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Ewige Götter -
Ausgrabungen in Kalapodi (Griechenland)

EPISODE 1 | Neustart

Sechs Tempelanlagen konnte das Team um den Archäologen Prof. Dr. Wolf-Dietrich Niemeier bisher in der Grabungsstelle Kalapodi nachweisen - mitzuverfolgen in unserer ersten Staffel von L.I.S.A.video. In der neuen Kampagne graben und forschen die deutschen und griechischen Archäologen gemeinsam nach Spuren, die auf eine Kultkontinuität bis zurück in die späte Bronzezeit hindeuten. Erste Funde machen sie bereits in der ersten Episode unserer Fortsetzungsreihe zu den Ausgrabungen am Orakel-Heiligtum von Abai.

Um 1200 v. Chr. endete die spätbronzezeitliche Hochkultur Griechenlands, die nach ihrem Hauptfundort, der grandiosen Zitadelle von Mykene, die mykenische genannt wird, in einer großen Katastrophe. Von der Forschung wurde lange Zeit vermutet, dass auf diese Epoche eine Zeit des Niedergangs und der Stagnation folgte, die als „Dunkle Jahrhunderte“ (1200 bis 850 v. Chr.) bezeichnet wird. Anschließend begann eine „Griechische Renaissance“, während der unter Bezugnahme auf die heroische Vergangenheit der mykenischen Epoche das Polis-System entstand und die Grundlagen für die große Zeit Griechenlands in der Klassischen Epoche gelegt wurden. Neuere Entdeckungen, vor allem die der Nekropole von Lefkandi auf Euböa, weisen aber darauf hin, dass eine Reihe der für den Aufstieg der griechischen Kultur im Verlauf des ersten vorchristlichen Jahrtausends grundlegenden Voraussetzungen bereits in den „Dunklen Jahrhunderten“ gelegt wurden, die demnach keinesfalls nur eine Zeit der Krise waren. Religion und Kult dieser wichtigen Periode der griechischen Geschichte sind allerdings noch immer weitgehend unbekannt.

Dem Heiligtum von Kalapodi in Phokis kommt vor dem Hintergrund der neueren Forschung besondere Bedeutung zu. Es liegt in einer sanft geschwungenen Hügellandschaft nahe dem wichtigen antiken Weg, den Pausanias als Leofóros bezeichnet und der nördlich des Passes von Hyampolis von den Thermopylen nach Orchomenós, Livadia und Theben führte. Seit 2004 arbeitet in Kalapodi mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung ein international besetztes Team des Deutschen Archäologischen Instituts Athen unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf-Dietrich Niemeier, das die dort in den Jahren 1973 bis 1982 von einem Mitarbeiter der Abteilung Athen des DAI, Dr. Rainer Felsch, durchgeführten Arbeiten wieder aufgenommen hat. Eine Auswahl der reichen Funde aus dieser Zeit ist heute im Archäologischen Museum von Lamia ausgestellt. Während die Ausgrabung des Nordtempels und seiner bis in das neunte Jahrhundert v. Chr. zurückreichenden Vorläufer seinerzeit weitgehend abgeschlossen werden konnte, rückten der erst 1978 entdeckte hocharchaische Südtempel und insbesondere auch seine Vorläufer ins Zentrum der aktuellen Arbeiten in Kalapodi. Die 2004 aufgenommenen Grabungen stellten die Identifizierung einer für das griechische Festland einzigartigen kontinuierlichen Abfolge von Kultbauten von der archaischen über die geometrische und protogeometrische bis hinunter zur spätmykenischen Epoche in Aussicht. Die übereinander liegenden Tempel versprachen außerdem wesentlichen Aufschluss über die immer wieder diskutierte Entstehungsgeschichte des griechischen Tempels sowie über die wahrscheinliche Kultkontinuität an diesem Platz über die „Dunklen Jahrhunderte“ hinweg, die immer noch eine der rätselhaftesten Perioden der griechischen Geschichte sind.

In der ersten Staffel von L.I.S.A.video haben wir die Ausgrabungen in Kalapodi bereits dokumentiert. In der zweiten Staffel sehen Sie die Fortsetzung der Kampagne.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage der Gerda Henkel Stiftung.

Projektleitung:

Prof. Dr. Wolf-Dietrich Niemeier

Ort:

Griechenland, Kalapodi

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