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Dossier: 1914-2014 - Hundert Jahre Erster Weltkrieg

angelegt am 20.12.2013 von Georgios Chatzoudis

Pünktlich zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs hat in Deutschland eine neue Diskussion über Ursachen und Gründe der Ereignisse von 1914 bis 1918 eingesetzt, wie es sie seit der Fischer-Kontrovers vor nun fast 50 Jahren nicht mehr gegeben hat. Auslöser ist das neue Buch des australischen Historikers Prof. Dr. Christoph Clark von der University of Cambridge "Die Schlafwandler", das zu einer Neuinterpretation vor allem der Kriegsschuldfrage eingeladen hat. Im Verlauf des Jahres 2013 sind darüber hinaus zum Ersten Weltkrieg zahlreiche weitere Bücher erschienen, viele Ausstellungen eröffnet und mehrere Vortragsreihen organisiert worden. In diesem Dossier sammeln wir Beiträge zum Ersten Weltkrieg, verbunden mit dem Anspruch, die unterschiedlichen Formen der aktuellen Auseinandersetzungen abzubilden.

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Georgios Chatzoudis | 28.01.2014 | 5699 Aufrufe | Diskussionen

Europa1914. Schlafwandler oder Brandstifter?

History@Debate | Der Webtalk der Gerda Henkel Stiftung und der Körber-Stiftung

Am 24. Januar diskutierten die Historiker Gerd Krumeich und Sönke Neitzel sowie der Politikwissenschaftler Herfried Münkler über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Wer trug dafür die…

Europa1914. Schlafwandler oder Brandstifter?
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Georgios Chatzoudis | 24.01.2014 | 2727 Aufrufe | Artikel

History@Debate: Europa1914. Schlafwandler oder Brandstifter?

Erste Eindrücke von der heutigen Live-Debatte | Video am Dienstag

Heute haben in Berlin Gerd Krumeich, Sönke Neitzel und Herfried Münkler über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs diskutiert. Wir haben die Diskussion hier bei L.I.S.A. live übertragen. Hier nun…

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Georgios Chatzoudis | 20.01.2014 | 19648 Aufrufe | Diskussionen

Der inszenierte Hitler

History@Debate | Der Webtalk der Gerda Henkel Stiftung und der Körber-Stiftung

Als Auftakt unseres neuen Formats History@Debate haben am 14. Januar im Hamburger KörberForum der Historiker Prof. Dr. Thomas Weber und der Filmemacher Niki Stein über Adolf Hitler im Ersten…

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Georgios Chatzoudis | 06.01.2014 | 4353 Aufrufe | Vorträge

Aribert Reimann | Zwischen Epoche und Kontinuität. Der Erste Weltkrieg in globalhistorischer Perspektive

Kölner Vorträge im Wintersemester 2013/14 | Der Erste Weltkrieg

In der Vortragsreihe des historischen Instituts der Universität Köln entwirft Dr. Aribert Reimann, ERC Principal Investigator am Cologne Centre for Area Studies, ein umfassendes Bild des Ersten…

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Georgios Chatzoudis | 17.12.2013 | 4106 Aufrufe | Interviews

"Balsam auf die Seele selbstbewusster gewordener Bildungsbürger"

Interview mit Stig Förster zum Ersten Weltkrieg

Die Debatte um eine Neuinterpretation des Ersten Weltkriegs ist in vollem Gange. Auch wir setzen sie in unserer Interviewreihe fort. Nachdem wir bereits mit Prof. Dr. Gerd Krumeich, Prof. Dr. Holm…

"Balsam auf die Seele selbstbewusster gewordener Bildungsbürger"

Prof. Dr. Stig Förster, Professur für Neueste Geschichte an der Universität Bern

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Georgios Chatzoudis | 10.12.2013 | 7696 Aufrufe | Interviews

"A battle between those who saw the war as a noble crusade, and those who saw it as self-destructive madness"

Interview with Adam Hochschild on the First World War

In these days a great plenty of monographs is published by different authors dealing with the "Great War" - in Germany usually known as the "First World War". Out of these books the new study of…

"A battle between those who saw the war as a noble crusade, and those who saw it as self-destructive madness"
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Georgios Chatzoudis | 09.12.2013 | 2602 Aufrufe | Vorträge

Werner Plumpe | Die Logik des modernen Krieges und der Kapitalismus. Überlegungen zum Ersten Weltkrieg

Kölner Vorträge im Wintersemester 2013/14 | Der Erste Weltkrieg

Im Frühjahr 1915 veröffentlichten die fünf großen deutschen Wirtschaftsverbände eine Denkschrift, in der sie ihre Kriegsziele formulierten, die der Historiker Wolfgang J. Mommsen als ein Programm…

Werner Plumpe | Die Logik des modernen Krieges und der Kapitalismus. Überlegungen zum Ersten Weltkrieg
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Georgios Chatzoudis | 03.12.2013 | 5286 Aufrufe | Interviews

"Wie konnte der Prinz Max von Baden zu so einer tragischen Größe werden?"

Interview mit Lothar Machtan über Prinz Max von Baden

Er war der letzte Kanzler des Deutschen Kaiserreichs: Prinz Max von Baden. Und obwohl er damit eine besonders prominente Rolle in der deutschen Geschichte einnimmt - an der Nahtstelle zwischen…

"Wie konnte der Prinz Max von Baden zu so einer tragischen Größe werden?"

Prof. Dr. Lothar Machtan, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bremen

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Can Tunc | 02.12.2013 | 3200 Aufrufe | 1 | Vorträge

Das osmanische Sarajevo: Multikulturalität zwischen Toleranz und Unduldsamkeit

Vortrag von Prof. Dr. Holm Sundhaussen

Über Jahrhunderte hinweg war Sarajevo eine multikulturelle Stadt. Durch das Attentat von 1914 und die Belagerung der Stadt 1992-1994 ist ihre Multikulturalität in der internationalen…

Das osmanische Sarajevo: Multikulturalität zwischen Toleranz und Unduldsamkeit
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Georgios Chatzoudis | 26.11.2013 | 8992 Aufrufe | Interviews

Serbien und die Serben in Clarks "Schlafwandler"

Interview mit Holm Sundhaussen zur Wahrnehmung Serbiens in "Die Schlafwandler"

Das Attentat von Sarajevo 1914 auf den habsburgischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie hat der bosnische Serbe Gavrilo Princip begangen. Der Mord gilt als der…

Serbien und die Serben in Clarks "Schlafwandler"

Prof. Dr. Holm Sundhaussen, Professor für Südosteuropäische Geschichte

Kommentar

von Hans Günter Thorwarth | 24.12.2013 | 14:06 Uhr
Friedliche Weihnachten!

Es scheint wirklich so zu sein, dass Clarks „Schlafwandler“ ein Feuer entzündet hat, hauptsächlich bei der Diskussion um die Frage, wer die „Schuld“ am Ersten Weltkrieg trug. Wer sich aber in den letzten Jahren über die geschichtlichen Zusammenhänge anhand der bereits zahlreich vorhandenen Geschichts-Literatur informiert hatte und gleichzeitig seinen eigenen Verstand einsetzte, ahnte schon, dass es nicht Deutschland allein sein konnte, das die Hauptschuld am Krieg zu verantworten hatte.

Ich freue mich und ich danke der LISA-Redaktion dafür, dass sie sich dem Thema so ausführlich und differenziert angenommen hat. Hochrangige Beiträge und Interviews auf höchstem Niveau informieren sowohl den Wissenschaftler als auch den interessierten Laien. Ich finde das Dossier „1914-2014“ einen wichtigen und rechtzeitigen Beitrag zur Diskussion und Bildung zum Thema, dass nächstes Jahr seinen „100. Jahrestag feiert“.

Doch bei aller theoretisch-wissenschaftlicher Betrachtung möchte ich eine bescheidene, persönliche Anregung geben: Jeder der sich mit dem Ersten Weltkrieg befasst, sollte nicht versäumen, die ehemaligen Schlachtfelder und Friedhöfe im Westen Europas zu besuchen. Ob in Verdun oder an der Somme, ob in der Champagne oder am „Chemin des Dames“, inmitten der endlosen Gräberreihen der Gefallenen tritt die Frage der „Schuld“ in den Hintergrund. Wenn man die Enge der Festungsanlagen von Douaumont und Vaux betritt und sich mit den Schicksalen der Soldaten beschäftigt, scheint die „große Politik“ nicht mehr wichtig zu sein.

1914 wurde die Kathedrale von Reims durch tagelanges, deutsches Artilleriefeuer stark zerstört, ganze Dörfer an der Front in Frankreich sind während des Krieges völlig verschwunden. Allein beim Kampf um den „Hartmannsweilerkopf“ in den Vogesen fielen über 30.000 Soldaten zwischen 1914 bis 1918. Die Bevölkerung im Elsass hatte man nie gefragt, ob sie „deutsch“ oder „französisch“ sein wollten. Mehrmals musste sie ihre Nationalität wechseln. Ihre Heimat wurde zum Spielball und Zankapfel von Politik und Militär.

Letzte Woche besuchten wir die weihnachtlich und festlich geschmückten Städte, „grenzenlos“ beiderseits des Oberrheins. Unterwegs fielen uns öfters Schulklassen auf, die mit ihren Lehrern die jeweiligen Nachbarländer besuchten. Fröhliche, unbeschwerte französische und deutsche Kinder voller Lebensfreude, in Freiburg und in Straßburg. Wenn wir an die kriegerische, europäische Geschichte zurück denken, erscheint es wie ein Wunder!

Der LISA-Redaktion und allen Leserinnen und Lesern eine friedliches Weihnachtsfest und für 2014 viel Glück, Gesundheit und Erfolg!

Hans Günter Thorwarth

Kommentar

von Dr Susanne Willers | 30.01.2014 | 17:04 Uhr
Mit "social bias" wird in der modernen Anthropologie die "ultrasoziale" (Richerson & Boyd 1998) Grundvoreinstellung des modernen Menschen (H. sapiens sapiens) bezeichnet, genauer: dessen extreme soziale Intelligenz und deren Folgeerscheinungen (s. Herrmann et al. 2007).

Nur die sozial intelligentesten Tiere sind zu kognitiven Höchstleistungen fähig wie Empathie, Theory of Mind, Liebe, Mobbing, Eifersucht, Neid, Hass, etc.

Kennzeichnend für den social bias sind unhinterfragte Voraussetzungen in Aussagen wie "unser Volk", "wir Juden", "die Deutschen wollen...", "Rothemden vs. Gelbhemden", "FC-Bayern Fans", etc. etc.

Dieser social bias dürfte spätestens mit der Sesshaftwerdung genetisch verankert worden sein (vgl. Blut-und-Boden-Ideologien, Nationalismus, Chauvinismus, Kriege).

Auch das heutige (2014) mediale Jubelgeschrei (!) anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums (!) des Ausbruchs des 1. Weltkrieges dürfte ein Anzeichen für einen zunehmenden "deutschen" bzw. "gesamteuropäischen" social bias sein.


Literatur

HERRMANN, Esther et al. (2007): Humans Have Evolved Specialized Skills of Social Cognition: The Cultural Intelligence Hypothesis. Science 317 : 1360-6

RICHERSON, PJ, BOYD, R. (1998): The evolution of human ultrasociality. In: Ethnic conflict and indoctrination (edited by I. Eibl-Eibesfeldt & F.K. Salter), pp. 71-95, Oxford.

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