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M.A. Tina Öcal | 28.04.2016 | 654 Aufrufe | Artikel

Stine Hollmann: Artist not present

Vortrag vom 21.11.2015 im Rahmen der Tagung "Camouflage! Interdisziplinäre Forschung zum Verbotenen & Verborgenen"

Was passiert wenn 'the artist is not present'? Was passiert mit einem Werk, dass man keinem konkreten Autor zuschreiben kann oder mit einer künstlerischen Position, dessen Autor nur unter einem Pseudonym arbeitet? Wie werden solche Strategien von der theoretisch-wissenschaftlichen Seite behandelt, institutionalisiert, archiviert?

Bereits in ihrer Bachelorarbeit interessierte sich Stine Hollmann vor dem Hintergrund der zunehmenden Institutionalisierung der sogenannten Street Art in Ausstellungen, Messen und Galerien, Fragestellungen Mechanismen und Strategien der urbanen Aktivisten/Künstler. Im Zusammenhang mit der Anonymität der Protagonisten, dem Verschleiern einer an Personen gebundenen Autorschaft, stellte sie sich zudem die Frage nach der Autonomie künstlerischer Produktion. Die Illegalität ihrer Arbeit und gesetzliche Verfolgung der im öffentlichen Raum tätigen Aktivisten/Künstler evoziert die Notwendigkeit der Tarnung, des sich Unscheinbar/UnauffälligMachens, des Camouflage, was nicht nur die Kleidung und das Benehmen des tätigen Aktivisten meint, sondern vor allem die personelle Anonymität für die meisten ihrer Betrachter. Dabei betrachtete sie diese Strategie der Tarnung durch geheime Autorschaft auch als Versuch die künstlerische Produktion autonom zu halten, das heißt von jeglichen biographischen sowie institutionellen Festschreibungen fern bzw. offen zu halten. Ein solches Spiel mit personeller Tarnung ist jedoch nicht nur im Bereich der sogenannten Street Art gängig, sondern auch in konzeptuellen künstlerischen Strategien, die in und mit Institutionen arbeiten. Historische Beispiele wären dafür zum Beispiel Rrose Selavy, R.Mutt als Pseudonym Marcel Duchamps. Was steckt hinter dem Verstecken der Identität? Welche Freiheit und Gefahr steckt in der personellen Tarnung?

Stine Hollmann arbeitet als Künstlerin unter verschiedenen Namen im Feld der Appropriation- und Diskurskunst, worin ich diese Fragen thematisiere; was passiert in der Tarnung hinter einem Pseudonym? Wie sähe Kunstgeschichte ohne die Autorschaft von Künstlern aus (Wöllflin)? Fördert eine solche Strategie die Mythenbildung (siehe Banksy, Marcel Duchamp) um den „geheimen“ Künstler? Kann künstlerische Produktion dadurch autonom gehalten und Autorschaft als Institutionelles Konstrukt entlarvt werden?

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Vortrag vom 21.11.2015 im Rahmen der Tagung "Camouflage! Interdisziplinäre Forschung zum Verbotenen & Verborgenen"

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