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Erdbeben in Ostia?

EPISODE 3 | Seismologie trifft Archäologie

Als Architekturarchäologin verbringt Dr. Laura Pecchioli nicht nur Zeit im Feld, sondern ebenso in den Archiven der Stadt. Hier sucht sie nach Dokumenten und Grabungsfotos, die Rückschlüsse auf ein mögliches Erdbeben zulassen. Auch die Pläne und Grundrisse der antiken Stadt geben dabei wichtige Einblicke: Hatten mögliche Erdbeben Einfluss auf die weitere Stadtentwicklung? Waren sie gar Grund für den Niedergang der Stadt? Und welche Auskünfte geben die Grabungen, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden?

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Das Projekt
Im Forschungsprojekt werden historische (antike bis gegenwärtige) Instandsetzungen an mehrgeschossigen antiken Ziegelbauten am Forum der römischen Hafenstadt Ostia untersucht. Die Gebäude, oft auf problematischem Baugrund errichtet, wurden wiederholt durch Hochwasser und Erdbeben beschädigt und anschließend repariert. Insbesondere die dabei vorgenommenen Präventivmaßnahmen sind bislang kaum erforscht und dokumentiert. Die Ausgrabungen und Restaurierungen vom Anfang des 20. Jh. erfolgten z.T. ohne stringente Methoden, ihre wissenschaftliche Aufarbeitung fehlt bis heute. Im Projekt werden alle verfügbaren historischen Dokumentationen, darunter Fotosammlungen und Grabungstagebücher, einer kritischen Strukturanalyse unterzogen. Daraus abgeleitete archäologisch-kulturhistorische Interpretationen ermöglichen Erkenntnisse über den bisher unbekannten präventiven, konstruktiven Erdbebenschutz. Ferner ergeben sich neue Erkenntnisse über antike Reparaturen im konstruktiven Zusammenhang und deren relativchronologische Einordnung, sowohl im Sinne einer historischen Bauanalyse als auch als Grundlage für künftige Maßnahmen zur Konservierung der historischen Altstadt als weltgrößte Flächenausgrabung.

Projektleitung:

Dr. Laura Pecchioli

Ort:

Ostia, Italien

Kommentar

von Gunst | 27.03.2018 | 08:34 Uhr
Der Hafen von Ostia bietet ein gutes Beispiel für die Verbinunfung von Bauen und Mythologie im Römischen Reich Passend zu seinem Zweck als Handelsknotenpunkt, wurde er auf den Sonnenaufgang am 15. Mai, dem Fest Merkuralia ausgerichtet. Dies ist aber nur ein Aspekt der gewählten Ausrichtung, denn bei römischen Bauwerken wurden durch die gewählte Ausrichtung häufig mehrere Gottheiten einbezogen.

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