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Jacobus Bracker | 02.07.2016 | 481 Aufrufe | Ankündigungen

CFA "Bildsinne - Image senses"

Call for articles for a special issue of Visual Past. A Journal for the Study of Past Visual Cultures

In disciplines like archaeology and art history images are traditionally dealt with as objects which are perceived by sight only. Other senses are usually neglected when it comes to analysis and interpretation. Even in film studies the observation of the effects of sound on the constitution of meaning is often disregarded. Such approaches are called into question by phenomena of multisensory integration like the so-called McGurk effect which drastically shows an interaction between vision and hearing in speech perception directly affecting the perceived meaning. Such findings from sciences like neuroscience or neuroaesthetics are now dealt with also in cultural studies under the label of the “sensory turn” and are complemented by insights especially from visual culture studies. It has been argued that there are no visual media but, from the standpoint of sensory modality, only mixed media and that all so-called visual media like television, film, photography and painting, etc. involve the other senses (Mitchell 2005).

Material images play an important role in the analysis and construction of past and contemporary cultures and societies. A viewpoint such as Mitchell’s – but also, for example, Panofsky’s (1932) remarks on pre-iconographic analysis – makes it plausible to take a closer look at how the addressing of the different senses through images gives deeper insights into the constituents of cultures. Material images of all kind are the remnants of complex communication processes, perception practices, and cultural memories. Investigating the sensual properties of the material remains can help to better understand such processes and practices.

For this special issue of VISUAL PAST we are looking for contributions which – without restriction to certain periods, cultures or media – deal i. a. with the following questions: Does the inclusion of the sensorial dimensions change the concept of the image/the picture? How can an embodied multisensorial perception of images and the interaction of the body and the images be conceptualised? How can the interplay of the senses in the process of constitution of meaning be described and analysed? How can socio-culturally and historically diverse sensescapes be described and analysed? How are specific sensual addressings used in communication processes? How do the images themselves deal with and represent the senses?

Please let us have your abstract (ca 800 words) and a short academic CV by 31 July 2016 by email to the editors via editors@visualpast.de. Acceptance of your article will be given latest by 30 August 2016. Complete manuscripts (ca 5,000 to 8,000 words) should be delivered by 30 November 2016.

VISUAL PAST is an open-access online-journal (www.visualpast.de) edited by Jacobus Bracker & Martina Seifert.
  
Bildsinne
Call for articles für eine Sonderausgabe von Visual Past. A Journal for the Study of Past Visual Cultures

In Disziplinen wie der Archäologie und Kunstgeschichte werden Bilder für gewöhnlich als Objekte behandelt, die ausschließlich mit dem Auge wahrgenommen werden. Andere Sinne werden im Rahmen der Analyse und Interpretation regelmäßig außer Acht gelassen. Selbst bei Filmanalysen werden die Auswirkungen der akustischen Dimension des bewegten Bildes häufig vernachlässigt. Solche Ansätze werden durch Phänomene der multisensorischen Integration wie den McGurk-Effekt, der eindrücklich die Interaktion von Hören und Sehen in der Sprachwahrnehmung und Bedeutungskonstitution zeigt, in Frage gestellt. Die hieraus gewonnen Erkenntnisse in Fächern wie den Neurowissenschaften und der Neuroästhetik werden mittlerweile unter dem Stichwort „sensory turn“ auch in den Kulturwissenschaften verhandelt und insbesondere durch Stimmen in den Visual Culture Studies ergänzt. So wird vertreten, dass es überhaupt keine visuellen, sondern – ausgehend von der sensorischen Modalität – nur gemischte Medien gibt und dass alle sogenannten visuellen Medien wie Fernsehen, Film, Fotografie und Malerei auch die anderen Sinne betreffen (Mitchell 2005).

Bildmedien spielen bei der Analyse und Konstruktion vergangener und gegenwärtiger Kulturen und Gesellschaften in den verschiedensten Fächern eine wichtige Rolle. Die genannten neurowissenschaftlichen Erkenntnisse und Standpunkte wie der Mitchells, aber auch schon Panofskys frühe Ausführungen zur vorikonografischen Stufe (Panofsky 1932) regen dazu an, einen genaueren Blick darauf zu werfen, wie sich die Adressierung unterschiedlicher Sinne durch die Bilder auf die Erzeugung von Bedeutungsnetzen auswirkt. Materielle Bilder aller Art sind die Überbleibsel komplexer Kommunikationsprozesse, Wahrnehmungspraktiken und kultureller Gedächtnisse. Die Untersuchung der sensorischen Bezüge dieser Bilder kann zu einem besseren Verständnis dieser Prozesse und Praktiken führen.

Für die geplante Sonderausgabe von VISUAL PAST suchen wir – ohne Beschränkung auf bestimmte Epochen, Kulturen oder Medien – Beiträge, die sich zum Beispiel mit folgenden Fragen befassen: Wie wirkt sich der Blick auf die sensorischen Dimensionen auf den Bildbegriff aus? Wie können eine verkörperte multisensorische Bildwahrnehmung und die Interaktion von Körpern und Bildern konzeptualisiert werden? Wie lässt sich das Zusammenwirken der Sinne in der Bedeutungskonstitution beschreiben und analysieren? Wie lassen sich die sozio-kulturell und histoisch variablen Sensescapes beschreiben und erfassen? In welcher Weise werden spezifische Sinnesadressierungen in Kommunikationsprozessen gezielt eingesetzt? In welcher Weise setzen sich die Bilder selbst mit den Sinnen auseinander?

Wir bitten um Einsendung von Abstracts (ca. 800 Wörter) mit einem wissenschaftlichen Kurzlebenslauf bis zum 31.07.2016 per Email an die Herausgeber: editors@visualpast.de. Eine Entscheidung über die Annahme des Aufsatzes erfolgt bis zum 30.08.2016. Die Aufsatzmanuskripte (ca. 5 000 bis 8 000 Wörter) sollen bis zum 30.11.2016 fertiggestellt werden. VISUAL PAST ist eine frei verfügbare Online-Zeitschrift (www.visualpast.de), die von Jacobus Bracker und Martina Seifert herausgegeben wird.

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