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Der Bibliothekar des Kaisers

EPISODE 1 | Eine europäische Karriere - Paris

Als Bibliothekar der Wiener Hofbibliothek war Peter Lambeck im 17. Jahrhundert Teil der sogenannten Gelehrtenrepublik. Während die politischen Geschicke noch von den europäischen Monarchen geleitet wurden, bildete sich ein loser Verband von Intellektuellen, die sich über die Landesgrenzen hinaus vernetzten. Als Fallstudie für eine solche europäische Gelehrtenkarriere untersucht die Historikerin Dr. Vittoria Feola den Werdegang Peter Lambecks. Dieser kam als 18-jähriger Student in das damalige Zentrum der Gelehrtenrepublik, Paris. Hier erhielt er Zutritt zur königlichen Bibliothek und kam so in Berührung mit dem wahrscheinlich wichtigsten Knotenpunkt damaliger wissenschaftlicher Forschung. Dr. Feola begibt sich im heutigen Paris auf Spurensuche.

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Das Forschungsprojekt
Dr Vittoria Feola investigates the role of Rome and Venice as book trade and intellectual hubs in the Habsburg network of Peter Lambeck, librarian of the Imperial Library, Vienna, 1640-1680. The aim of my project is twofold. First, she intends to research the impact of Italian culture on Lambeck during his two sojourns in Italy between the 1640s and the early 1660s. Secondly, she considers the Italian context of the uses to which Lambeck put his Italian contacts in order to acquire material for the Imperial Library in Vienna, of which he was Prefect from 1662 until 1680. This is a multidisciplinary project of intellectual history, that combines book history with network studies in order to produce a significant contribution to our understanding of early modern Habsburg intellectual networks. In so doing it fills the current historiographical gap, while opening up new avenues of research about the roles of Vienna, Rome, and Venice as centres for the production, transmission, and preservation of knowledge in the late seventeenth century.

Projektleitung:

Dr. Vittoria Feola

Ort:

Rom

Kommentar

von MT BRATIERES | 29.04.2016 | 23:23 Uhr
Klare Texte und schöne Stadtbilder ermöglichen den Einblick auf die verschiedenen Einflüsse, die dazu beigetragen haben aus Lambeck einen Europäer zu bilden. Sein interessanter Lebenslauf ist ein weiterer Beweis dafür, dass Grenzen, Kriege, Sprachen, Religion die Kraft des Gedankenaustausches der Gelehrten wenig stört.
Warte gespannt auf die nächsten Episoden.

Kommentar

von Dr. Christoph Schmitz | 11.07.2017 | 10:34 Uhr
Sehr aussagekräftig. Wunderbar, dass so ein spannendes Thema bearbeitet wird!

Ob Lambeck auch schriftlich mit dem „Sinologen“ Andreas Müller (1630-94, auch ein Norddeutscher und Bibliothekar) in Kontakt war? Hoffentlich lässt sich diese Frage später einmal durch die Lambeckforschung beantworten. Später, nach Lambecks Tod, 1682, wurde Müller sogar angeblich durch Kaiser Leopold nach Wien zitiert um chinesische Schriften zu lesen, aber diese Reise ist nicht wirklich belegt. Es wäre allerdings eine Katastrophe geworden, denn Müller konnte letztlich kein Chinesisch und hat mit dem verspielten Vertrauen seiner falschen Versprechungen eines „Chinesischen Schlüssels“ (denen Lambeck wohl auch glaubte) vielleicht die noch heute weite internationale Abgeschlagenheit der deutsche Ostasien- und Zeichenkunde zu den chinesischen Zeichen mitverursacht.

Lambecks Tätigkeit fällt auch mitten in die Zeit der europäischen und deutschen sinologischen Anfänge. Sinologierelevantes darunter würde uns sicherlich einige Rückschlüsse erlauben! Auch in diesem Sinne wünsche ich der Lambeckforschung viel Beachtung.
(C.S. "The Keys To The Chinese Characters")

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