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Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung | 19.08.2018 | 543 Aufrufe | Ankündigungen

Drängende Fragen, konkrete Forschung

Körber-Stiftung vergibt Deutschen Studienpreis für die neun relevantesten Dissertationen 2018

Hamburg, 15. August 2018. Die Preisträger des Deutschen Studienpreises 2018 stehen fest. An drei Promovierte vergibt die Körber-Stiftung den mit je 25.000 Euro dotierten ersten Preis: die Literaturwissenschaftlerin Silke Braselmann von der Justus-Liebig-Universität Gießen, den Chemiker Johannes Wandt von der Technischen Universität München und die Soziologin Anne Christine Holtmann vom European University Institute / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Eine besonders hohe gesellschaftliche Relevanz erkannte die Jury des Deutschen Studienpreises dieses Jahr in den Dissertationen zu folgenden Themen: 

Erster Preis in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften

Die Rolle der Fiktion bei Schulamokläufen: Die Massaker mit oft Dutzenden Toten haben inzwischen traurige Berühmtheit erlangt. Sie werden sorgfältig geplant – inklusive ihrer Wirkung auf die Medien. Schulamokläufe wurden so auch zum Stoff von Filmen und Romanen. Diese prägen nicht nur die Täter, sondern auch gesellschaftliche Vorstellungen über die Taten. Die Literaturwissenschaftlerin Silke Braselmann hat diese Wechselwirkungen untersucht und zeigt, auf welche Weise Literatur und Film im Diskurs zu einem umfassenden Verständnis der komplexen Taten beitragen können. 

Erster Preis in der Sektion Natur- und Technikwissenschaften

Optimierte Lithium-Batterien für E-Mobile: Johannes Wandt hat mehrere Analyseverfahren entwickelt, mit denen chemische Vorgänge beim Laden und Entladen von Lithium-Ionen-Zellen in Echtzeit überwacht und optimiert werden können. Damit will der Chemiker unter anderem die Zeit für das Aufladen von Batterien künftig deutlich verkürzen. Weiterhin arbeitet Wandt an einer Erhöhung der Energiedichte: Neuartige Lithium-Luft-Batterien etwa könnten die Reichweite z. B. von Elektroautos verzehnfachen. Obendrein sind sie deutlich kostengünstiger. 

Erster Preis in der Sektion Sozialwissenschaften

Effektivere Förderung benachteiligter Schüler: Die Soziologin Anne Christine Holtmann verglich die Schulsysteme in den USA, Finnland und 35 weiteren Ländern. Ergebnis: Schüler aus benachteiligten Familien lernen mehr in sozial durchmischten Schulen. Dies geht nicht, wie oft vermutet wird, zu Lasten leistungsfähigerer Schüler. Insgesamt wird aber der Einfluss der Schulen oft überschätzt. Wenn man die Chancengleichheit erhöhen will, braucht man deshalb nicht nur Bildungsreformen, sondern muss auch die Ungleichheit zwischen Familien verringern. 

Sechs zweite Preise

Neben den drei Spitzenpreisen vergibt die Körber-Stiftung sechs zweite Preise. Diese sind mit je 5.000 Euro dotiert. In den Geistes- und Kulturwissenschaften erhalten Nora Derbal (Freie Universität Berlin) sowie Simon Gerdemann (Georg-August-Universität Göttingen) einen zweiten Preis. In den Natur- und Technikwissenschaften gehen sie an Markus Parzefall (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) und Kai Markus Schneider (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen). Lea Puchert (Universität Rostock) und Jan Brülle (Goethe-Universität Frankfurt/M.) sind die Zweitpreisträger in der Sektion Sozialwissenschaften. 

Über den Deutschen Studienpreis

Der Deutsche Studienpreis zeichnet jährlich herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen aus. Für exzellente Dissertationen von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung vergibt die Körber-Stiftung Preise im Gesamtwert von über 100.000 Euro, darunter drei Spitzenpreise à 25.000 Euro. Der Deutsche Studienpreis zählt damit zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in Deutschland. Schirmherr ist Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.

Angebot für Journalisten

  • Interviews mit den Preisträgern (bitte über den Pressekontakt anfragen) 
  • Material zum Download unter www.koerber-stiftung.de/dsp18
  • Zusammenfassungen der Beiträge der Preisträger (je etwa 1.000 Zeichen)
  • Fotos der Preisträger
  • Listen (mit Namen, Titeln und Universitäten) der ersten und zweiten Preise  

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