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Das Massengrab der Maya

EPISODE 3 | Fundsituation

Um die Knochen und Schädel aus der künstlichen Höhle in Uxul analysieren zu können, hat Dr. Nicolaus Seefeld die Fundsituation realitätsgetreu nachgebildet. Hierfür dient ein Haus in der Altstadt von Campeche, das der Archäologe eigens hierfür angemietet hat. Zusammen mit einem mexikanischen Forensiker konnte der Wissenschaftler so herausfinden: Zahlreiche der im ehemaligen Wasserreservoir bestatteten Individuen wurden enthauptet oder sogar zerstückelt. 

Das Projekt
Obwohl es in der Mayakunst der Klassik (250-900 n. Chr.) zahlreiche explizite Darstellungen von ritueller Gewalt, (z.B. Erniedrigung von Gefangenen und Opferungen) gibt, konnten physische Belege für diese Praktiken bisher kaum im archäologischen Befund dokumentiert werden. Viele Untersuchungen belegen, dass die klassischen Maya rituelle Gewalt zumeist im Kontext kriegerischer Konflikte anwendeten. Im Rahmen des vorgestellten Forschungsprojektes untersucht Dr. Nicolaus Seefeld den Kontext sowie die politische und religiöse Funktion von ritueller Gewalt in der klassischen Mayagesellschaft. Zentraler Bezugspunkt für diese übergeordnete Fragestellung ist das Massengrab von Uxul, das ich 2013 und 2014 entdeckt, archäologisch dokumentiert und physisch-anthropologisch analysiert habe. Dieses Grab befindet sich in einer künstlichen Höhle und enthält die Überreste von 27 Individuen. Die Untersuchung des Knochenmaterials zeigte, dass nahezu alle Individuen enthauptet und zerstückelt worden waren. Zudem besaßen die meisten Langknochen charakteristische Schnittspuren, die andeuteten, dass das Fleisch vor der Niederlegung der Körperteile abgeschabt worden war.

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