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L.I.S.A. Redaktion | 10.04.2019 | 2659 Aufrufe | 1 | Filmproduktionen der Gerda Henkel Stiftung |
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Emil Nolde und der Nationalsozialismus: Ein Künstlermythos im 20. Jahrhundert

Bild und Kontext | Episode 1

Emil Nolde war nicht nur einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus; der Maler hatte auch ein ausgeprägtes Gespür für die Inszenierung von Heldengeschichten. Noch lange nach 1945 galt Nolde als Opfer der Nationalsozialisten, die sein Werk für "entartet" erklärt und ihn mit einem Berufsverbot sanktioniert hatten. An dieser Geschichte gibt es nicht erst seit heute begründete Zweifel. Es ist schon seit längerem erwiesen, dass Emil Nolde Antisemit war und sich öffentlich zum Nationalsozialismus bekannt hatte. Wie aber erklärt sich dann die Entstehung der lange geltenden Legende von einem Künstler, der verfemt die innere Emigration angetreten habe und vereinsamt malte? Der Historiker Dr. Bernhard Fulda von der University of Cambridge hat in seinem Forschungsprojekt diese Frage in den Mittelpunkt gerückt. Der erstmalige Zugang zu bislang unveröffentlichten Dokumenten ist dabei der Fluchtpunkt einer neuen Perspektive auf den Künstlermythos Emil Nolde.

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Das Projekt
Dieses Projekt wird die Beziehung des Künstlers Emil Nolde zum Nationalsozialismus erstmals umfassend aufarbeiten, und gleichzeitig mit einer Rezeptionsgeschichte Noldes, insbesondere nach 1945, verbinden. Es wird die erste Studie sein, die zu dieser Thematik den reichhaltigen Quellenbestand der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde auswerten kann, und somit auch die Rolle der Stiftung in der Vermittlung der Kunst und Person Emil Noldes beleuchten wird. Trotz seiner bis 1945 ungebrochenen Sympathie für den Nationalsozialismus wurde Nolde nach dem Krieg zur Verkörperung des verfolgten Künstlers. Eine wichtige Rolle dabei spielten - neben der Nolde-Stiftung in Seebüll - der missionarische Eifer und Kulturpatriotismus von einflußreichen Museumsdirektoren wie Carl Georg Heise, Alfred Hentzen und Werner Haftmann, und die spezifische Mediendynamik und die Konventionen der Kunstberichterstattung in der deutschen Nachkriegszeit. Das Projekt wird dafür Museumspolitik, Ausstellungspraktiken, Darstellungsstrategien und Ausstellungsrezeptionen untersuchen und diese in den weiteren Kontext der Systemkonkurrenz im Kalten Krieg und der kulturellen Vergangenheitsbewältigung stellen.

Ort

Seebüll

Projektleitung
Dr. Bernhard Fulda

Redaktion
Hasso Bräuer

Kamera
Maximilian Schecker

Schnitt
Maximilian Schecker

Gesamtkonzeption
Gisela Graichen und Peter Prestel

Alle Episoden
Bild und Kontext
Episode 1
10.04.2019
Künstler und Künstlerimage: Quellen der Selbststilisierung
Episode 2
17.04.2019
Künstler und Nachwelt: Fremdstilisierungen und Legendenbildung
Episode 3
24.04.2019
Das Generalinterview mit Dr. Bernhard Fulda
Episode 4
01.05.2019

Kommentar

von Jörg Merz | 19.05.2019 | 00:53 Uhr
Sehr geehrter Herr Fulda, sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich die Folgen über Nolde und den Nationalsozialismus gehört und gesehen. Die Selbst- und Fremdstilisierungen eines (bedeutenden) Künstlers sind keine isolierten Phänomene. Noch wirkungsvoller kommen sie bei Picasso zum Ausdruck. Ich erlaube mir, dazu auf meine Studie "Guernica oder Picassos Abscheu vor der militärischen Kaste" (Freiburg 2017) hinzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Merz

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