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Erdbeben in Ostia?

EPISODE 5 | Das Generalinterview

Dr. Laura Pecchioli hat sich als Architektin auf die antike Bautechnik und Erdbebenforschung spezialisiert. In einem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekt geht sie daher unter anderem den Fragen nach, wie die Römer ihre Gebäude gegen eventuelle Erdbeben abgesichert haben und welche Konsequenzen die Erdbeben für die antiken Städte hatten. Im Generalinterview haben wir die Wissenschaftlerin nach ihrer persönlichen Motivation und den beeindruckenden römischen Baukünsten gefragt: Was kann die moderne Architektur von den römischen Bauherren lernen? Außerdem werden erste Fragen zum Forschungsprojekt beantwortet: Wie einsturzsicher waren die Gebäude in Ostia? Wie häufig und vor allem wie gefährlich waren die Erdbeben in Ostia und dem Römischen Reich? 

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Das Projekt
Im Forschungsprojekt werden historische (antike bis gegenwärtige) Instandsetzungen an mehrgeschossigen antiken Ziegelbauten am Forum der römischen Hafenstadt Ostia untersucht. Die Gebäude, oft auf problematischem Baugrund errichtet, wurden wiederholt durch Hochwasser und Erdbeben beschädigt und anschließend repariert. Insbesondere die dabei vorgenommenen Präventivmaßnahmen sind bislang kaum erforscht und dokumentiert. Die Ausgrabungen und Restaurierungen vom Anfang des 20. Jh. erfolgten z.T. ohne stringente Methoden, ihre wissenschaftliche Aufarbeitung fehlt bis heute. Im Projekt werden alle verfügbaren historischen Dokumentationen, darunter Fotosammlungen und Grabungstagebücher, einer kritischen Strukturanalyse unterzogen. Daraus abgeleitete archäologisch-kulturhistorische Interpretationen ermöglichen Erkenntnisse über den bisher unbekannten präventiven, konstruktiven Erdbebenschutz. Ferner ergeben sich neue Erkenntnisse über antike Reparaturen im konstruktiven Zusammenhang und deren relativchronologische Einordnung, sowohl im Sinne einer historischen Bauanalyse als auch als Grundlage für künftige Maßnahmen zur Konservierung der historischen Altstadt als weltgrößte Flächenausgrabung.

Projektleitung:

Dr. Laura Pecchioli

Ort:

Ostia, Italien

Kommentar

von Gunst | 27.03.2018 | 08:34 Uhr
Der Hafen von Ostia bietet ein gutes Beispiel für die Verbinunfung von Bauen und Mythologie im Römischen Reich Passend zu seinem Zweck als Handelsknotenpunkt, wurde er auf den Sonnenaufgang am 15. Mai, dem Fest Merkuralia ausgerichtet. Dies ist aber nur ein Aspekt der gewählten Ausrichtung, denn bei römischen Bauwerken wurden durch die gewählte Ausrichtung häufig mehrere Gottheiten einbezogen.

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