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Alex Natan - Der schnellste Jude Deutschlands

München - Sportfunktionäre und Olympia '72 | Episode 3

Was heute bereits von historischem Wert ist, hatte Mitte der 1960er Jahre futuristischen Charakter: die Architektur und die Ausstrahlung des Olympiaparks in München. Als der damalige Münchener Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel 1965 die Bewerbung der Stadt um die Austragung der Olympischen Spiele von 1972 bekannt gab, brauchte man prominente Fürsprecher. Alex Natan, damals längst renommierter Sport-Journalist, spielte dabei eine bedeutende Rolle. Eingeladen zu einem Besuch nach München, umgarnte ihn Hans-Jochen Vogel mit vielen Annehmlichkeiten. Offenbar mit Erfolg, denn 1966 entschied sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Rom für München. Der Historiker Prof. Dr. Kay Schiller zeichnet die Bedeutung des Olympiaparks München für die damaligen Zeitgenossen nach und wirft dabei auch einen Blick auf die entstehende Debatte über Amateur- und Profisport, zu der Alex Natan eine dezidierte Position hatte.

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Das Projekt
Die wissenschaftliche Biographie des jüdisch-deutschen Sprinters und Sportautors Alex Natan, die von dem Historiker Prof. Dr. Kay Schiller verfasst wird, hat eine eine doppelte Zielsetzung: zum einen, Natan ins Bewusstsein einer an Zusammenhängen von Sport und deutscher und britischer Zeitgeschichte interessierten wissenschaftlichen Öffentlichkeit zurückzuholen. Zum anderen sollen die Sport- und Körpergeschichte vorangetrieben und anhand der Entfaltung der kulturhistorischen Kontexte, in denen sich Natan bewegte, zentrale begriffliche Gegensatzpaare der europäischen Zeitgeschichte während des 20. Jahrhunderts diskutiert werden, z.B. Körper – Technik, Antiquiertheit – Modernität, Demokratie – Diktatur. Auf diese Weise kann man einerseits Natans facettenreiche Lebensgeschichte als zivilbürgerlicher Individualist und existenzieller Außenseiter, als deutscher, heimatloser Jude, homosexueller Athlet und Journalist und intellektueller Sportler erfassen. Andererseits lassen sich anhand seiner Figur auch eine Reihe für die weitere Kultur-, Sport-, und Körpergeschichte von der Weimarer Republik bis in die frühe Bundesrepublik bedeutende Fragestellungen erörtern.

Projektleitung

Prof. Dr. Kay Schiller

Ort

Durham

Redaktion
Peter Prestel

Kamera
Klaus Hernitschek

Schnitt
Klaus Hernitschek

Gesamtkonzeption
Gisela Graichen und Peter Prestel

Alle Episoden
Berlin - Jugend
Episode 1
26.02.2020
London - Emigration
Episode 2
04.03.2020
München - Sportfunktionäre und Olympia '72
Episode 3
11.03.2020
Das Generalinterview mit Prof. Dr. Kay Schiller
Episode 4
18.03.2020

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