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Das Massengrab der Maya

EPISODE 5 | Gewaltdarstellungen

Rituelle Gewalt der Maya ist bislang wenig erforscht, denn Erkenntnisse erlangte die Wissenschaft bislang vor allem durch Abbildungen an Reliefs und Keramiken. Diese sind jedoch Witterungsbedingungen jedoch ebenso Raub ausgesetzt. Dr. Nicolaus Seefeld versucht diese Forschungslücke zu schließen und betrachtet daher nicht ausschließlich die zeitgenössischen Zeichnungen, sondern vergleicht diese mit den geborgenen archäologischen Funden. Hatte die rituelle Gewalt eine politische Funktion? Sind die Opfer als schlichter Ausdruck von Grausamkeit zu bewerten? Waren es religiöse Opfer? 

Das Projekt
Obwohl es in der Mayakunst der Klassik (250-900 n. Chr.) zahlreiche explizite Darstellungen von ritueller Gewalt, (z.B. Erniedrigung von Gefangenen und Opferungen) gibt, konnten physische Belege für diese Praktiken bisher kaum im archäologischen Befund dokumentiert werden. Viele Untersuchungen belegen, dass die klassischen Maya rituelle Gewalt zumeist im Kontext kriegerischer Konflikte anwendeten. Im Rahmen des vorgestellten Forschungsprojektes untersucht Dr. Nicolaus Seefeld den Kontext sowie die politische und religiöse Funktion von ritueller Gewalt in der klassischen Mayagesellschaft. Zentraler Bezugspunkt für diese übergeordnete Fragestellung ist das Massengrab von Uxul, das ich 2013 und 2014 entdeckt, archäologisch dokumentiert und physisch-anthropologisch analysiert habe. Dieses Grab befindet sich in einer künstlichen Höhle und enthält die Überreste von 27 Individuen. Die Untersuchung des Knochenmaterials zeigte, dass nahezu alle Individuen enthauptet und zerstückelt worden waren. Zudem besaßen die meisten Langknochen charakteristische Schnittspuren, die andeuteten, dass das Fleisch vor der Niederlegung der Körperteile abgeschabt worden war.

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