg erläutert Univ.Doz. Dr. Katrin Keller vom Institut für österreichische Geschichtsforschung, welche Rolle den Frauen in der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts zugeschrieben wurde. Meyers Konversations-Lexikon von 1894 hat das Geschlechterverhältnis beispielsweise so definiert: "Dem Manne der Staat, der Frau die Familie!"

Videoreihe "Perspektivweitung"
Google Maps

Tagung "PERSPEKTIVWEITUNG. Frauen und Männer machen Geschichte"

Das Bild der Hohenzollern und ihre Wirkungsgeschichte sind oftmals noch von den Interpretationen und historischen Konstruktionen des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmt. Die Herrscher des Hauses Hohenzollern wurden damals zu den einzig handelnden, herausragenden und prägenden Persönlichkeiten der deutschen Geschichte stilisiert.  

Für die Staats- und Identitätsbildung Brandenburg-Preußens und dessen kulturelle Entwicklung waren jedoch nicht nur die Kurfürsten und Könige und herausragende Minister bedeutsam. Und keinesfalls verlief der Aufstieg der Hohenzollern so ungebrochen, wie man vielfach noch meint.  

So soll der Blick auf die Zeit der Hohenzollern durch die Betrachtung von Leistung und Wirken der Frauen des Hohenzollernhauses perspektivisch geweitet werden. Anders als es die gewohnte Reihung der Fürstennamen suggeriert, sind es die weiblichen Mitglieder der Dynastie, die ihre reale Verkörperung darstellen. In ihrer Funktion als Mütter sind sie die Garantinnen der Kontinuität. Gleichzeitig sind sie der lebende Ausdruck der Verknüpfung der Dynastie mit anderen Fürstenhäusern und Territorien. Die eingeheirateten Fürstinnen sind sowohl der Grund wichtiger territorialer Erwerbungen durch Erbfolge (z.B. das Herzogtum Preußen), als auch Motor des kulturellen Austausches und der Innovation; ebenso hatten sie Einfluss auf politische Bestrebungen und Vorgänge. Wie wurden die Hohenzollernfrauen in Wissenschaft und Forschung bislang betrachtet? Welche Rollen übernahmen und „spielten“ sie? Wie beeinflussten sie Politik, Wirtschaft und Kultur des Hohenzollernstaates? Diese und andere Fragen sollen im Rahmen der Konferenz erörtert und beantwortet werden. 

Kommentar erstellen

EY9EG7