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Georgios Chatzoudis | 30.11.2014 | 534 Aufrufe | Artikel

30 Nov. 1914. Montag. Lublinitz

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Brief von Musch Richter vom 25ten ds: „Gestern sprach ich Richard Strauss; ... er fand den Krieg „doch unzeitgemäss u langwierig“; eine ähnliche Stimmung fand ich bei Schwabachs (wo er für ein paar Tage erkrankt mit eisernem Kreuz aus Brüssel angekommen war); möchte allen diesen aus Ost oder West (am liebsten von Ypern her) eine frohe Botschaft den Glauben stärken.“ – Ich notiere dies, weil bei uns im Felde von solchen Stimmungen keine Spur ist. Bei Strauss entbehrt diese Haltung nicht der Komik, da er vor dem Kriege einen Krieg mit Frankreich durchaus forderte und so tat, als ob er brennend wünschen würde, mitzugehen. Nun ist er nicht mitgegangen und nicht zufrieden, dass der Krieg gekommen ist. – Nach Herby, um unseren Munitionsnachschub klarzustellen. Dann weiter nach Lublinitz.

„Richard-Strauss“ von Max Liebermann

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