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Dr. Karla Neschke | 30.04.2011 | 958 Aufrufe | Veranstaltungen

Demografischer Wandel. Wie organisieren wir das Schrumpfen?

04.05.2011 | Bonn, Wissenschaftszentrum

Es diskutieren Prof. Dr. Florian Coulmas, Direktor des Deutschen Instituts für Japanstudien Tokyo (Stiftung DGIA), der Soziologe Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Bernhard Müller, Direktor des Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden, und der Historiker Prof. Dr. Jürgen Kocka von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Es moderiert die Kulturjournalistin Claudia Belemann (Deutschlandradio, ARD).

„Bevölkerungsfragen“ haben in Deutschland – und zunehmend auch auf europäischer Ebene – eine gewisse Konjunktur. Sie stehen aber bereits seit über 100 Jahren auf der Agenda. Deutschland befindet sich derzeit in einer demografischen Entwicklung, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte, um das Jahr 2050 voraussichtlich abgeschlossen sein wird und die mit dem Altern unserer westlichen Gesellschaft beschrieben werden kann. Sie wird seither von Demografen mit Interesse, aber auch mit wechselnder Intensität beobachtet.

Zunächst stieg die durchschnittliche Lebenserwartung aufgrund der Verbesserung der medizinischen Versorgung von Müttern und Neugeborenen sowie durch den Rückgang von Hungersnöten. Bald sank auch die Geburtenrate mit dem Übergang zur bürgerlichen Kleinfamilie. Vor rund 40 Jahren wurden die beiden Trends am unteren und am oberen Ende der Alterspyramide einerseits durch die Antibabypille, andererseits durch Fortschritte in der Infektionsbekämpfung und Humanmedizin verstärkt.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass „Bevölkerungsfragen“ oft sehr emotional diskutiert wurden. Die Gesellschaft und die Ökonomie aber brauchen feste Rahmenbedingungen und Prognosen für eine vorausschauende Steuerung. Nur wer Entwicklungen analysiert und versteht, kann diese Prozesse auch steuern. Wie vollzog sich die demografische Entwicklung aus historischer Sicht? Welchem Wandel waren die Diskussionen zur „Bevölkerungsfrage“ unterworfen? Wie wird sich eine älter werdende Gesellschaft an diese neue und einzigartige Situation anpassen? Welche weiteren demografischen Veränderungen sind zu erwarten? Welche neuen gesellschaftlichen Prozesse werden benötigt, um den veränderten Anforderungen Rechnung zu tragen? Welche Rahmenbedingungen sind geeignet, um die Zukunft lebenswert zu gestalten? Können wir Erfahrungen anderer Gesellschaften nutzen?

Das Gleichgewicht der Generationen ist in den modernen Ländern längst gestört: Es gibt immer mehr Senioren, während die Zahl der Kinder schrumpft.

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