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Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Speer | 02.09.2017 | 354 Aufrufe | Ankündigungen

Glaubensbekenntnisse: „Belief/Believe“

Ankündigung zum [sic!] Summer Institute Cologne 2017 von Christina Vollmert

Jedes Jahr im Sommer veranstaltet [sic!], das Summer Institute Cologne, eine Summer School auf Schloss Wahn in Köln-Porz. Die Seminare und Workshops verstehen sich als Plattform für interdisziplinäre Diskussionen zwischen internationalen Absolventinnen und Absolventen der Geschichts- und Kulturwissenschaften. [sic!] findet das nächste Mal vom 29. August bis 9. September 2017 zum Thema „[belief/believe]“ statt und wird gefördert mit Mitteln der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne.

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Bereits zum fünften Mal findet in diesem Jahr das [sic!] Summer Institute Cologne statt. Gegründet wurde die internationale Sommerschule 2013 von Peter W. Marx – Professor für Theater- und Medienwissenschaft an der Universität zu Köln sowie a.r.t.e.s.-Klassenmentor – und Tracy C. Davis von der Northwestern University in Evanston (USA). Seitdem kommen jeden Sommer Graduate- und Postgraduate-Studierende aus aller Welt und aus unterschiedlichen Fachrichtungen nach Köln, um sich aus interdisziplinärer Perspektive dem jeweiligen Jahresthema zu widmen, zu diskutieren und auszutauschen.

Nach den Themen Imagination (2013), Invisible (2014), Intermingling (2015) und In situ (2016) widmen sich die knapp 50 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in diesem Jahr dem Thema Belief|Believe. Das Begriffspaar bezeichnet nicht nur einen Zustand der Gewissheit, sondern konstatiert ebenso erkenntnistheoretische Fragestellungen in Bezug auf Wissen und sein Zustandekommen. Weitere Implikationen betreffen den Glauben im religiösen Kontext oder auch die feste Überzeugung, etwas als Wahrheit anzuerkennen. Das lateinische Wort credere (glauben, vertrauen) – grundlegend für alle westlichen Konzepte von ‚Glauben’ – unterstreicht diesen breiten Bedeutungshorizont in seiner etymologischen Wurzel: das lateinische cor dare bedeutet so viel wie „das Herz geben/schenken“. Das beinhaltet sowohl das affektive Element als auch die aktive Einwirkung, die dem Begriff Glauben eingeschrieben ist. Es ergibt sich ein weites Spektrum an Konzepten und Ideen – Glaubwürdigkeit, Evidenz, Vertrauen, Zweifel, Magie, Realität, Abstraktion, Künstlichkeit etc. – die in diesem Jahr in den Seminaren diskutiert werden. In zwei intensiven Wochen wird auf Schloss Wahn, Sitz der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln, gemeinsam über allgemeine Forschungsfragen und eigene Projekte im Hinblick auf diese ‚Glaubenskonzepte‘ nachgedacht.

Interdisziplinärer Erfahrungs- und Wissensaustausch

Den Kern von [sic!] bilden die Seminare, die jeweils im Tandem unterrichtet werden – je einer Lehrperson aus Köln und einer aus Evanston. Durch dieses Co-Teaching wird ein facettenreicher intellektueller Austausch aus unterschiedlichen Blickwinkel bereits strukturell garantiert. In diesem Jahr wird sich dem Thema Belief|Believe in den drei Seminaren Sound Media (geleitet von Marcus Erbe und Neil Verma), Theatre Historiography (geleitet von Peter W. Marx und Tracy C. Davis) und Visual Narration (geleitet von Stephan Packard und Patrick Noonan) gewidmet.

Über die Seminare hinaus gibt es ein intensives Rahmenprogramm, das gewährleistet, dass sich im Gespräch untereinander Brücken zwischen den Forschungsgebieten ergeben. Während die Seminare sich gezielt auf den Klassen-spezifischen thematischen Austausch fokussieren, setzen die weiteren Programmpunkte bewusst auf diesen interdisziplinären Dialog. Beispielweise in den Poster Presentations – ein Format, bei dem den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Forum geboten wird, die eigene Forschung in einem klar strukturieren Format vorzustellen. Einmal selbst vor der Herausforderung zu stehen, sein Forschungsprojekt auf die wichtigsten Thesen und Fragestellungen in einem sehr kurzen und knappen Text herunterzubrechen – um sie auch für Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den anderen Disziplinen verständlich zu machen – kann durchaus gewinnbringend und fruchtbar sein. Während der gesamten zwei Wochen der Summer School hängen die Poster öffentlich aus, so dass man während der Pausen Zeit hat, sich die Projekte der anderen anzuschauen und/oder sich auf eine Diskussion zum eigenen Thema einzulassen. Das führt zu konstruktiven Gesprächen miteinander, Vernetzung untereinander, und erleichtert, gemeinsame Ziele und Strategien für die eigene Forschung zu finden.

Voneinander und miteinander lernen

Ein weiteres beliebtes und in den letzten Jahren erfolgreich durchgeführtes Format ist das World Café, eine Art interaktiver Diskussionsrunde, bei der möglichst alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Wort kommen sollen. Dabei sitzen alle verteilt an Tischen, die mit beschreibbaren Papiertischdecken ausgestattet sind. Geleitet von den Lehrpersonen, die als ‚Gastgeber’ der Tische fungieren, werden unterschiedliche Fragestellungen in Bezug auf das Jahresthema in aufeinander folgenden Gesprächsrunden diskutiert. Wichtige Erkenntnisse, Ideen oder Thesen werden dabei direkt auf den Tisch geschrieben.

Zum traditionellen Rahmenprogramm von [sic!] gehören zudem Exkursionen in Köln und Umgebung, die mit dem jeweiligen Jahresthema in Verbindung stehen. Im Rahmen des letztjährigen Themas In Situ stellte sich die Theatre-Historiography-Klasse beispielsweise die Frage: „How do we perform space?“ Um das heraus zu finden, wurde der Drachenfelsen erklommen, eine Schifffahrt bis zur Loreley unternommen und eine intensive Analyse des Niederwalddenkmals direkt vor Ort durchgeführt. Die Urbanism-Klasse machte währenddessen einen B-Boying/B-Girling-Workshop und die Queer-Becomings-Klasse baute selbstständig Roboter im Fraunhofer-Institutszentrum auf Schloss Birlinghoven. In diesem Jahr wird der Weg der gesamtem [sic!]-Kollegiums zur Documenta in Kassel führen.

Weitere Ergänzung, in denen die sonst auf Seminare aufgeteilten Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammenkommen und sich austauschen können, findet das Programm in Veranstaltungen wie der Trash-Movie-Night, dem Kegel-Abend und natürlich dem Brauhaus-Abend. Höhepunkt dabei ist aber das abschließende BBQ im Hof von Schloss Wahn, das traditionell von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Northwestern University ausgerichtet wird. Netzwerken kommt hier definitiv nicht zu kurz – in entspannter, lockerer Atmosphäre kann man sich so leichter kennenlernen und austauschen. Zudem lernt man neue Perspektiven kennen, da sehr viele Leute mit unterschiedlichen Themen und Arbeitsweisen zusammenkommen.

Public Programme

Das interne Summer School-Programm wird ergänzt durch öffentliche Vorträge der Dozentinnen und Dozenten, Alumni-Talks mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den vergangenen Jahren und weiteren Programmpunkten. Zur Eröffnungsfeier am 30. August wird Neil Verma, Professor für Sound Studies an der Northwestern University, in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung einen Vortrag über "How to listen to ‘The War of the Worlds’" halten. Am 1. September findet das Konzert "Surreal Sounds. A Concert of Electroacoustic Music" im Musiksaal im Hauptgebäude der Universität zu Köln statt. Und am 5. September wird [sic!]-Alumna T. Sofie Taubert in ihrem Vortrag "Public Dis/Play: Curating an exhibition on theatre and play" über Ihre Arbeit für die Ausstellung “Im Spielrausch. Von Königinnen, Pixelmonstern und Drachentötern” berichten. Anschließend lädt sie zu einer Führung durch die von ihr mit-kuratierten Ausstellung ins Museum für Angewandte Kunst Köln ein. Alle Interessierten sind sehr herzlich dazu eingeladen, die öffentlichen Veranstaltungen von [sic!] 2017 zu besuchen!

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