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Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung | 23.07.2017 | 582 Aufrufe | Ankündigungen

Ausgezeichnete Forschung

Die wichtigsten Dissertationen 2017 sind gefunden.
Ihre Themen: biologisch abbaubare Elektronikbauteile,
Geschichte des Behindertensports und Friedenssicherung nach Gewaltkonflikten

Die Preisträger des Deutschen Studienpreises 2017 stehen fest. Die drei mit je 25.000 Euro dotierten ersten Preise vergibt die Körber-Stiftung an den Materialforscher Volker Strauss von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, den Historiker Sebastian Schlund von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie die Politologin Julia Strasheim, die an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in Kooperation mit dem GIGA German Institute of Global and Area Studies promoviert hat. Mit dem Deutschen Studienpreis zeichnet die Körber-Stiftung jedes Jahr exzellente Dissertationen aus, die zugleich von besonderer gesellschaftlicher Relevanz sind, in diesem Jahr zu folgenden Themen:

Erster Preis in der Sektion Natur- und Technikwissenschaften

Biologisch abbaubare Computer-Chips, Solarzellen und Batterien: Volker Strauss erforscht Kohlenstoffnanopartikel – potenzielle Grundbausteine kostengünstiger und voll recycelbarer elektronischer Bauelemente. Die Nanopartikel könnten eines Tages aus Kohlendioxid hergestellt werden, das der Luft entzogen wird – nach dem Vorbild pflanzlicher Photosynthese. Die ungiftigen Substanzen sind ebenso natürlich abbaubar. Dass sie Sonnenlicht in Strom umwandeln und Energie speichern können, hat Strauss bereits in Studien gezeigt.

Erster Preis in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften

Geschichte des deutschen Behindertensports (1950 bis 1990): Sebastian Schlund zeichnet in seiner Dissertation die historische Entwicklung des deutschen Behindertensports nach – vom ›Versehrtensport‹ bis zum paralympischen Leistungssport. Behindertensport richtete sich nach 1945 vorrangig an männliche Kriegsversehrte, die ins Erwerbsleben zurückgeführt werden sollten. Ärzte entwarfen die Kurse, Spaß oder Wettkampf waren zweitrangig. Lange wehrte sich der Versehrtensportverband gegen eine Öffnung für Menschen mit geistiger Behinderung, Frauen oder Kinder. Dies änderte sich erst Anfang der 1970er Jahre auf Druck der sozialliberalen Koalition, der es um gesellschaftliche Teilhabe und Integration ging. Der Frauenanteil stieg, und behinderte Athleten agierten zunehmend selbstbestimmt. Mit den Paralympics wurde Ende der 1980er Behindertenleistungssport populär. Es entstanden erste Debatten um behinderte Athleten, die mit Hightech-Prothesen künftig sogar olympische Superstars übertreffen könnten.

Erster Preis in der Sektion Sozialwissenschaften

Friedenssicherung nach Gewaltkonflikten: Nach Kriegen setzen internationale Akteure häufig Übergangsregierungen ein, die bis zu den ersten offiziellen Wahlen regieren. Warum können einige von ihnen die Gewalt erfolgreich beenden und den Grundstein für stabilen Frieden legen – und andere nicht? Julia Strasheim hat in ihrer Promotion 62 Übergangsregierungen zwischen 1989 und 2012 empirisch untersucht. Ergebnis: Nur wenn Übergangsregierungen umgehend die Konfliktparteien entwaffnen und den Kämpfern schnell zivile Lebensformen ermöglichen, wenn sie parallele Kriegsverwaltungen auflösen und zivilgesellschaftliche Akteure in die Übergangsregierung einbinden, brechen die alten Konflikte nicht schon bald wieder aus.

Sieben zweite Preise

Neben den drei Spitzenpreisen vergibt die Körber-Stiftung in diesem Jahr sieben zweite Preise. Diese sind mit je 5.000 Euro dotiert. In den Natur- und Technikwissenschaften gehen sie an Wolfgang Wieser (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Jan Suckau (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg/Medizinische Fakultät Mannheim). In den Geistes- und Kulturwissenschaften erhalten Christopher Buschow (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) sowie Stefanie Egidy (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) einen zweiten Preis. In der Sektion Sozialwissenschaften vergibt die Körber-Stiftung in diesem Jahr drei zweite Preise. Diese gehen an Aileen Edele (Freie Universität Berlin), Sina Leipold (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und Klaus Michael Reininger (Universität Hamburg).

Weitere Angebote für Journalisten finden Sie hier

  • Fotos der Preisträger
  • Liste der ersten Preise
  • Liste der zweiten Preise
  • Pressemitteilung
  • Interviews mit den Preisträgern (bitte über den Pressekontakt anfragen)

Über den Deutschen Studienpreis

Der Deutsche Studienpreis zeichnet jährlich herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen aus. Für substanzielle und innovative Dissertationen von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung vergibt die Körber-Stiftung Preise im Gesamtwert von über 100.000 Euro, darunter drei Spitzenpreise à 25.000 Euro. Der Deutsche Studienpreis zählt damit zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in Deutschland. Schirmherr ist der Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Pressekontakt

Friederike Schneider
Körber-Stiftung
Bereich Wissenschaft
Telefon 040 80 81 92 - 143
E-Mail schneider@koerber-stiftung.dewww.koerber-stiftung.de

Die Körber-Stiftung stellt mit ihren operativen Projekten, Netzwerken und Kooperationspartnern derzeit drei aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen in den Fokus: »Digitale Mündigkeit«, »Neue Lebensarbeitszeit« und »Russland in Europa«. 1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute von ihren Standorten Hamburg und Berlin aus national und international aktiv.

Vorstand der Körber-Stiftung
Dr. Lothar Dittmer (Vors.), Anja Paehlke, Dr. Thomas Paulsen

Stiftungsrat der Körber-Stiftung
Dr. Klaus Wehmeier (Vors.), Marianne Birthler (Stellv. Vors.),
Richard Bauer, Prof. Dr. Ute Frevert, Dr. Peter Frey, Peter-Matthias Gaede, Christian Wriedt

Kuratorium des Deutschen Studienpreises
Prof. Dr. mult. Dr. h.c. Eckhard Nagel (Vors.), Dr. Lothar Dittmer (Stellv. Vors.), Prof. Dr. Armin von Bogdandy, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Stephan Detjen, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel, Prof. Dr. Horst Hippler, Prof. Dr. Claudia Kemfert, Prof. Dr. Ulman Lindenberger, Patricia Lips, MdB, Joachim Müller-Jung, Prof. Dr. Armin Nassehi, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Quante, Cornelia Quennet-Thielen, Prof. Dr. Peter H. Seeberger, Prof. Dr.-Ing. Katja Windt, Prof. Dr. Margret Wintermantel

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