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Uwe Protsch | 21.01.2011 | 1008 Aufrufe | 3 | Artikel

Außenkommandos von Arbeitserziehungslagern

Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass Häftlinge des Arbeitserziehungslagers Frankfurt-Heddernheim an zahlreichen Orten Hessens in Industriebetrieben und auf Baustellen eingesetzt wurden. Wo könnte ich Informationen darüber erhalten,
- um welche Betriebe bzw. deren Rechtsnachfolger es sich handelt,
- wer (mit Namen und Herkunft) dort eingesetzt war?

Ist es sinnvoll, sich mit dieser Frage an die Zwangsarbeiterstiftung zu wenden?

Kommentar

von Natascha Bagherpour Kashani | 27.01.2011 | 13:20 Uhr
Also ich würde mich an die Zwangsarbeiterstiftung wenden und andere Einrichtungen. Vielleicht hat die Stadt noch etwas dazu in den Archiven stehen? Gibt es noch Überlebende aus dem Arbeitslager, die man befragen könnte?

Viel Erfolg

Kommentar

von Dr. Johann-Philipp Bockenheimer | 02.03.2011 | 21:15 Uhr
Noch 1945 wurden in der Amerikanischen Besatzungszone alle Bürgermeistereien angewiesen, alle in ihren landwirtschaftlichen und sonstigen Betrieben während des Krieges Zwangsbeschäftigten zu melden. Es könnte sein, dass in diesen Meldungen nicht nur Kriegsgefangene und Ostarbeiter (Zwangsarbeiter) gemeldet wurden, sondern auch Zwangsarbeiter aus KZ-Außenstellen, wo dies vorkam. In meinem Dorf, Großen-Linden, wurden die bei Bauern beschäftigten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen mit Name, Alter, Herkunft und Status gemeldet und auch die im ortsansässigen Bergwerk beschäftigten. Die Listen sind im Gemeindearchiv abgelegt. Wenn man einschätzen kann, in welchem Umkreis von Heddernheim und in welcher Art Betrieb die dortigen Zwangsarbeiter beschäftigt sein könnten, könnte man in den Findbüchern der Archive dieser Gemeinden eine entsprechende Abfrage versuchen.
Viel Glück.

Kommentar

von Julia Albert | 04.03.2011 | 09:45 Uhr
Ich beschäftige mich für meine Abschlussarbeit ebenfalls mit einem AEL, dem in Bad Godesberg bei Bonn. Nach meinen Recherchen wäre es ebenfalls sinnvoll, sich die Überlieferungen der für das AEL zuständigen Stapostellen anzusehen, soweit diese noch vorhanden sind. Soweit ich informiert bin, richteten die Firmen ihre Anfragen nach Häftlingskommandos an die Polizei direkt, und da von den meisten AELs (ich nehme an auch von Ihrem) keine Aufzeichnungen aus dem Lageralltag selbst erhalten sind, wäre dies eine der wenigen Möglichkeiten die Betriebe noch identifizieren zu können.
Eine andere Möglichkeit wäre eine Anfrage an die Zentrale Stelle in Ludwigsburg zu stellen (wenn Sie das nicht schon getan haben), denn wenn es nach dem Krieg Ermittlungen gegen beispielsweise das Wachpersonal in dem AEL gegeben hat, dann könnten dort auch Hinweise über die beteiligten Firmen zu finden sein. Zum Teil enthalten diese Ermittlungsakten dann auch Protokolle von Vernehmungen des Wachpersonals oder ehemaliger Häftlinge, in denen eventuell Namen und Orte von beteiligten Betrieben genannt werden.
Viel Erfolg bei der Suche!

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