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Das Massengrab der Maya

EPISODE 1 | Forschung im Maya Tiefland

Dr. Nicolaus Seefeld von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn beschäftigt sich intensiv mit der Kultur der Maya - einer der wichtigsten präkolumbischen Hochkulturen Amerikas. In der Maya-Stadt Calakmul geht der Archäologe der Wasserversorgung der Maya näher auf den Grund, denn bis heute sind die faszinierenden wasserwirtschaftlichen Bauten erhalten. Er ist sich sicher, dass jede Bevölkerungsschicht an der Wasserversorgung und Speicherung des Regenwassers beteiligt war. Schließlich hätte die Kultur ohne dieses Wissen nicht über 2000 Jahre überleben können. 

Das Projekt
Obwohl es in der Mayakunst der Klassik (250-900 n. Chr.) zahlreiche explizite Darstellungen von ritueller Gewalt, (z.B. Erniedrigung von Gefangenen und Opferungen) gibt, konnten physische Belege für diese Praktiken bisher kaum im archäologischen Befund dokumentiert werden. Viele Untersuchungen belegen, dass die klassischen Maya rituelle Gewalt zumeist im Kontext kriegerischer Konflikte anwendeten. Im Rahmen des vorgestellten Forschungsprojektes untersucht Dr. Nicolaus Seefeld den Kontext sowie die politische und religiöse Funktion von ritueller Gewalt in der klassischen Mayagesellschaft. Zentraler Bezugspunkt für diese übergeordnete Fragestellung ist das Massengrab von Uxul, das ich 2013 und 2014 entdeckt, archäologisch dokumentiert und physisch-anthropologisch analysiert habe. Dieses Grab befindet sich in einer künstlichen Höhle und enthält die Überreste von 27 Individuen. Die Untersuchung des Knochenmaterials zeigte, dass nahezu alle Individuen enthauptet und zerstückelt worden waren. Zudem besaßen die meisten Langknochen charakteristische Schnittspuren, die andeuteten, dass das Fleisch vor der Niederlegung der Körperteile abgeschabt worden war.

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