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Georgios Chatzoudis | 27.10.2017 | 4840 Aufrufe | 31 | Vorträge |
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Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Vortrag von Karl Heinz Roth im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Die Reparationsfrage ist ein besonders umstrittenes Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Massakeropfer und die Ausplünderungen seiner Volkswirtschaft einfordert.

Dr. Karl Heinz Roth untersucht Kontexte, strategische Optionen und Taktiken des Vorgehens der deutschen Machtelite, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De Facto-Friedensvertrag von 1990 ("Zwei-plus-Vier-Vertrag") kulminierte. Die Reparationsfrage bildet die materielle Grundlage unserer gesamten Erinnerungskulur. Sie sollte deshalb, so Roth, im Rahmen eines Zusatzabkommens zum "Zwei-plus-Vier-Vertrag" abschließend geregelt werden. 

Auswahl der Videokapitel

00:11 Begrüßung und Einführung Dr. Werner Jung
02:36 Vortrag Dr. Karl Heinz Roth

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Diskussion mit dem Publikum

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine interessante Diskussion mit Dr. Karl Heinz Roth, der auf die vielen Fragen aus dem Publikum eingeht. Moderiert wird die Diskussion von Dr. Werner Jung, Leiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.

Auswahl der Videokapitel

00:56 Wie sieht die Rezeption Ihrer Studien in Griechenland aus?
02:23 Haben die anderen Besatzungsmächte - Italien und Bulgarien - an Griechenland Reparationen geleistet?
05:45 Wie können die Reparationsforderungen unterstützt werden?
11:41 Warum hat Italien Reparationen geleistet? Was waren die Gründe?
16:58 Ist die jüdische Gemeinde von Thessaloniki entschädigt worden und welche Bedeutung hatte der griechische Bürgerkrieg für die Reparationsauseinandersetzungen?
23:33 Wie agrarisch bzw. industriell war Griechendland tatsächlich am Vorabend des Zweiten Weltkriegs?
27:10 Wie kann mehr Bewegung in die Reparationsdebatte kommen? Sind kommunale Initiativen, beispielsweise im Rahmen von Städtepartnerschaften, denkbar?
33:51 Wer verbirgt sich hinter der Ministerialbürokratie des Bundesfinanzministeriums, die die Reparationsforderungen abwehrte?
40:13 Warum bremst die Ministerialbürokratie die Reparationsansprüche? Ist die Verquickung der Reparationsfrage mit der aktuellen Schuldenkrise Griechenlands hilfreich? Wie steht es um polnischen Entschädigungsforderungen?
48:47 Was meinen Sie mit der These von der "Schuldprojektion" der Deutschen gegenüber Griechenland?
51:15 Wie steht es um Entschädigungsforderungen gegen die Deutsche Bahn?
58:13 Hat Griechenland in den 1950er Jahr auf Reparationserlass verzichtet? Warum hat die Regierung Tsipras die Reparationsfrage nicht ins Parlament gebracht?
64:15 Sind aktuelle Reparationsforderungen in Polen realistisch und wie beurteilen Sie die Berichterstattung darüber in deutschen Medien?

Kommentar

von Simon | 04.12.2017 | 09:32 Uhr
Ausgezeichneter Vortrag.
Merci

Kommentar

von Paul Petersen | 17.12.2017 | 12:29 Uhr
Das Problem ist, dass sie aus dem Thema Präzedenzfall nicht herauskommen, wenn sie einmal nachgeben. Ein ganze New Yorker Anwaltsindustrie wartet schon darauf, Deutschland in den Ruin zu klagen.

Herr Roth ist zwar symphatisch, sieht aber nur die moralische Seite, nicht die Konsequenzen für sie heute Lebenden. Der Weg via Europa Griechenland indirekt zu entschädigen ist der einzige Gangbare. Formal hat Griechenland mit der "wohlwollenden Kentnissnahme" des 2+4 Vertrages konkludent auf Reparationen verzichtet! Spätenstens 1 Jahr später hätten sie bei der Unterzeichnung der KSZE Akte Ansprüche anmelden müssen. Dies ist nicht geschehen.

Am Ende ist es auch egal. Ich will keine Welt der Erbschuld!

Namibia (Herero) und Polen zeigen, dass Verträge ignoriert werden, wenn das Geld lockt. Leider ist es so. Ich erwarte von einer Regierung, dass sie im Wohle des deutschen Volkes solche Forderungen ablehnt, aber großzügig den HEUTE lebenden hilft!

Kommentar

von Herbert von Luck | 18.12.2017 | 07:43 Uhr
Guten Morgen,

Wie sehr sich die schon von der Realität abgekoppelt haben zeigt sich an der schon grotesken Forderung das heutige Deutschland solle 1,2 BILLIONEN zahlen.

Vollends abstrus wird es dann, wenn Roth sagt, dies wäre eine Frage von Krieg und Frieden. Nein, Herr Roth - eine solche Summe würde den Krieg bedeuten! Dazu wäre es ein wirtschaftlicher Selbstmord Europas. Man sägt den Ast nicht ab auf dem man sitzt.

Erschreckend ist die Unfähigkeit, zu erkennen, welche Folgen solch ein Reparationskurs hätte.

Was aber das Schlimmste ist: es ist nicht möglich, den 2. Weltkrieg "wiedergutzumachen", wer will schon eine Summe für Tote festlegen. daher kann jeder Vetrag (wie z.B. der von 1953 bezgl. Polen diskutiert werden), aber in der Realität gibt es eine Verantwortung für 80 Millionen Deutsche. Was Sie, Herr Roth, vorhaben, ist die gewaltigste Kollektivschuldstrafe, die die Welt je gesehen hat. Sie wollen nachfolgende Generationen, die auch finanziell so viel für Europa getan haben, in eine Schuldknechtschaft treiben. Nein, Herr Roth, man kann nur hoffen, dass die von ihnen so verachtete Ministerialbürokratie niemals Leuten wie Ihnen nachgibt.

Europa - das ist ein Versprechen, den 2. Weltkrieg solidarisch hinter uns zu lassen. Ich will auch nicht die ostgebiete zurück! Sie wollen zurück in den 2. Weltkrieg - warum?, das ist die große Frage!

Kommentar

von Hasso Stürtz | 20.12.2017 | 06:12 Uhr
Eine solche Konferenz, wie Roth sie fordert, wäre das Ende Europas, ein zweites Versailles. Was treibt ihn also? Warum ignoriert er, dass z.B. Griechenland allein von Deutschland über die EU-Hilfen 80 Milliarden erhalten hat? Warum ignorierte er, dass wir nicht im Jahr 1946 sind und die Tätergeneration bereits unter der Erde liegt?

Nun, es ist wohl der alte linksliberale Traum der totalen Gerechtigkeit, der regelmäßig in der Katastrophe endet. Die Geschichte der Welt geht immer weiter und es wird immer Kriege geben. Herr Roth, so ist der Mensch nun einmal! Es ist ein zutiefst deutsches Konzept neue Generationen in Sippenhaft für vergangene Generationen zu nehmen und ein sicheres Rezept, neue Kriege auszulösen.

Es isr richtig – die Vertragswerke der letzten Jahrzehnte sind schwierig, ja unbefriedigend, aber sie haben eine Situation geschaffen, auf dem ein blühendes Europa wachsen konnte. Wer die Axt an diese Befriedung legt, kann es nicht wohl meinen mit Europa.

Frei nach Brecht: „Wenn Sie mit dieser Menschheit nicht zufrieden ist, sollten sich eine andere suchen.“ Aber bitte hören Sie auf, ein zweites Versailles zu fordern, das die Saat des Krieges über ein doch insgesamt gelungenes Europa bringen würde.

Kommentar

von Agniezka | 21.12.2017 | 12:35 Uhr
I was in a youth seminar with German and other Europeans and it was just great! The youth of Europe should stop fighting the old battles and stop counting you did that and you did that. We Poles suffered from Stalin, but I do not want Russia young people to pay anything for their parents.

Lets celebrate youth, lets work together to build this house of solidarity and joy! OI love studying in Berlin and let us build something new.

It is always bad to live in the ruins of the past!

BTW: what you call Ostgebits is Poland today. We will not give that back to you :-) But you can also visit us there :-) ;-) Happy xMas all of you!

Kommentar

von Peter Dickmann | 21.12.2017 | 19:19 Uhr
No worries Agniezka, guys like this Dr. Roth are people we call "Ewiggestrige", people who live in their mind in the past. The are a dying species, dinosaurs.

No one in Germany want the old territories back besides some right wing people. Also no one wants to start a fight over old invoices anymore. You are right - let us build the new Europe - no more "Aufrechnung". Poland keeps the territories and that is it.

These people want reparations despite there are contracts for a long time, but I think they really want trouble. Trouble is always good for the opponents of a united Europe. Let us not give them any attention as this gives strength to the AFD in Germany.

Kommentar

von Anasis | 25.12.2017 | 13:58 Uhr
Interessante Diskussion - der Hauptpunkt wird aber verfehlt und der heißt Aneignung.

Was masst sich ein Nachfahre der Täter an jetzt auch noch den Rächer für die Opfer zu spielen? Unverschämt!

Woher weiß der Vorträger, was die Griechen wollen? Ich kenne einen Griechen der sagt: Wir wollen gar keine Reparationen, wir wollen aber das Druckmittel behalten. EU Beitritt, € Beitritt, Hilfspakete, ein Schelm, der denkt das wäre alles ohne sanfte Hinweise auf den 2. WK gekommen. Das ist viel wertvoller, als die (realistisch) 20 oder 30 Milliarden, die wir bekommen würden.

Aber Herr Roth weiß es ja besser als die "pennenden" Griechen. Was für eine Arroganz in der Tradition deutscher Täter!

Kommentar

von Ludger | 28.12.2017 | 13:24 Uhr
Es ist nicht angebracht, Herrn Roth die Redlichkeit abzusprechen.

Gleichwohl sitzt er einem fatalen Irrtum auf - 70 Jahre nach einem Krieg zurück zu dem Zustand von Reparationen? Das wäre in der Tat der sichere Weg Europa zu zerstören.

Nein, die Lösung hießt Europa und eine Vertiefung der EU. Hier fehlt ihm eindeutig der Blick fürs Ganze und er betreibt am Ende das Spiel der links- und rechtsradikalen Europahasser.

Schlussendlich halte ich es auch ein wenig unangemessen, wenn ein älterer Herr über Billionenfordeungen schwadroniert, die am Ende nicht er, sondern die junge Generation aufbringen müsste. Da hat schon einen bitteren Beigeschmack, dass er sich auf Kosten anderer profilieren will.

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von Peer M. | 02.02.2018 | 10:38 Uhr
@Anasis: Was masst sich ein Nachfahre der Täter an jetzt auch noch den Rächer für die Opfer zu spielen? Unverschämt!


Herr Roth gehört eine hochpriveligierten Klasse von ca. 11% der Bevölkerung an, die die Rosa-Luxemburg-Stiftung als "progressiv-elitäres" Milieu klassifiziert. Kennzeichen dieses Milieus ist ein Abgrenzung zum "normalen" Volk, die einhergeht mit einer Arroganz und Anmassung "besser zu sein", die sie sich nicht vorstellen können. Diese Menschen wissen gar nicht was es heißt, für 1000 € netto schuften. Ich kenne solche Personen - die Filterblase ist so ungeheuerlich, in der diese Leute leben, dass es mich nicht verwundert, dass Hr. Roth sich nicht nur anmasst für "die Griechen" zu reden, sondern auch gleich mal Billionen von Steuergeldern verteilt - natürlich ohne auch nur in Erwägung zu ziehen, was "das Volk", das diese Zeche zahlen würde, davon hält. Leider.

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von Sigurt Waltheim | 04.02.2018 | 18:39 Uhr
http://www.zeit.de/2018/06/die-linken-spd-linke-gruene-krise

Passt zu dem "progressiv-elitären, von den Steuernzahlern hoch abgesicherten Dr. Roths dieser Welt".

Das Problem ist, dass dieses Milieu zutiefst undemokratisch ist, da es sich als Avantgarde versteht, das den Plebs alle Kosten der eigenen Spinnereien aufbürden kann. Wenn man sich dann nur die richtige "Konvention" strickt, auf das man dann sein von 90% des Volkes abgelehntes Ansinnen abstüzen kann, wird es richtig verrückt. Ich mache eine Konvention, auf die ich mich dann berufe - und dann wundere ich mich über den Rechtsruck?

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von Ernst Soldan | 26.03.2018 | 10:08 Uhr
Die Schadenersatzleistung für Kriegsverbrechen ist ein MUSS. Nun braucht das nicht in jahrzehntelanges Schuldenabzahlen zu münden, wie nach dem 1. Weltkrieg, sondern es müssen die Kriegsgewinnler zur Rechenschaft gezogen werden. Das Vermögen der verantwortlichen Konzernchefs und Manager, die sich während und nach dem 2. Weltkrieg und den NS-Massenmorden dick und fett gefressen haben, einschliesslich ihrer gut situierten Nachkommen, ist zu beschlagnahmen und den Opfern bzw. deren Kindern und Enkeln auszuhändigen. Da kommt dann schon einiges zusammen. Und das derer, die nichts dazu gelernt haben, sprich die rassistischen Hetzer aus AfD und NPD, sollten wegen Leugnung dieser Verbrechen ebenfalls wegen Volksverhetzung angezeigt werden und dann ordentlich zahlen.

Kommentar

von Klaus Werner | 29.03.2018 | 14:40 Uhr
Interessante Diskussion, aber wie so oft theoretisch bis ins Mark. Jeder der meint er könne die Büchse der Pandora öffnen irrt. Dr. Roth fordert 1,3 Billionen - ist er wirklich so naiv, dass er glaubt eine Haltelinie definieren zu können? Das ist absurd. Die Anwaltsindustrie der USA wird Deutschland zugrunde richten, wie bei einem Erpresser würden ständig Nachforderungen kommen (siehe Polen heute - Verträge scheinen nichts zu zählen).

Ich stimme den anderen Diskutanten zu - Herr Roths Forderungen würden Krieg bedeuten. Oder kann deutschland dann auch den Oder-Neiße Vetrag als stempeln?

Nein, nur Europa kann die Lösung sein.

Kommentar

von Lia Wenzel | 27.04.2018 | 20:10 Uhr
Hört doch bitte auf damit. Wir wollen das alles nicht - wenn ihr den Krieg zurückwollt und Reparationen und das alles haut doch ab und verschont uns junge Leute mit dem Quatsch.

Wir wollen ein neues Europa und nicht die alten Kamellen aufgewärmt von alten Männern!

Kommentar

von F. Bens | 13.05.2018 | 13:19 Uhr
Ich stimme der Mehrheit hier zu - Reparationen sind keine Lösung. Man sollte solche Stimme nicht fördern. Europa braucht nicht noch solch eine zersetzende Diskussion.

Kommentar

von Jana Herford | 31.07.2018 | 15:33 Uhr
An den vielen Kommentaren hier merkt man, dass Herr Roth mit seinem brillianten Vortrag in ein Wespennest gestochen hat. Man könnte auch sagen: Der Schoß ist fruchtbar noch... Die emotionale Kälte und unverhohlene Aggressivität, mit der hier gegen Roth, der ein bewusst verdrängtes Kapitel deutsch-griechischer Geschichte ans Tageslicht bringt, angestürmt wird, ist nur ein Indiz mehr dafür, dass die Reeducation nach 1945 bei vielen kaum Früchte getragen hat. Sollte einem die Frage kommen, warum das so ist, empfehle ich eine Re-Lektüre des Werkes des Ehepaars Mitscherlich aus den 1960er Jahren: Die Unfähigkeit zu trauern. Vielen Dank Herr Roth für diesen wichtigen Vortrag!

Kommentar

von Helga Bissling | 28.08.2018 | 17:18 Uhr
Ich stimme den meisten hier zu. Reparationen sind Unsinn - Europa ist die Lösung. Übrigens ist den USA Trump exakt aus diesen Gründen gewählt worden, nämlich weil Hillary für die bornierte Wohlfühllinke stand, die auf Kosten aller undemokratisch ihr gutes Gewissen bestätigen wollte. Da steht Herr Roth ganz in dieser Tradition.

Kommentar

von Julia | 01.09.2018 | 21:57 Uhr
Aufschlußreiche Kommentare: da ist Herr Roth Vertreter einer hochpriviligierten Elite ("Peer M."). Selbst wenn - darf er dann keine Meinung haben? Die andere Seite genauso: wer Reparationen ablehnt ist quasi ein Nazi, an dem die Reedukation vorbei gegangen ist ("Jana Herford"). Es ist wirklich bedenklich wie unterkomplex mittlerweile Diskussionen geführt werden. Linkselite oder Nazi, dafür stehen die beiden Kommentare exemplarisch.

Natürlich reicht es beiden ein Label zu vergeben - zur Sache kein Wort. Wofür auch? Da würde ja vielleicht ein Mittelweg herauskomemn, die der ein oder andere hier mit Europa umschreibt. Mir macht Sorgen wie identitär mittlerweile auf beiden Seiten des politischen Spektrums simplifiziert wird.

Kommentar

von O. Ingmar | 10.12.2018 | 11:55 Uhr
Lassen wir mal all den Hypermoralismus weg, ist es doch erstaunlich, dass Herr Roth das Prinzip der Staatenimmunität nicht kennt. Dies heißt vereinfacht, dass ein Staat den anderen nicht verurteilen kann. wenn er dies wüsste, würde er auch wissen, dass diese Prinzip für eine "funktionierende Welt essentiell ist. Beispiel: Griechenlands Gerichte verurteilen Deutschland auf X Milliarden, dann verklagt Deutschland Polen auf Herausgabe der Ostgebiete, Russland klagt wegen den Kriegstoten und Italien wegen der alliierten Luftangriffe etc. Merken Sie etwas? Jeder würde jeden verklagen - Beschlagnahmungen von ausländischen Besitz würde überall stattfinden, die Weltwirtschaft zusammenbrechen.

Schade, dass ein eigentlich honoriger Professor solch einen elementaren Aspekt unberücksichtigt läßt, nur um seinen hypermoralischen Anspruch ohne Fleck auf der Weste zu lassen.

Kommentar

von Flexi | 28.03.2019 | 13:26 Uhr
Jetzt will ja Mexiko von Spanien eine Entschuldigung für die Kolonialzeit.

Es wird immer absurder. Wer hätte gedacht dass wir in einer modernen, fortschrittlichen Welt nochmals diese Kamellen diskutieren müssen, anstatt sich um die wahren Probleme der Welt zu kümmern? Es wird echt Zeit dass die alten Herren wie Dr. Roth abtreten.

Wann sind wir in der Römerzeit?

Kommentar

von Heike | 01.04.2019 | 21:21 Uhr
Ich habe das mal komplett angesehen. 2 Dinge sind sichtbar:

1.) Herr Dr. Roth hat sehr gutes Faktenwissen
2.) So nach der Hälfte dachte ich, dass der Mann einen unglaublichen Groll gegen Deutschland hegt. Das wirkte fast schon persönlich. Als er dann aber noch anfing zu sagen, man solle sich auf Versöhnung einlassen, sondern nur auf die materielle Seite habe ich wirklich nur noch Befremden gespürt.

Also habe ich dann die Vita auf Wikipedia gelesen und da wurde wirklich einiges deutlich. Dr. Roth kommt aus dem linken bzw. linkaußen-Spektrum und scheint sehr persönlich von diesem Staat betroffen zu sein. Das Problem ist aber, dass wir nicht mehr in den 60gern leben und der Kampf wirkt sehr aus der Zeit gefallen. Es fehlt irgendwie jegliche Versöhnlichkeit, die Europa bräuchte.

Trotz interessanter Fakten fand ich dies am Ende, dass es ihm eher um persönliche Revanchen geht als um Gerechtigkeit. Ich wünsche ihm dass er vielleicht auf seine alten Jahre doch noch ein wenig Altermilde bekommt und diese Jahre ohne diesen verbissenen Groll erleben kann. Das kann niemanden gut tun.

Kommentar

von Angelika Hagenbruch | 17.04.2019 | 17:29 Uhr
Brillianter Vortrag!

Die Doppelmoralstandards der Deutschen gehören zu den besonders identitätsstiftenden Merkmalen dieser Nation sowohl im Hinblick auf die nach wie vor offene Reparationsfrage, die Herr Roth hier mit ausgewiesener Expertise unvermissverständlich bestätigt, als auch unter Berücksichtigung der vielen Kommentare hier, die von einer ausgenommenen geistigen Verarmung und menschlichen Verrohung zeugen.

Kommentar

von Flexi | 18.04.2019 | 21:30 Uhr
Zitat Frau Hagenbruch: "... ausgenommenen geistigen Verarmung und menschlichen Verrohung zeugen"

Schade dass eine bisher sehr interessante, wenn auch scharfe Diskussion, dann doch noch in Unflätigkeiten und Sprüchen unterhalb der Gürtellinie umschlagen muss. Aber das scheint heute ja anders nicht mehr zu gehen. Irgendwann kommt halt der/die erste mit Beleidigungen der anderen Kommentatoren.

Kommentar

von Tobias | 29.04.2019 | 11:46 Uhr
Hmmm ... wer soll das denn bezahlen? Und wie soll das gehen? Muss Deutschland dann aus der EU austreten, denn soviel Geld auch noch 20% des EU Haushalts zu bezahlen hat es nicht. Steigt die Steuerlast dann auf 70 oder 80%?

Wird das Asylrecht abgeschafft, denn dann kann DE nicht mehr 200 000 pro Jahr Schutz gewähren.

Ich jedenfalls werde bei 70% Steuern nicht mehr arbeiten. Ich habe nix mit den Verbrechen zu tun gehabt und ich zahl das bestimmt nicht mit.

Kommentar

von Uki | 01.06.2019 | 08:00 Uhr
Brillianter Vortrag ... NOT!

Der Vortrag trieft von linkem Furor gegen Deutschland, Zerstörungswut gegen Europa und einer kaum zu fassenden ökonomischen Unvernunft (das weiß Herr Roth auch zu genau).

Ich bin es so satt dass diesen Europaverächtern von Rechts und Links überall Bühnen eingeräumt werden, egal unter welchem Deckmäntelchen sie die Säge ansetzen.

Kommentar

von Hans Schlütz | 03.06.2019 | 13:59 Uhr
Ich bin sehr froh, auf diesen Vortrag gestoßen zu sein. Herr Dr. Roth macht mit aller gebotenen Sachlichkeit unmissverständlich klar, welchen Schaden Deutsche im Verlauf von WK 2 in besetzten Gebieten angerichtet haben. Als Hörer bleibt einem nur noch über die Chuzpe der Bundesrepublik zu staunen, mit der man schon früh nach 1945 glaubte, Schuld und Schulden getilgt zu haben. mfg

Kommentar

von Hugo | 28.06.2019 | 17:55 Uhr
Aus meiner Sicht ist das Quatsch, was der Mann will.

Das mag rechtlich ja wackelig sein, aber wer daran rührt begeht Harakiri. Die Flasche wurde Deutschland nie mehr zubekommen.

Ausserdem gibt es schon einen Versoehungsfonds. Nach vorne schuen muss die devise lauten und nicht Rechts noch Steilvorlagen geben.

Kommentar

von Frank | 10.07.2019 | 13:28 Uhr
Ich denke Reparationen wären kontraproduktiv. Der Staatssektor in Griechenland ist immer noch bei 20% (EU 10%). Wenn die Griechen 200 Milliarden bekommen würden und diese nicht direkt zur Rückzahlung der 300 Mrd Schulden nutzen müssten, würde das direkt wieder in die Klientelwirtschaft fließen. Resultat wäre:

- nach 3-4 Jahren wären auch die 200 Mrd verkonsumiert
- der Staatssektor wäre bei 60 oder 70%
- Griechenland wäre bei der Wettbewerbsfähigkeit noch hinter Swasiland und müsste erneut um Kredite betteln (die wohl kaum noch einer gewähren würde)

Mein Vorschlag:

- Schuldenschnitt von 30 Mrd gegen Aufgabe aller Forderungen, die das 20. Jahrhundert betreffen (das Geld ist eh weg)
- 10 Mrd in eine neu zu gründende KfW, die griechiche Unternehmen unterstützt
- ein Versöhnungsfonds, der ordentlich (50 Millionen) ausgestattet ist

Das würde Sinn machen, aber sicherlich keine Reparationen.

Grüße aus Hessen
Frank

Kommentar

von Günter Brand | 11.07.2019 | 07:20 Uhr
Wenn nun selbst der wissenschaftliche Dienst des Bundestags und dessen Völkerrechtsexperten die Position der Bundesregierung in Sachen Griechenlandreparationen in Zweifel ziehen und eine Absage nicht für zwingend halten, dürfte Herr Roth mit seiner Position doch nicht so einsam und außerhalb des Diskurses stehen, wie einige hier in den Kommentaren wütend zu Protokoll geben.

Kommentar

von Frank | 12.07.2019 | 07:25 Uhr
Hallo Herr Brand, hier ein interessanter Kommentar des renommierten Historikers Kellerhoff:

https://www.welt.de/geschichte/article196642623/Reparationsforderungen-Linkspartei-deutet-Gutachten-um.html

Meine Meinung: natürlich (was auch sonst?) kann es in einer solch epochalen Frage auch eine andere Auffasung geben. Nicht anderes hat der Dienst gesagt, obwohl er grundsätzlich die Haltung des Bundesreguierung stützt. Sie werden wohl niemals eine juristisch 100%-Bewertung bekommen, die alle anerkennen.

Die entscheidende Frage in diesen Zeiten ist aber eine andere: macht es Sinn die alten Wunden wieder aufzureißen? Würde das Europa nicht vollends zerstören? Ich denke dass 95% der Deutschen keine Reparationen wollen - was wären die Folgen?

Noch wichtiger aber: was hilft Griechenland? Leider drückt sich Herr Roth um solche Fragen. Und zu Polen: die Argumentation ist, dass der Verzicht auf Reparationen von der Sowjetunion erzwungen wurde. Dann stellt sich allerdings die Frage, ob konkludent nicht auch die Abtretung der Ostgebiet von der Sowjetunion erzwungen wurde ... verstehen sie, was für eine Problematik hier entsteht?

Viele Grüße
Frank

Kommentar

von Günter Brand | 12.07.2019 | 16:44 Uhr
Guten Tag, Herr Frank, wer sich Sorgen um den Zusammenhalt oder um die Existenz Europas macht, muss sich gerade als Deutscher der Frage stellen, ob Deutschlands Europapolitik unter der Administration Merkel nicht bestens dazu geeignet ist, dieses Europa zu zerstören. Wer Europa nur als Feld begreift, auf dem die nationalen Interessen höchste Priorität haben, seine Macht rigoros zur Verteidigung der eigenen Interessen einsetzt und letztlich Krieg in Europa mit anderen als mit militärischen Mitteln führt, scheint mir für die europäische Idee eine größere Gefahr zu sein, als ein Land, dass auf Bezahlung der Rechnung besteht.

Kommentar

von Frank | 13.07.2019 | 11:34 Uhr
Hallo Herr Brand, ich habe das ehrlich gesagt noch nie verstanden. Warum profitiert Deutschland als größter Nettozahler eigentlich genau von der EU? Wo führt Deutschland einen Krieg mit anderen Mitteln?

Ich habe ja zu Griechenland in meiner ersten Mail ein paar Vorschläge gemacht. Nehmen wir Italien:

https://de.statista.com/infografik/16785/hoehe-der-hinterzogenen-steuern-in-den-eu-staaten/

Ist das Problem nicht eher das in einigen Ländern nicht nur niedrigere Steuersätze genommen werden, sondern die fälligen Steuern dann auch nicht bezahlt werden? Soll der deutsche Steuerzahler für die Lücken z.B. in Italien aufkommen?

Ich verstehe es wirklich nicht. Vielleicht haben sie ja eine Antwort.

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