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Aleksandra Ambrozy | 27.10.2019 | 241 Aufrufe | Ankündigungen

Prof. Dr. Bertrand Binoche (Paris) - Beantwortung der Frage: Was sind die ‹Lumières› (und nicht die ‹Aufklärung›)?

Vortrag im Rahmen der Halle Lectures 2019: Vom Nutzen und Nachteil der Polemik
26. November 2019 I 18 Uhr s.t. I Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung, Franckeplatz 1, Haus 54, 06110 Halle (Saale)

Als sich Michel Foucault in den 1980er Jahren mit der Frage «Qu’est-ce que les Lumières?» auseinandersetzt, kommentiert er Kants Beantwortung einer eigentlich anderen Frage: «Was ist Aufklärung?». Aus heutiger Sicht mag es verwegen erscheinen, sich erneut an eine Definition zu wagen. Dennoch: Es lohnt den weiteren Versuch, ausdrücklich nach den Lumières› in der französischen Variante zu fragen – nicht etwa um nationaler Grenzziehungen willen, sondern weil ein solches Vorgehen größere begriffliche Klarheit verspricht. Denn erst, wenn man bestimmt hat, was die ‹Lumières› sind, lässt sich danach fragen, ob man damit auch die ‹Aufklärung› definiert hat oder ob im Gegenteil zwischen beiden Begriffen Differenzen zu Tage treten. (Vortrag in französischer Sprache mit deutscher Übersetzung).

Über die Halle Lectures

Die Erforschung des 18. Jahrhunderts spielt in Halle eine herausgehobene Rolle, an den Forschungszentren der Universität ebenso wie in den Franckeschen Stiftungen. Betrieben wird diese Forschung in dem Bewusstsein, an den Grundlagen der modernen Gesellschaft zu arbeiten und mit der Historie immer auch ein Stück unserer Gegenwart zu kritisieren und damit ‚aufzuklären‘.

In jüngster Zeit ist die Maßgeblichkeit der Aufklärung sowohl in wissenschaftlichen als auch in gesellschaftlichen Debatten in die Kritik geraten. Wieviel Selbstüberschätzung steckt im Anspruch der Aufklärer? Ist Aufklärung nicht – wie die christlich-pietistische Mission – trotz der von ihr beanspruchten Universalität ein partikulares Projekt, das die Vorherrschaft Europas mehr gestärkt als in Frage gestellt hat? Wieviel taugen die kritischen Verfahren, die anthropologischen Leitbilder und die politischen Ideale des 18. Jahrhunderts noch in einer Zeit, in der sich partikulare und nationalistische Tendenzen rapide auszubreiten scheinen?

Um solchen Fragen nachzugehen, haben die in Halle ansässigen Forschungseinrichtungen, die zentral mit dem 18. Jahrhundert befasst sind, eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Jährlich zwei herausragende, international renommierte Wissenschaftler werden gebeten, ihre Sicht auf die Erforschung des 18. Jahrhunderts und deren Bedeutung im Kontext der aktuellen Weltlage darzulegen. Historische Fundierung und gegenwartsbezogene Problematisierung sollen dabei verbunden werden, ebenso lokale, nationale, europäische und globale Perspektivpunkte. Die Vorträge richten sich sowohl an Forscher und Studierende als auch an die weitere Öffentlichkeit.

Veranstalter

Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), Alexander von Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer, Franckesche Stiftungen zu Halle, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung (IZP), Landesforschungsschwerpunkt „Aufklärung–Religion–Wissen“

Kontakt

Aleksandra Ambrozy (aleksandra.ambrozy@izea.uni-halle.de), Alexander von Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer

Andrea Thiele (andrea.thiele@izea.uni-halle.de), Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung

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