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Prof. Dr. Mihran Dabag | 05.06.2017 | 1380 Aufrufe | Vorträge

Genderkonstruktionen und Gewalt gegen Frauen im Salafismus und Jihadismus

Vortrag von Prof. Dr. Susanne Schröter (Frankfurt) im Rahmen der Ringvorlesung "Politische Gewalt im 21. Jahrhundert"

Salafismus und Jihadismus streben die Etablierung einer gesellschaftlichen Ordnung an, die sich in jeder Hinsicht an einem rekonstruierten Ideal der medinensischen Gesellschaft des 7. Jh. orientiert. Das betrifft auch die Genderbeziehungen, die auf den Prinzipien einer allumfassenden Geschlechtertrennung, der Verbannung von Frauen aus dem öffentlichen Raum und ihrer Unterwerfung unter männliche Dominanz basieren. Im Jihadismus wird zusätzlich zwischen Musliminnen und Nichtmusliminnen unterschieden. Während ersten, sofern sie sich den Regeln der Scharia unterwerfen und ihrem Ehemann gegenüber gehorsam sind, ein festumrissener Status zugesagt wird, der bei einigen Salafistinnen durchaus auf Zustimmung trifft, sind Nichtmusliminnen rechtlos und männlicher Gewalt ohne jeden Schutz ausgeliefert. Empirische Beispiele aus Syrien, dem Irak oder Nigeria zeigen, dass sie entführt, versklavt, vergewaltigt und verkauft werden. Der Vortrag illustriert die Rechtfertigung dieser Genderverhältnisse und der inhärenten Gewalt gegen Frauen auf der Grundlage von Schriften salafistischer und jihadistischer Autor/innen und Internetblogs.

Videoreihe "Ringvorlesung "Politische Gewalt im 21. Jahrhundert""
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