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Georgios Chatzoudis | 06/24/2014 | 21578 Views | 10 | Interviews

Ustaša - "Faschismus und Nationalsozialismus als ideologische Leitsterne"

Interview mit Alexander Korb über Kroatien im Zweiten Weltkrieg

Dr. Alexander Korb | 14.05.2020 | 16:04
Geehrte/r DPM,

ich möchte Ihnen widersprechen, dass mein Interview zu wenig wissenschaftlich und objektiv ist. Ich denke, dass ein Blick in das Buch einige ihrer Bedenken zusätzlich zerstreuen würde - so gehe ich detailliert auf die Art und Weise ein, wie die Gewalttaten der Ustasche dämonisiert wurden, und warum. Was die Opferzahlen betrifft, betrachte ich meine Arbeit nicht als originären Beitrag, aber zum Glück wird die Zahl auch dank der akribischen Arbeit der Gedenkstätte Jasenovac immer präziser.
Ich würde mich über Literaturhinweise bezüglich der Massaker an Kroaten und Muslimen in BiH freuen - das ist etwas, dass ich in der Tat kaum untersucht habe. Vielen Dank im voraus,

Alexander Korb
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Georgios Chatzoudis | 05/10/2020 | 1934 Views | 14 | Announcements

Erklärung der L.I.S.A.Redaktion

In eigener Sache

M. Ulrich | 11.05.2020 | 19:14
In der Tat, Frau Franz. Ein kluger Mann der LISA schrieb einmal zu einem anderen Beitrag Untenstehendes und bewies damit Haltung und Rückgrat - auch wenn der Wind einmal heftiger wehte :-) Schade, dass er dieses Mal dem Druck "ein Mißverständnis" auszuräumen, nachgegeben hat:


"Dass der Vortrag Dr. Roths in einigen Kommentaren sehr scharf kritisiert wird, hat mich überrascht, halte ich aber im Sinne einer demokratisch verfassten Öffentlichkeit für legitim. Ich denke, dass es Ausweis eines funktionierenden und pluralen öffentlichen Diskurses ist, andere Meinungen bzw. Meinungen, die der eigenen sogar diametral entgegenstehen, gewähren zu lassen und diese auszuhalten, sofern die Meinung nicht die Standards einer demokratisch verfassten Zivilgesellschaft bewusst und gezielt unterläuft."
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Georgios Chatzoudis | 05/10/2020 | 1934 Views | 14 | Announcements

Erklärung der L.I.S.A.Redaktion

In eigener Sache

Nina Franz | 10.05.2020 | 19:49
re: M. Ulrich

Ja, es wäre sicher besser gewesen, den Beitrag und die konstruktive Kritik an ihm sichtbar zu lassen und Frau Diefenbach und Herrn Ulrich die Gelegenheit zu geben, auf die Einwände zu ihrer Position zu reagieren, sowie den Beitrag um den historischen Kontext der "political correctness"-Debatte und ihrer Ideologisierung hinzuweisen. Das wäre enorm wichtig, gerade bei diesem Thema, und ich hoffe, dass das Herausgeberteam von L.I.S.A. sich hierfür die Zeit nehmen wird.
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Georgios Chatzoudis | 05/10/2020 | 1934 Views | 14 | Announcements

Erklärung der L.I.S.A.Redaktion

In eigener Sache

M. Ulrich | 10.05.2020 | 19:31
Ein Beitrag, der sich gegen die Political Correctness wendet, wird gelöscht, weil er nicht politisch korrekt ist.

Quod erat demonstrandum, kann man da nur sagen.

Oder anders ausgedrückt: Genau mein Humor.
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Georgios Chatzoudis | 05/10/2020 | 1934 Views | 14 | Announcements

Erklärung der L.I.S.A.Redaktion

In eigener Sache

Georgios Chatzoudis | 10.05.2020 | 16:53
Lieber Herr Weidner,

haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Anregungen. Ich denke auch, dass das Thema "Political Correctness" nicht unter den Teppich gekehrt werden sollte. Auch und gerade nicht in einem Wissenschaftsportal wie L.I.S.A., das sich unter anderem als eine Plattform versteht, die zu fruchtbaren Debatten beitragen möchte und dazu Stimmen aus der Wissenschaft einholt. Ich gebe Ihnen recht, dass dieses Thema für ein schriftliches Interview offenbar nicht geeignet ist, gerade weil es so polarisiert. Wir werden versuchen, das Thema weiterzuverfolgen und in einem anderen Format zu diskutieren. Möglicherweise kann in Zeiten von Corona und den Kontakteinschränkungen ein Chat ein Forum sein. Wir halten Sie und alle anderen, die sich für dieses Thema interessieren, gerne auf dem Laufenden.

Viele Grüße
Georgios Chatzoudis
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Georgios Chatzoudis | 05/10/2020 | 1934 Views | 14 | Announcements

Erklärung der L.I.S.A.Redaktion

In eigener Sache

Tobias Weidner | 10.05.2020 | 16:44
Lieber Herr Chatzoudis,
das ist gut wichtig und richtig.
Die "pc"-Thematik - und die Thesen der Autoren - sollten aber auch im Portal wirklich weiter diskutiert werden (obschon ich mir nicht sicher bin, ob ein solches Postulat in den Augen von Diefenbach und Ullrich nicht schon wieder zu "pc" ist!).
Es gibt ja eine ganze Reihe guter und differenzierter Forschung verschiedener Disziplinen zum Thema. Historiker haben z.B. gezeigt, das "political correctness" ein dezidierter Kampfbegriff politischer Sprache ist, der einen sehr genau zu bestimmenden historischen Ort hat: Besonders in den USA wird er von Neokonservativen seit Beginn der 1990er-Jahre dazu genutzt, liberale Anti-Diskriminierungspolitik zu diskreditieren (Literaturtipp: Der Text von Mittmann in: Hölscher (Hg.): Political Correctness (2008)). Und dass er im aktuellen Sprachgebrauch in der deutschen politischen Debatte ein Begriff ist, der (nicht nur aber) auch von der AfD genüsslich gegen eine angebliche "linksgrünversiffte" Deutungshoheit in Stellung gebracht wird, ist wohl kaum von der Hand zu weisen.
Als der Text gelöscht wurde, wollte ich auf Ihre Rückmeldung im Kommentar gerade fragen, ob ein schriftliches Interview die richtige Form war, um die Thesen dieser Autoren zu diskutieren. Kritisch diskutiert wurde in der gewählten Form nämlich faktisch nicht. Journalistisches Gebot wäre bei einigen der vertretenen Positionen nicht nur die Präsentation von Positionen, sondern auch die kritische Nachfrage. Das Verhältnis der Behauptungen von Diefenbach und Ullrich zu (neu-)rechter Rhetorik war eine wirklich auffällige Leerstelle im Text. Eine Art "elephant in the room".

Viele Grüße
Tobias Weidner
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Georgios Chatzoudis | 05/08/2020 | 759 Views | 1 | Interviews

7. Mai 2020 | Coronakrise: Lockerungen. Wird der deutsche Föderalismus nun zur Schwäche?

LogBuch "Corona, geisteswissenschaftlich betrachtet". Eine Gesprächsrunde mit Jürgen Zimmerer und Georgios Chatzoudis

R.Gunst | 09.05.2020 | 11:54
`Genau dieser Effekt, der falschen Sicherheit, ist eingetreten´. Der Satz trifft den grassierenden Virenwahn haargenau. Hilflose Laienpolitiker, die eigentlich nichts mehr bewegen konnten gelten in der Krise plötzlich wieder etwas. Rasch bedienten sie sich nun dem alten, im Vorderen Orient entstandenen Mythos des guten Hirten. Der schützt sein Volk und erzieht es auch. Mit künstlich befeuerter Angst wurden die Staatsschafe von ihm wieder ins Gatter getrieben und anscheinenden danken sie ihm die Abschaffung ihrer Grundrechte auch noch. Der Virenwahn brachte das Ende der Demokratie und den guten Hirten zurück auf die politische Bühne.
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Prof. Dr. Manfred Clemenz | 04/19/2020 | 502 Views | 1 | Articles

"Der Kunstmarkt ist lediglich eine Bankierspekulation"

Van Goghs Kunstmarktstrategien

Feridun Yücedinç | 08.05.2020 | 22:11
Ich hatte den Privileg, während meines Soziologiestudiums Ende der Siebzigerjahre an der Johann Wolfgang Universität in Frankfurt an den Seminaren vom Professor Manfred Clemenz teilzunehmen. Schon damals fiel mir als gelehriger Student sein ästhetisches Empfinden, das sich auch in seiner bildhaften Ausdrucksweise deutlich machte. Als ich nun nach über vierzig Jahren seinen Artikel über meinen Lieblingsmaler Van Gogh lies, war ich regelrecht innerlich durchwühlt. Nach dem Lesen des Artikels hat sich für mich ein Kreis geschlossen. Der Artikel selbst war für mich auch sehr aufschlussreich, da der Maler aus einer mir bis dahin nicht so bekannten Perspektive dargestellt wurde..
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Lena Reuter | 05/05/2020 | 1728 Views | 4 | Interviews

Corona und die Debatte um das Grundeinkommen

L.I.S.A.Chat zum Für und Wider mit Ute Fischer und Dorothee Spannagel

Zoli | 07.05.2020 | 12:36
Ihren Punkt 1.), Frau Rosenstrauch, sehe ich nicht.

1200,- € für eine vierköpfige Familie sind 4800 € netto!

Die Frage ist eher, ob dann jemand noch ernsthaft für 1000 € zusätzlich Klos putzt ...
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Lena Reuter | 05/05/2020 | 1728 Views | 4 | Interviews

Corona und die Debatte um das Grundeinkommen

L.I.S.A.Chat zum Für und Wider mit Ute Fischer und Dorothee Spannagel

Hazel Rosenstrauch | 06.05.2020 | 17:07
Schön dass es thematisiert wird. Wünsche für weitere Diskussionen:
1. Falls es BGE gibt, wird voraussichtlich Wohngeld, Kindergeld etc. wegfallen, das könnte bei einem Grundeinkommen von ca 1.200,- € wie derzeit diskutiert, für einige Gruppen zu einer enormen Verschlechterung führen.
2. besteht die Befürchtung, dass, wenn es ein BGE gibt, die Löhne sinken;
3. wie ist das mit Menschen, die in Deutschland leben und keine deutsche Staatsbürgerschaft haben - derzeit ist das Kriterium, dass man hier Steuern zahlt, das würde u.U. wegfallen.
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Lena Reuter | 05/05/2020 | 1728 Views | 4 | Interviews

Corona und die Debatte um das Grundeinkommen

L.I.S.A.Chat zum Für und Wider mit Ute Fischer und Dorothee Spannagel

Zoli | 06.05.2020 | 16:54
Hallo, Sozialismus oder nicht. Ich denke auch, dass ihr Punkt 1 das große Problem wird. Eine Produktivität, wie sie heute besteht, läßt sich nur über Druck erreichen.

Wenn der wegfällt sinkt diese auch dramatisch. Damit gibt es dann auch nichts mehr zu verteilen.
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Lena Reuter | 05/05/2020 | 1728 Views | 4 | Interviews

Corona und die Debatte um das Grundeinkommen

L.I.S.A.Chat zum Für und Wider mit Ute Fischer und Dorothee Spannagel

Gertrud H. | 06.05.2020 | 09:58
Am Ende ist das BGE der alte Sozialimus in modernem Design - und deswegen funktioniert es auch nicht. Die Gründe:

1.) Bei den Berechnungen gehen die meisten Modelle von einer gleichbleibenden Einnahmesituation wie in der Marktwirtschaft aus. Das ist geradezu absurd. Die Steuereinahmen werden wie in der Sonne schmelzen, Firmen abwandern.

2.) Wie wollen sie die (bereits jetzt aufgrund der hohen Steuerlast stattfindende) Abwanderung verhindern? Wie 1961 in der DDR? In vielen Branchen reicht es schon wenn ein paar Hundert Topentwickler abwandern, um einen ganzen Wirtschaftszweig kollabieren zu lassen (siehe dann auch als Folge 1.)

3.) Im Sozialismus war die "Unter-der-Hand-Wirtschaften" gang und gäbe. In der Sowjetunion gab es in den 80ern massive mafiöse Strukturen der Korruption. Dies ist in allen sozialistischen Staaten so gewesen. Wie wollen sie das verhindern? Mit dem Polizeistaat 3.0?

4.) Es gibt Berechnungen, wie weit ein Individuum steuerlich ausgepresst werden kann, bis es aufhört zu arbeiten. Diese Grenze würde weit überschritten.


5.) Politische Stimmungen wandern hin- und her. Es wird sich schnell eine starke "Anti-BGE-Partei" bilden, die hohe %-Zahlen macht. Was dann? Verbieten? Bautzen wieder aufmachen zum Wohle der sozialistischen Volks ... pardon BGE-Gemeinschaft.
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Ingolf Seidel | 03/28/2020 | 836 Views | 2 | Announcements

"Unangepasst. Repressionserfahrungen von Frauen in der DDR"

Ronald Wolf | 04.05.2020 | 17:32
Das die DDR ein Unrechtsstaat war ist eine Auslegungs - oder Definitionsfrage. Wie viele Menschen werden eigentlich bezahlt um diese Lieblingsthese der westdeutschen Geschichtsschreibung zu untermauern. Die Vertreter dieser Lehre sind eifriger als die Zeugen Jehovas und bedeutend engstirniger.
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L.I.S.A. Redaktion | 02/23/2010 | 73561 Views | 4 | Movies by the Gerda Henkel Foundation

Abae - the mystery of the oracle (Greece)

Nan Mena | 28.04.2020 | 22:59
Very interesting! I think is an amazing work this team did, that let us learn more about the ancient cultures. Congratulations for your efforts!
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Prof. Dr. phil. Brigitte Sölch | 01/15/2017 | 980 Views | 1 | Events

Studientag: Kulturforum Bürgerforum Humboldt Forum - Aktualität und Nachleben einer (antiken) Idee

01/20/2017 | Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal 3075

Dr. Thomas Küntzel M.A. | 28.04.2020 | 19:02
Die "Forums-Idee" besaß im Mittelalter eine viel größere Bedeutung als lange bekannt war. Nicht nur als Marktplatz allgemein, sondern als konkretes bauliches Modell, das mehr oder weniger genau nachgebaut wurde, mitsamt den angrenzenden Kirchen, der "Arx" oder dem Kolosseum, teils verkleinert, aber die Bezüge lassen sich ganz gut nachvollziehen. In der lokalen Geschichtsforschung besitzt dieser Aspekt selten eine Tradition, weshalb die Thesen oft zurückhaltend aufgenommen werden. Es gibt jedoch immer mehr Nachweise. Heiligenstadt und Königslutter sind nur zwei Beispiele von vielen. Die "Tieridee" findet sich möglicherweise als "Reimport" dann in einem römischen Reiseführer des 13. Jahrhunderts wieder (als Zeichnung in Gestalt eines Stadtplanes, als "Objekt des Monats" bei der Staatsbibliothek Hamburg, April 2013). https://cma.gbv.de/z/2019
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Diplom Designer Michael Körner | 03/07/2020 | 584 Views | 1 | Announcements

Gerhard Reinhold: OTTO-Glocken

Die Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto.

Buchhandlung Melchers, Bremen | 27.04.2020 | 16:25
Guten Tag,

ich würde gerne für eine Kundin das OTTO-Glockenbuch bestellen. Geht das auf diesem Wege?
Danke für Ihre freundliche Rückmeldung

Buchhandlung Melchers
Irene Nehen
Schwachhauser Heerstr. 207
28211 Bremen
melchers@nord-com.net
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Nadja Thelen-Khoder | 04/25/2020 | 477 Views | 1 | Articles

Zu blöd für diese Welt?

„Äquidistanz“? „Hufeisentheorie“?

O. Ingmar | 26.04.2020 | 12:39
Die Hufeisentheorie ist recht einfach. Sie besagt, dass Links- und Rechtsradikale extrem demokratiefeindlich und daher zu bekämpfen sind. Das ist vollkommen richtig.

Dabei geht es weniger darum, dass die Rechtsradikalen "schlimmer" sind, sondern das beiden Richtungen eine gleiche intolerante, demokratiefeindliche Haltung zugrundeliegt, in der es für Andersdenkende keinen Platz gibt.

Linke wehren sich gegen die Anologie. Man kann natürlich sagen derjenige, der einen "nur" verprügelt, weniger schlimm ist, als der, der einen tötet. Das macht es aber nicht besser. Ich würde die die linke Heuchelei mal so formulieren:


Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Was aber Faschismus ist bestimmen wir. Und faschistisch ist im Zweifel alles, wenn man nicht unserer Meinung entspricht.


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Georgios Chatzoudis | 04/25/2020 | 708 Views | 1 | Interviews

24. April 2020 | Coronakrise: Wo liegt die Verantwortung - Staat oder Bürger und Bürgerinnen?

LogBuch "Corona, geisteswissenschaftlich betrachtet". Eine Gesprächsrunde mit Jürgen Zimmerer und Georgios Chatzoudis

Matthias Krämer | 25.04.2020 | 14:55
Georgios Chatzoudis weist auf seine gegensätzlichen Wahrnehmungen hin: "Einmal das, was Virologen und Medien mir über die Gefahren und Risiken sagen, und zum anderen mein tagtägliches persönliches Erleben. Überall begegnen sich Menschen, in den Parks, auf den Gehwegen, in den Geschäften. Dann Berichte über die extrem hohe Ansteckungsgefahr des Virus. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kenne nach wie vor nicht eine Person, die sich infiziert hat. Die zwei Wahrnehmungen kollidieren ständig bei mir."

Das erinnert mich an die Überlegungen über "Öffentlichkeit und Erfahrung" (Oskar Negt/Alexander Kluge, 1972), wonach Massenmedien eine Art "mittelbare Erfahrung" aggregieren, während wir im Alltag direkt "unmittelbare Erfahrungen" machen. Die Kollision beider Wahrnehmungsarten erleben viele Menschen häufig, aber nun fällt sie auf, weil beide Handlungsrelevanz beanspruchen. Maske oder nicht? Die erste Orientierung ist, ob auf der Straße oder im Supermarkt alle eine tragen oder niemand. Dringliche Empfehlungen der Bundesregierung werden nicht massenhaft handlungsleitend, wenn im Alltag überall nur Menschen ohne Masken zu sehen sind.

Ich habe das Problem des Widerspruchs von mittelbarer und unmittelbarer Erfahrung anders erlebt: Als Wissenschaftler bin ich es gewohnt, "mittelbare Erfahrung" auszuwerten und kritisch zu bewerten, für mich als Historiker ist Quellenkritik gewissermaßen Alltag. Als ich Anfang März, in der Woche nach Karneval, nach NRW gereist bin, musste ich beurteilen, wie riskant das ist. Mir war klar: Es besteht ein Risiko, mich zu infizieren und daraufhin andere Leute anzustecken. Ich kenne mehrere Menschen, die Pflege unterrichten. Wenn ich die anstecken würde, könnten sie PflegeschülerInnen anstecken, die dann Pflegeheime infizieren würden. Ich wusste, dass ich das nicht mehr kontrollieren könnte, wenn ich einmal infiziert wäre.

Heute bin ich froh, damals nicht mit dem Zug gefahren zu sein, sondern mit dem Auto. Ebenso habe ich Kontakt zu Menschen eher vermieden. Manche Menschen in meiner Umgebung konnten das nicht so konsequent tun wie ich, weil ich ohnehin meist in der Einsamkeit meiner Studierstube arbeite. Ich kenne mehrere Menschen, die sich fragen, ob ihre langwierige Atemwegserkrankung bis hin zur Lungenentzündung nun Covid-19 ist oder nicht.

Wer aber alltäglich praktisch und unmittelbar erfährt, dass sich überall Menschen begegnen, der erhält davon ein starkes Signal, das Normalität suggeriert und die massenmedial präsentierten Risiken dementiert. Seit Karneval wussten alle in einem abstrakten Sinn, dass das Virus in Deutschland ist. In dem konkreten Sinn, wie der Alltag sich dadurch verändern muss, ist die Information aber bei vielen Menschen nur langsam angekommen.

Die Alltagserfahrung von "Normalität" gewinnt im Alltagsbewusstsein gegen die mittelbare Erfahrung von VirologInnen, die im Rundfunk die Gefährlichkeit von Covid-19 erläutern.

Das Bemühen der Politik, soweit wie möglich Normalität zu inszenieren, ist daher fatal. Ins Alltagsbewusstsein dringt die Unnormalität der Situation nämlich erst, wenn gezielt Unnormalität inszeniert und dann unmittelbar erlebt wird. Das könnte der Hauptnutzen einer Maskenpflicht sein: Man sieht in den Gesichtern um sich herum, dass etwas nicht normal ist.
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Georgios Chatzoudis | 04/24/2020 | 761 Views | 1 | Interviews

"Ich wünsche mir lautere Stimmen der Soziologen, der Philosophen und der Ethiker"

Skype-Interview mit Marcel Fratzscher über die Ökonomie in der Coronakrise

Helga | 24.04.2020 | 12:25
https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/gastbeitrag-von-daniel-stelter-versteckter-reichtum-italien-will-lieber-deutschland-als-seine-buerger-zahlen-lassen_id_11917977.html

Einfach mal lesen ...

Dazu ist Herr Fratscher bei deutschen Familien deutlich weniger großzügig. Denen will er nämlich (ersatzlos, auch kein Familiensplitting) das Ehegattensplitting wegnehmen.

Grund: dann müssen die Familienmütter namlich jeden Job annehmen, um die Finanzlücke zu stopfen. Noch mehr Schlüsselkinder, noch mehr kaputte Familien.

Aber Hauptsache die italienischen Milliardäre werden nicht angetastet und mit deutschen Steuergeld gemästet. Darauf ein Bunga-Bunga.
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Georgios Chatzoudis | 04/18/2020 | 973 Views | 2 | Interviews

17. April 2020 | Coronakrise: National, europäisch oder global?

LogBuch "Corona, geisteswissenschaftlich betrachtet". Eine Gesprächsrunde mit Jürgen Zimmerer und Georgios Chatzoudis

M. Ulrich | 21.04.2020 | 07:47
"Guérot: Zurück zur Solidarität heute. Zinsgemeinschaft durch Coronabonds, das muss jetzt kommen."


Ach, wenn sie doch außer roasaroter Gefühligkeit doch auch noch zumindest rudimentärste Fakten im Programm hätte. Dann würde sie auch wissen, dass die Italiener bei 100 Milliarden Nettoaufnahme gerade mal 1,7 Milliarden mehr an Zinsen als Deutschland zahlen müsste. Viel Geld, aber im großen Rad der Billionen die berühmten Peants.

Die Lösung wäre einfach - die EU zahlt die 1,7 Mrd. Zinsdifferenz. Aber Frau Guerot will ja dass das deutsche Volk stattdessen direkt die Haftung für Billionen von Altschulden (der Eliten in Rom) übernimmt und damit zukünftige Generationen in den Schuldenturm führt.

Es ist die selbe traurige Geschichte wir in der Flüchtlingskrise: das böse Deutschland, dass nur 2 Millionen aufgenommen hat und das gute Italien, dass doch 350 000 aufgenommen hat (und diese auch noch mies wier niemand sonst behandelt, auf dass sie ja nach Deutschland abhauen)

Immerhin klappt bei den Italienern die Propaganda ... zumindest bei den eher naiven Gemütern der progressiven Deutschen.