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Promovierende Historikertag | 27.09.2018 | 10327 Aufrufe | 61 | Artikel

Gespaltene Zunft? Welchen Stellenwert haben Promovierende für den Historiker_innenverband?

Offener Brief an die Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Dr. Jutta Hergenhan | 03.10.2018 | 14:45 Uhr
Vollste Unterstützung auch von mir!
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Promovierende Historikertag | 27.09.2018 | 10327 Aufrufe | 61 | Artikel

Gespaltene Zunft? Welchen Stellenwert haben Promovierende für den Historiker_innenverband?

Offener Brief an die Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Garnet Bräunig | 03.10.2018 | 13:10 Uhr
"Unsere jungen Menschen haben nicht nur Anspruch auf Bildung, auf berufliche Qualifikation und die Chance zur Eigenverantwortung. Am wichtigsten ist, daß wir ihnen das Gefühl geben, erwünscht, gebraucht und gefordert zu sein." (Roman Herzog)
Und was geschieht auf dem Deutschen Historikertag? Den mutigen DoktorandInnen wird mit beruflichen Konsequenzen gedroht! Ihnen gilt meine volle Unterstützung.
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Georgios Chatzoudis | 15.08.2017 | 3343 Aufrufe | 4 | Interviews

"Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse"

Interview mit Hans-Joachim Maaz über das Phänomen der Normopathie

Georg Gärtner | 02.10.2018 | 22:00 Uhr
ob Arno Gruen oder H.J.Maaz

Lassen wir dankbar sein, dass es H.J. Maaz gibt und Arno Gruen gab, der leider nicht mehr lebt.

Beide sind wertvoll.

LOVE AND MERCY ist die Losung
ein schöner einfacher und genialer (das passt oft zusammen) Song von Brian Wilson
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Promovierende Historikertag | 27.09.2018 | 10327 Aufrufe | 61 | Artikel

Gespaltene Zunft? Welchen Stellenwert haben Promovierende für den Historiker_innenverband?

Offener Brief an die Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Andreas Kolbenschlag | 02.10.2018 | 17:11 Uhr
Ich beobachte die Diskussion als Außenstehender. Ich bin kein Promovierender, sondern "nur" ein Student der Geschichte und möchte einen Aspekt ansprechen, der in dieser Diskussion völlig untergeht. Erlauben Sie mir daher als Außenseiter ein paar zugegebenermaßen polemische Worte.

Warum werden "Promovierende nicht ausreichend gewürdigt" auf dem Historikertag? Die allgemeine Situation und der Stellenwert von Promovierenden sind in Wahrheit doch auch "hausgemacht". Es ist doch so, dass sich Doktoranden in lustvoller Devotion universitären Strukturen unterwerfen. Niemand traut sich, etwas zu verändern. Jeder hat die eigene Karriere im Kopf und niemand will eine eigene Meinung riskieren. Kollektive Anpassung und Hörigkeit beschreiben das Verhalten vieler Promovierenden in der Geschichtswissenschaft der Gegenwart. Diese Bequemlichkeit blockiert ernsthafte strukturelle Veränderungen, die die Position des Nachwuchses verbessern könnten. Liebe Promovierende, Ihr seid zu einem großen Teil selbst Schuld an dem beklagten Stellenwert und an der mangelnden Würdigung eures Beitrages in der Geschichtswissenschaft.

Der von Promovierenden verfasste offene Brief spielt Promovierende gegen Promovierte aus und hat eine Diskussion entzündet, die das Verhältnis zwischen Promovierenden und Professoren nachhaltig belasten wird. Der Brief disqualifiziert sich daher als "Rumgeheule" einiger Promovierender: Nur wird dies niemandem helfen. Zweifelsohne ist der Stellenwert vieler Promovierender nicht das "Gelbe vom Ei" und veränderungswürdig. Gleichwohl würde es der Diskussion gut tun, wenn auch "die" Promovierenden ihren eigenen Beitrag des "grundlegenden Problems", so heißt es in dem Brief, kritisch reflektieren würden. "Trotzig-kindliches" Gejammer, z.B. die Kritik über das fehlende Hinweisschild am Eingang des Posterforums und die fehlenden/ungedruckten Poster, hilft niemandem weiter und kann man nicht ernst nehmen. Ehrliche und konstruktive Kritik sieht anders aus. Stattdessen entlarvt sich der offene Brief der Promovierenden als Litanei der Eitelkeiten und des gekränkten Stolzes.

Liebe Promovierende: Sucht mit Promovierten, Professoren und Kollegen den konstruktiven und vor allem den gemeinsamen Austausch; organisiert euch besser und bildet Einrichtungen, die sich den grundlegenden Problemen des Nachwuchses in der Geschichtswissenschaft nachhaltig annehmen; seid auch ehrlich zu euch selbst und reflektiert euer eigenes Verhalten. Und seid vor allem Dingen eines mehr: selbstbewusster!
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Lang S. | 30.09.2018 | 21:52 Uhr
Das Verhalten der Verbandsspitze ist der von der Zunft angestrebten gesellschaftlichen Bedeutung des Faches unangemessen.
Die "Antwort" von Schlotheuber und Bösch offenbart entweder eine eklatante Leseschwäche der Autoren oder ihre Ignoranz für das Anliegen der Promovierenden. Ihre Ansage ist deutlich: Der VHD will und kann Promovierende nicht repräsentieren.

Nach dem unprofessionellen Verhalten von Schlotheuber auch im Vorfeld der "Antwort" kann man ihr nur raten, das Amt niederzulegen, wenn sie dem Verband nicht weiter schaden möchte.
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Tillmann H. | 30.09.2018 | 10:54 Uhr
Selbst, wenn die Kritik der Doktoranden nicht gerechtfertigt wäre, ist das Drohen mit "Konsequenzen" drohen, wie es Frau Schlotheuber nach dem Festakt getan hat, inakzeptabel.
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Raphaela L. | 30.09.2018 | 10:15 Uhr
Vielleicht sollte die Forderung nach mehr Lesekompetenz bei allen noch irgendwo aufgenommen werden.
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

M.W. | 30.09.2018 | 09:46 Uhr
Zitat von Herrn Tandkühler: "Endlich wird einmal diese egozentrische Psuschalkritik an der höchst lobenswerten Nachwuchsarbeit des Verbands zurechtgerückt."

1. Pauschalkritik? Die Doktorand/innen haben konkrete Punkte benannt. Es ging nie darum, pauschal die Verbandsarbeit zu kritisieren.

2. Lobenswerte Nachwuchsarbeit? Zumindest im Falle des Historikertages kam der lobenswerte Aspekt dieser Arbeit wohl nicht bei den Adressat/innen an.

3. Egozentrisch? Egozentrisch ist hier nur das Verhalten (einzelner) Verbandsmitglieder, die glauben, ihre Meinung zur "Nachwuchsförderung" sei relevanter als die des sogenannten Nachwuches selbst.
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Theo Paul | 30.09.2018 | 00:45 Uhr
Hätte der Verbandsvorstand direkt auf der Tagung mit einer Entschuldigung und einem Gesprächsangebot reagiert, wäre der Aufruhr sofort beendet gewesen. Gruppen, die sich unverstanden fühlen, mobilisieren alle Kräfte, wenn das Fass zum Überlaufen gebracht wurde. Dagegen hilft jedoch, Kritik anzunehmen und auf die Gruppe einzugehen. Aus Geschichte lernen ist eben doch nicht so einfach.
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Shomas Tandkühler | 30.09.2018 | 00:16 Uhr
Endlich wird einmal diese egozentrische Psuschalkritik an der höchst lobenswerten Nachwuchsarbeit des Verbands zurechtgerückt. Das zu kritisieren, war wirklich der falsche Ansatz.
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Sebastian Krumwinkel | 29.09.2018 | 21:22 Uhr
Als Promovierter der Mathematik verfolge ich die Geschehnisse rund um das Nachwuchsforum des Historikertages gewissermaßen als Externer, aber nicht minder interessiert. Ich kann die Kritik der Doktorand_innen nicht im Einzelnen beurteilen, doch ist das nicht nötig, um die Alarmglocken zu hören: Allein die Tatsache, dass sich auf der größten geisteswissenschaftlichen Konferenz Europas spontan dutzende Nachwuchs-Wissenschafter_innen in dieser Form organisieren, die von ihnen wahrgenommenen Missstände offen und konkret kommunizieren, dass sie dabei ihre Karriere oder womöglich ihre Promotion in Gefahr bringen, dass sich über zahlreiche Kanäle Teilnehmer_innen vergangener Historikertage ähnlich äußern, ist Hinweis genug, dass einiges schiefläuft im Umgang mit dem historischen Nachwuchs.

Die Fähigkeit, sich fortwährender Kritik zu unterziehen, sollte eine Selbstverständlichkeit für jeden Wissenschaftler sein. In ihrer Antwort lassen Frau Schlotheuber und Herr Bösch im Namen des VHD diese Fähigkeit vermissen. Die Antwort enthält leider nur wenig Konkretes außer der Anzahl der Teilnehmer_innen und der kurzfristigen Absage von Räumlichkeiten. Dass Pannen bei einer solchen Großveranstaltung passieren, wird den Veranstaltern jeder verzeihen. Wer ansonsten aber ein fröhliches „Was denn, alles super, weiter so!“ kommuniziert, der will schnell wegbügeln, was knistert und knittert. Es scheint, als lassen Doktormütter und -väter ihre eigenen Kinder hier im Regen stehen. Angemessen wäre gewesen, sich mit den Doktorand_innen an einen Tisch, besser noch in einen Konferenzsaal zu setzen und sich schnellstmöglich in einen Dialog zu begeben.

Solche Vorgänge wären in meiner Wissenschaft übrigens völlig undenkbar. Alle Beteiligten reden dort auf Augenhöhe, eine Trennung zwischen Promovierenden und Promovierten wie sie im offenen Brief der Doktorand_innen beschrieben wird, kannte ich allenfalls vom Titel auf dem Türschild. Zudem wird Kritik mit offenen Armen empfangen und eine selbstgerechte Antwort wie die des VHD würde vielen Kollegen das Blut in den Kopf schießen lassen. Warum legt die Geschichtswissenschaft soviel Wert auf Hierarchie?

Es wird ja heute allerorts gepredigt, dass der Nachwuchs unser wichtigster Rohstoff ist. In Tagen wie diesen erkennt man, wem dieses Credo wirklich am Herzen liegt.
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Promovierende Historikertag | 27.09.2018 | 10327 Aufrufe | 61 | Artikel

Gespaltene Zunft? Welchen Stellenwert haben Promovierende für den Historiker_innenverband?

Offener Brief an die Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Luise | 29.09.2018 | 15:54 Uhr
Meine volle Unterstützung für dieses Anliegen!
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Wenzel Seibold | 29.09.2018 | 14:30 Uhr
Es geht nicht nur um die „Rolle und Partizipation der Doktorandinnen und Doktoranden auf dem Historikertag“. Neben dem Doktorand*innenforum waren die Rahmenbedingungen auch für das Schnupper-histocamp nicht prickelnd. Auffindbarkeit (fehlende Wegweiser), Räumlichkeiten (Keller), Ausstattung (kein vorbereitetes Visualisierungsmaterial; beginnende Bauarbeiten in den Räumen kurz vor der Veranstaltung) vermittelten nicht das Gefühl, große Unterstützung zu erfahren. Dass die Organisation eines so großen Kongresses eine sehr komplexe Aufgabe ist, die überwiegend sehr erfolgreich durchgeführt wurde, ist anzuerkennen und durch etwas Improvisation konnte auch unter den gegebenen Umständen erfolgreich „gecampt“ werden. Die gegenüber jungen Forscher*innen − mit Sicherheit ohne böse Absicht − zum Ausdruck gebrachte Wenigbeachtung auf dem Historiker*innentag ist jedoch Teil tiefer gehender Schieflagen.

Für all diejenigen, die sich auf den unteren Ebenen der akademischen Laufbahn bewegen, geht es um existenzielle Fragen: Habe ich eine Zukunftsperspektive in diesem Beruf? Lässt sich dieser Beruf mit einer Familie vereinbaren? Wann werde ich länger als ein oder zwei Jahre im Voraus planen können?

Diese Unsicherheit wirkt sich nicht nur auf die einzelnen Personen aus, die sich vielleicht irgendwann beruflich umorientieren oder sich noch stärker darum bemühen, wahrhaft in die „Zunft“ aufgenommen zu werden, sie wirkt auch auf die Inhalte der Wissenschaft. Texte und Forschungsfragen werden nicht nur um ihrer selbst willen, sondern stets auch mit dem Hintergedanken an die damit einhergehende Reputation verfasst und ausgewählt. Netzwerke wie sie auf dem Historiker*innentag geknüpft werden, folgen oft ähnlichen Prämissen. Mit der Zeit entsteht so eine primär um sich kreisende und sich von aktuellen Fragen und der Allgemeinheit entfremdende Gruppe. Die wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Geschichtswissenschaft gerät dadurch aus dem Fokus. In einer Zeit, in der demokratische und friedenssichernde Errungenschaften zunehmend infrage gestellt werden, in der rechte Parteien öffentlich Geschichtsverfälschungen verbreiten, können und dürfen sich das Historiker*innen nicht leisten.

Die auf dem Historiker*innentag in Münster verabschiedete „Resolution zu gegenwärtigen Gefährdungen der Demokratie“ ist ein wichtiges Signal und weit mehr als ein bloßes „Parteitag spielen“ wie es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/historikertag-stellt-sich-gegen-die-afd-15812149.html) dargestellt wird. Und auch innerhalb der Sektionen wurde das Um-sich-selbst-Kreisen durch Inhalte und Rückbindung an aktuelle Entwicklungen aufgebrochen. Aufgabe eines Interessenverbands, der sich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verpflichtet sieht, ist es aber auch, die von jungen Wissenschaftler*innen artikulierten Probleme ernst zu nehmen, sie klar zu benennen und Lösungen aufzuzeigen. Die Konkretisierung der oben angedeuteten „konstruktiven Kommunikationsform“ wäre als Gesprächsangebot ein erster wichtiger Schritt. Nach dem Austausch gilt es dann, Lösungen einzufordern − auch in Opposition zu Arbeitgeber*innen, Institutionen und Politik.

Die Alternative wäre #wissenschaftverhüten − eine (weitere) Alternative, die sich kein am Allgemeinwohl orientierter Mensch wünschen kann.
https://www.openhistory.de/kondom/
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

S. N. | 29.09.2018 | 12:42 Uhr
Nun zeigt die Verbandsspitze ihr wahres Gesicht: Kein Wort der Entschuldigung! Die von den Promovierenden benannten Missstände werden auf ein Detailproblem - 4 von 55 Postern fehlten - reduziert und damit marginalisiert. Ansonsten wird wortreich abgewiegelt. Ein weiterer Beleg dafür, wie wenig die Anliegen des sogenannten Nachwuchs beim VHD ernst genommen werden.
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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4537 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Gerd | 29.09.2018 | 11:43 Uhr
Frau Schlotheuber fordert konstruktive Kommunikation? Droht den Doktorand_innen nach der Festveranstaltung in einer unprofesionell emotionalen Hasstirade dann aber mit "Konsequenzen"? Was bitte ist daran konstruktiv?

Wenn junge Wissenschaftler begründete Kritik äußern und dafür vom Vorstand des Historikerverbandes mit Konsequenzen bedroht werden, die in dieser Form nur negative Auswirkungen auf die Karriere der jungen Menschen meinen können ... wenn also Einschüchterung das Mittel der Wahl ist, um dem angeblich so sehr am Herzen liegenden "Nachwuchs" zu begegnen, dann ist das ein Armutszeugnis für den Verband.

Nicht die Doktoranden sollten in der verbalen Schusslinie stehen, sondern das völlig misratene Konfliktmanagement des Verbandes.
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Georgios Chatzoudis | 18.09.2018 | 34415 Aufrufe | 12 | Interviews

"Diese Körper sind von Angst erfüllt"

Interview mit Klaus Theweleit über aktuelle Gewalt in Deutschland

tx | 29.09.2018 | 10:28 Uhr
Ein erfrischend deutliches Statement, dass ich gerne weiterverbreite, soweit es meine Reichweite zulässt. Vor allem die Dekonstruktion der vermeintlichen "Objektivität" der bürgerlichen (und damit eben eben doch Lügen-)Presse finde ich äußerst luzide.
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Georgios Chatzoudis | 18.09.2018 | 34415 Aufrufe | 12 | Interviews

"Diese Körper sind von Angst erfüllt"

Interview mit Klaus Theweleit über aktuelle Gewalt in Deutschland

Fritz Iversen | 29.09.2018 | 09:51 Uhr
Danke für diese Perspektive auf den tatsächlich rätselhaftesten Punkt, die "Mordlust", in der die männliche Aggressivität endgültig jede zivilisierte Gezähmtheit und jede Affektkontrolle verliert und monströses Untaten-Potenzial erhält. Ich frage mich allerdings, ob der Kern der Hypothese richtig ist: "Die Mordlust hat schlimmere körperliche Motoren: Angst des fragmentierenden Körpers vorm Untergang; vorm Verschlungenwerden von den umgebenden Realitäten."
Die Angst vor einer Bedrohung kann logischerweise immer psychische Energie bereitstellen, also "motivieren". Es gibt allerdings ein zweites Motiv, das gerade bei diffusen Auslöschungswünschen viel regelmäßiger zu beiobachten ist: Hass. Hass ist gekennzeichnet als der Wunsch, dass etwas nicht existieren soll. Solcher Hass kann sich auch auf Gegenstände beziehen, auf Tiere, auf Bäume, also "auf alles, was existiert", oder eben relativ häufig auf andere Menschen oder Menschengruppen, manchmal auch auf sich selbst. Hass drängt innerlich auf die komplette Beseitigung, gebiert diesen Wunsch, zu zerkleinern, zu verbrennen, zu töten, verschwinden zu lassen. Bei Menschen gehen die Auslöschungswünsche verschiedene Wege: Bei einigen besonders hilflosen "Männerkörpern" den Weg nackter Spontangewalt, bei gebremsteren Charakteren den Weg des Deligierens an Interessenvertreter, und die Schlauen organisieren Propaganda für "politische Lösungen" wie Abschieben, Einsperren, Burggräben ziehen etc. Der schlaue Hass ist unkörperlich, stammt aber aus dem gleichen Wunsch nach Beseitigung des Verhassten wie bei den "mordlüsternen" Körpern das persönliche Ausagieren des Wunsches in wörtlicher Form.
Jetzt bliebe zu fragen, wo der Hass auf X jeweils herkommt. Die Möglichkeit zum Hass hat wohl jeder und jede, kommt auch in jedes Menschen Leben vor (siehe z.B. wie Theweleit selbst an einer Stelle quasi nur die "Beseitigung" gewisser Leute für eine mögliche Lösung hält, im Sinne eines Unsichtbarmachens oder Verschwindenlassens aus der Öffentlichkeit).
Der Hass auf Fremde und Andersartige könnte allerdings tatsächlich seine Ursachen im ungeschützten Jungenkörper haben. Jungen müssen in einem charakteristischen Zwiespalt aufwachsen, der für Mädchen genau nicht gilt (da gibt es andere Grundkonflikte): Sie sollen nicht weinen, stark sein, Sieger sein etc., sind aber tatsächlich so schutzlos und liebebedürftig wie jedes Kind.
Vermutlich liegt da ein Grund, warum Jungen sehr früh anfangen mit Bewaffnung zu liebäugeln - der Stock ist der ersehnte Kraftzuwachs. Und dass sich auf den Fremden dann das General-Trauma projiziert, als Kind den Größeren überall ausgeliefert zu sein, während man sich doch stark und mutig fühlen sollte, erscheint mir nachvollziehbar.
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Promovierende Historikertag | 27.09.2018 | 10327 Aufrufe | 61 | Artikel

Gespaltene Zunft? Welchen Stellenwert haben Promovierende für den Historiker_innenverband?

Offener Brief an die Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Mareike Heide | 29.09.2018 | 01:01 Uhr
Absolute Unterstützung!!!
Ernsthaft, zur Sicherheit das eigene Poster mitbringen etc. - das kann man doch nur schreiben, wenn man selbst nie in der Situation war. Finanziell ausgebrannt, mit den Nerven am Ende und immer das Gefühl 'Alles was ich tue, reicht nicht' - so ist die Standardsituation als Doktorand. Die Situation Promovierender ist absolut unannehmbar. Der VHD trägt nicht zur Besserung bei. Allein vor 2 Jahren die Kommentare zur Preisverleihung. Ständig der Kommentar "Hoffentlich kommt das Projekt auch zum Ende!" - nicht selten ist das eine Frage der Unterstützung durch den/die Doktorvater/Doktormutter und vor allem Möglichkeiten der Finanzierung.
Abgesehen davon: als Teilnehmerin des Doktorandenforums 2016 (und Preisträgerin, also kein Kommentar aus Frust!) kann ich sagen, dass absolute Unsicherheit herrschte hinsichtlich der Anforderungen. Was sollte aufs Plakat? Wieviel Mühe soll man sich mit der ästhetischen Gestaltung geben? Ist Optik oder Inhalt wichtiger? Was sollte man in dem geforderten "Kurzreferat" thematisieren - nur Inhalt, oder auch Gestaltung? Dann die Präsentation in einem Zelt - häufig stand man Stunden da, ohne dass ein Besucher kam und Interesse zeigte.
Das schlimmste aber war wirklich die permanente Erinnerung daran, dass es ja so viele gibt, die nicht abschließen...sowohl bei der "Eröffnungsrede" (anwesend: die Doktoranden und die Jury) zum Doktorandenforum, als als auch bei der Festveranstaltung, bei der die Preise verliehen wurden. Permanent der Hinweis: na hoffentlich kommt das noch zum Ende.
Ich denke, dass in vielen Fällen, in denen Doktorarbeiten nicht zum Ende kommen, der Fehler auch im System zu suchen ist (wieder: keine Kritik aus Frust; ich habe abgeschlossen). Wie finanziert man diese Zeit? Hat man ausreichend Unterstützung vom/von Doktorvater/Doktormutter? Hat man Hilfe (die braucht man einfach!), um sich ein Netzwerk aufzubauen? Etc., etc.
Ein Doktorand/eine Doktorandin hat so viele Hindernisse und Hürden zu nehmen - vor allem, wenn er/sie im wissenschaftlichen Betrieb bleiben will. Da sollte es viel mehr Hilfestellungen geben. Und da sollte vor allem auch eine ansprechendere, besser unterstützte Präsentation möglich sein, als es bisher der Fall war (wieder: kein Frust! Ich hab ein Glück Kontakte knüpfen können).
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Promovierende Historikertag | 27.09.2018 | 10327 Aufrufe | 61 | Artikel

Gespaltene Zunft? Welchen Stellenwert haben Promovierende für den Historiker_innenverband?

Offener Brief an die Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Nikolai Okunew | 28.09.2018 | 23:56 Uhr
'Wenn ich schon bei der Postersektion mitmache, dann bringe ich doch zu Sicherheit mein eigenes Poster, schick ausgedruckt, selbst noch mit!'

Satire darf Alles?

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Promovierende Historikertag | 27.09.2018 | 10327 Aufrufe | 61 | Artikel

Gespaltene Zunft? Welchen Stellenwert haben Promovierende für den Historiker_innenverband?

Offener Brief an die Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Karoline Döring | 28.09.2018 | 22:11 Uhr
Als Replik auf Jan Keupp & Randnotiz: Es handele sich "vor allem um die schätzenswerte Anstrengung ganz konkreter Personen, die übrigens zum Gutteil noch nicht oder gerade erst promoviert sind." Genau das ist doch Teil des Problems! Ein Kongress dieser Größenordnung und von so herausragender Bedeutung erfordert ein professionelles Eventmanagent. Sicher war das Team mit Herzblut dabei. Der Erfolgsdruck ist auch immens hoch. Angesichts der vielen anderen Verpflichtungen junger Forschender in prekären Beschäftigungsverhältnissen ist so ein Engagement in der Tagungsorganisation m. E. problematisch, gerade wenn wenige bis keine Ressourcen zur Verfügung stehen. Ich würde mir wünschen, dass die Kritik der Promovierenden auch zu einem Nachdenken über die Organisationsstruktzr des Kongresses allgemein führt. Warum muss der größte Kongress der Geschichtswissenschaft ein Wanderzirkus sein, der alle zwei Jahre mit völlig neuem Team in völlig neuer Umgebung gastiert & dabei Ressourcen ausbrennt ("bis an den Rand der Erschöpfung") ? Wo bleibt die Nachhaltigkeit? Welcher Rahmen ist noch zu bewältigen und wo ist es nur noch mit Abstrichen zu schaffen? Sicher, der IMC in Leeds ist so erfolgreich, weil man dort 200 Pfund Anmeldegebühr blecht, die in die Organisation fließen, aber auch und gerade weil dort organisatorisch & personell nicht jedes Jahr das Rad neu erfunden werden muss.