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L.I.S.A.video | 14.11.2012 | 13552 Aufrufe | Georgios Chatzoudis

Himmlische Fundgrube -
Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation (Deutschland)

EPISODE 1 | Der Funke im Pulverfass?

Die Forschungsreise führt nach Mitteldeutschland - in das Mutterland der Reformation. Doch wie lebten die Menschen davor ihre Religiosität und Frömmigkeit aus? Waren Sie tiefkathololisch, wie woanders auch? Konvertierten sie im Nachklang von Martin Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg, weil sie nach Skandalen und Krisen der katholischen Kirche den Glauben an sie verloren hatten? Fragen, die auch Dr. Hartmut Kühne stellt, der sich auf die Suche nach Spuren der Alltagsfrömmigkeit im Spätmittelalter macht.

Die Jahrzehnte vor Beginn der deutschen Reformation galten lange als eine von klerikalen Missbräuchen, kirchlicher Unordnung und allgemeiner sozialer Unruhe geprägte Krisenzeit. Ergebnisse neuerer Forschungen lassen diese Epoche jedoch als kulturell fruchtbare Zeitspanne erscheinen, in der eine starke und relativ konfliktfreie Verkirchlichung der gesamten Gesellschaft eine breite religiöse Vielfalt nicht ausschloss. Insbesondere der mitteldeutsche Raum, das Ursprungsland der Reformation, wurde dabei bislang wenig erforscht, da einerseits die protestantische Prägung dieser Region ältere Formen der Frömmigkeit zum Verschwinden brachte und andererseits die ideologische Dominanz des Dritten Reiches und der DDR ein halbes Jahrhundert lang die historische Erforschung religiöser Kultur verhinderte und das Bewusstsein für diese Aspekte der eigenen Geschichte weitgehend auslöschte.

Ziel eines von Thomas T. Müller, Leiter des Zweckverbands der Mühlhäuser Museen, initiierten Forschungsprojekts ist es, durch eine repräsentative Bestandsaufnahme von Sachzeugnissen vorreformatorischer Alltagsreligion aus dem mitteldeutschen Raum und deren kontextueller Dokumentation die in dieser Region weitgehend vergessene religiöse Lebenswelt des späten Mittelalters wieder zu entdecken. Die Phänomene spätmittelalterlicher Frömmigkeit sollen dabei als eine das gesamte Leben der Gesellschaft integrierende Wirklichkeit verstanden werden. Im Rahmen des Projekts führt der Bearbeiter, Dr. Hartmut Kühne, umfangreiche Recherchearbeiten in den Inventaren, Katalogen und Sammlungsbeständen mittlerer und kleiner Museen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen durch. Der Fokus ist dabei nicht auf die traditionellen musealen Sammlungsraster gerichtet, sondern zielt darauf, die Funktion von Objekten in bestimmten Lebenskontexten zu verorten und ihre religiösen Aspekte sichtbar zu machen.

 

Das Projekt ist eingebunden in eine Forschungskooperation der großen kulturhistorischen Museenin Magdeburg, Leipzig und Mühlhausen, des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und der Historischen Kommission für Thüringen. Im Rahmen des Projektes, das die Grundlage für einen von 2013 bis 2015 geplanten Ausstellungszyklus in den Mühlhäuser Museen, dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg und dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig sein wird, fand im April 2012 an der Universität Leipzig eine von der Gerda-Henkel-Stiftung unterstütze wissenschaftliche Tagung statt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Enno Bünz und Dr. Hartmut Kühne trafen sich mehr als einhundert Wissenschaftler, um ihre einschlägigen Forschungen vorzustellen und sich an den aktuellen Diskussionen zu beteiligen.

 

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage der Gerda Henkel Stiftung.

Projektleitung:

Thomas T. Müller
Dr. Hartmut Kühne

Ort:

Deutschland

Kommentar

von Rudolf Lüscher | 06.07.2014 | 15:21 Uhr
Ich bin kein Wissenschaftler,sondern ein einfacher Arbeiter und ein absoluter Laie auf allen diesen wissenschaftlichen Gebieten,aber:Eure L.I.S.A-Videos zum Thema"Himmlische Fundgrube-Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation"sind einfach toll und haben mich total fasziniert..Das wollte ich Ihnen hiermit einfach mitteilen und ich hoffe,sie freuen sich darüber..
Freundliche Grüsse
R.Lüscher

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