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L.I.S.A. Redaktion | 19.12.2012 | 4087 Aufrufe | 1 | Filmproduktionen der Gerda Henkel Stiftung |
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Himmlische Fundgrube -
Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation (Deutschland)

Das Generalinterview | Episode 6

Im Generalinterview beantworten Thomas T. Müller, Prof. Dr. Enno Bünz und Dr. Hartmut Kühne Fragen zu Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation. Ausgangspunkt ist dabei ihre These, dass die Reformation nicht die Folge einer tiefen religiösen und kirchlichen Krise gewesen ist. Im Gegenteil: Das Spätmittelalter war von einer tiefen und lebendigen Frömmigkeit geprägt. Darüber und über die geplante Ausstellung mit Zeugnissen dieser besonderen Religiosität infortmieren die drei Experten.

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Das Forschungsprojekt
Die Jahrzehnte vor Beginn der deutschen Reformation galten lange als eine von klerikalen Missbräuchen, kirchlicher Unordnung und allgemeiner sozialer Unruhe geprägte Krisenzeit. Ergebnisse neuerer Forschungen lassen diese Epoche jedoch als kulturell fruchtbare Zeitspanne erscheinen, in der eine starke und relativ konfliktfreie Verkirchlichung der gesamten Gesellschaft eine breite religiöse Vielfalt nicht ausschloss. Insbesondere der mitteldeutsche Raum, das Ursprungsland der Reformation, wurde dabei bislang wenig erforscht, da einerseits die protestantische Prägung dieser Region ältere Formen der Frömmigkeit zum Verschwinden brachte und andererseits die ideologische Dominanz des Dritten Reiches und der DDR ein halbes Jahrhundert lang die historische Erforschung religiöser Kultur verhinderte und das Bewusstsein für diese Aspekte der eigenen Geschichte weitgehend auslöschte.

Ziel eines von Thomas T. Müller, Leiter des Zweckverbands der Mühlhäuser Museen, initiierten Forschungsprojekts ist es, durch eine repräsentative Bestandsaufnahme von Sachzeugnissen vorreformatorischer Alltagsreligion aus dem mitteldeutschen Raum und deren kontextueller Dokumentation die in dieser Region weitgehend vergessene religiöse Lebenswelt des späten Mittelalters wieder zu entdecken. Die Phänomene spätmittelalterlicher Frömmigkeit sollen dabei als eine das gesamte Leben der Gesellschaft integrierende Wirklichkeit verstanden werden. Im Rahmen des Projekts führt der Bearbeiter, Dr. Hartmut Kühne, umfangreiche Recherchearbeiten in den Inventaren, Katalogen und Sammlungsbeständen mittlerer und kleiner Museen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen durch. Der Fokus ist dabei nicht auf die traditionellen musealen Sammlungsraster gerichtet, sondern zielt darauf, die Funktion von Objekten in bestimmten Lebenskontexten zu verorten und ihre religiösen Aspekte sichtbar zu machen.

Das Projekt ist eingebunden in eine Forschungskooperation der großen kulturhistorischen Museenin Magdeburg, Leipzig und Mühlhausen, des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und der Historischen Kommission für Thüringen. Im Rahmen des Projektes, das die Grundlage für einen von 2013 bis 2015 geplanten Ausstellungszyklus in den Mühlhäuser Museen, dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg und dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig sein wird, fand im April 2012 an der Universität Leipzig eine von der Gerda-Henkel-Stiftung unterstütze wissenschaftliche Tagung statt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Enno Bünz und Dr. Hartmut Kühne trafen sich mehr als einhundert Wissenschaftler, um ihre einschlägigen Forschungen vorzustellen und sich an den aktuellen Diskussionen zu beteiligen.

Projektleitung

Thomas T. Müller
Dr. Hartmut Kühne

Ort

Deutschland

Wissenschaftliche Projektleitung
Thomas T. Müller

Projektleitung des Films
Dr. Hartmut Kühne

Redaktion
Susanne Decker

Kamera

Jens Olaf Herz

Schnitt
Martin Pogac
Klaus Hernitschek

Projektmitarbeiter / Film-Darsteller

Prof. Dr. Enno Bünz
Ulrike Dura
Jens Olaf Herz
Dr. Hartmut Kühne
Dr. Johannes Mötsch
Thomas T. Müller
Doris Mundus
Dr. Christian Philipsen
Prof. Dr. Matthias Puhle
Dr. Volker Rodekamp
Dr. Ulrike Theißen

 

Weitere Darsteller im Film
Dr. Thomas Bauer
Beate Götte
Thomas Groll
Martin Günther
Dr. Matthias Hüls
Prof. Dr. em. Bernd Moeller
Dr. Peter Pieper
Dr. Michael Scholl 
Thomas Spata
Dr. Falk Walther
Falk Schulze

Gesamtkonzeption
Gisela Graichen und Peter Prestel

Bernd Moeller, von 1964 bis 1999 Professor für Kirchengeschichte mit Schwerpunkt Reformationsgeschichte an der Universität Göttingen, stellte 1965 in seinem Aufsatz „Frömmigkeit in Deutschland um 1500“ erstmals pointiert die These auf, dass die deutsche Reformation nicht das Ergebnis einer kirchlichen und religiösen Krise war. Dr. Hartmut Kühne hat ihn besucht und interviewt.

Das Interview im Extra-Video.

Alle Episoden
Der Funke im Pulverfass?
Episode 1
14.11.2012
Überbrückungsgeld
Episode 2
21.11.2012
Auf Pilgerspuren
Episode 3
28.11.2012
Wunder und Votive
Episode 4
05.12.2012
Bewegte Bilder
Episode 5
12.12.2012
Das Generalinterview
Episode 6
19.12.2012
Das Umfeld
Episode 7
09.01.2013
Das Schlüsselstück
Episode 8
16.01.2013
Das Team
Episode 9
23.01.2013

Kommentar

von Rudolf Lüscher | 06.07.2014 | 15:21 Uhr
Ich bin kein Wissenschaftler,sondern ein einfacher Arbeiter und ein absoluter Laie auf allen diesen wissenschaftlichen Gebieten,aber:Eure L.I.S.A-Videos zum Thema"Himmlische Fundgrube-Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation"sind einfach toll und haben mich total fasziniert..Das wollte ich Ihnen hiermit einfach mitteilen und ich hoffe,sie freuen sich darüber..
Freundliche Grüsse
R.Lüscher

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