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Prof. Dr. Eva Schlotheuber | 28.09.2018 | 4540 Aufrufe | 19 | Artikel

Antwort auf den Offenen Brief der Doktorandinnen und Doktoranden

Von Eva Schlotheuber und Frank Bösch

Eine Diskussion der Rolle und Partizipation der Doktorandinnen und Doktoranden auf dem Historikertag ist in jedem Fall sinnvoll und weiterführend. Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Formate eingeführt, um Dissertationen gut zu präsentieren. Die 2004 eingeführte Posterausstellung haben wir zum Historikertag in Münster erstmals in ein „Nachwuchsforum“ eingebettet, um die Posterpräsentation durch eine Reihe von Veranstaltungen stärker in die allgemeine Diskussion einzubinden.  Außerdem wurde erstmals eine Doktorandenvertreterin für den Ausschuss des VHD gewählt. Sechs der Preise, die der Verband verleiht, sind Dissertationspreise. Doktoranden und Doktorandinnen tragen in vielen Sektionen vor und bringen sich in Sektionen durch Diskussionsbeiträge ein.

Die Kritik der Doktoranden und Doktorandinnen richtet sich zum einen auf organisatorische Probleme, wie die zu späte Bereitstellung von 4 von 55 Plakaten. Das ist sehr ärgerlich, aber bei einer Veranstaltung von 3700 Teilnehmern und über 550 Vortragenden kommt es immer wieder zu unglücklichen Pannen, die alle Statusgruppen treffen. Für das "Nachwuchsforum" bestand die Herausforderung darin, dass die eigentlich zugesagten Räumlichkeiten im Museum kurz zuvor abgesagt wurden und auch geplante Versorgung aufgrund rigider Raumbestimmungen nicht realisiert werden konnten. Wir werden diese wie auch andere Kritikpunkte in unserer Nachbereitung durchsprechen und überlegen, wie wir beim nächsten Historikertag die Präsentation von Dissertationen anders gestalten können.

Darüberhinaus richtet sich die Kritik gegen eine mangelnde Wertschätzung der Doktoranden und Doktorandinnen auf dem Historikertag und durch den VHD allgemein. Die Einbindung von Doktoranden und Doktorandinnen und ihren Forschungsthemen nimmt einen Großteil der Arbeit des Ausschusses, des Vorstands und der Geschäftsstelle in Anspruch. Viele von uns engagieren sich auch weit darüberhinaus in der Förderung von Doktoranden und Doktorandinnen. Wir sind an einem intensiven Austausch und Dialog sehr interessiert, damit dieses Engagement eine entsprechende Wirkung entfalten kann, wünschen uns dabei aber eine konstruktive Kommunikationsform.

Eva Schlotheuber /  Frank Bösch

Kommentar

von Raphaela L. | 28.09.2018 | 18:51 Uhr
Die Lektüre Ihrer Antwort führt mich zu folgenden Fragen:
"Sechs der Preise, die der Verband verleiht, sind Dissertationspreise" - Dissertationspreise werden für abgeschlossene Promotionen verliehen. Davon haben aktuell Promovierende nichts. Auf dem Historikertag gibt es Dank der Körberstiftung eine Einbindung von Schülerinnen und Schülern. Warum werden vielversprechende Studierende nicht eingebunden? Warum werden sehr gute Bachelor- und Masterarbeiten nicht ausgezeichnet? Das wäre ja auch eine Wertschätzung.

"Die Einbindung von Doktoranden und und Doktorandinnen und ihren Forschungsthemen nimmt einen Großteil der Arbeit des Ausschusses, des Vorstands und der Geschäftsstelle in Anspruch. Viele von uns engagieren sich auch weit darüberhinaus in der Förderung von Doktoranden und Doktorandinnen."

Es wäre schön, hier Beispiele zu hören. Schön wäre auch, wenn sich die Ausrichtenden des Historikertages dazu äußern würden, warum die Beteiligung von Doktoranden bei Sektionen anscheinend nicht möglich ist.

Kommentar

von J. T. | 28.09.2018 | 18:59 Uhr
Zitat: "wünschen uns dabei aber eine konstruktive Kommunikationsform"

Welche wäre denn konstruktiv? Versuchen Promovierende in den verschiedenen Fachforen auf ihre Probleme aufmerksam zu machen, werden sie in der Regel von einer schieren Übermacht an Professor/innen und Promovierten niedergemacht.
Äußern sie die Kritik gegenüber Einzelpersonen, so passiert gar nichts. Anders ist nicht zu erklären, warum die Problematik seit mindestens zehn Jahren im Umfeld des Historikertages existiert.
Die Promovierenden haben einen klar formulieren Brief geschrieben, der keine Einzelperson angreift und deutlich macht, dass es ihnen darum geht, einen Wandel anzustoßen. Sie nennen die Punkte, die ihnen wichtig sind. Wast daran nicht konstruktiv?

Kommentar

von Laura K. Mayer | 28.09.2018 | 19:17 Uhr
"Viele von uns engagieren sich auch weit darüberhinaus in der Förderung von Doktoranden und Doktorandinnen."

Dieses Engagement konnte man gestern Abend beobachten, als zahlreiche gestandene Professoren und Promovierten nach der Festveranstaltung die Doktorand/innen für ihren Brief in Einzel- und Gruppengesprächen auf eine Art und Weise runtermachten, die stark an Nestbeschmutzer-Rethorik gewisser rechter Strömung erinnert.
Alle auf einen bzw. einzelne als Bestrafung dafür, dass sie ihre Meinung äußern? Sehr fair und engagiert.

Alles in allem scheinen die Promovierenden von dieser Förderung wenig mitzuerleben, denn sonst hätte es diesen Brief nicht gegeben.

Kommentar

von Schmiedt | 28.09.2018 | 19:39 Uhr
Auch, wenn der Kommentar meiner Vorrednerin etwas hart formuliert ist, hat sich ein Teil der Professorenschaft gestern tatsächlich ziemlich unsäglich verhalten. Promovierende äußern berechtigte Kritik und die Silberrücken fühlen sich direkt in ihrer persönlichen Ehre angegriffen?
Positiv war jedoch, wie viele meiner Kolleg/innen den Doktorand/innen beigesprungen sind. Solidarität ist auch unter Historiker/innen ein hohes Gut!

Kommentar

von MikeK | 28.09.2018 | 21:08 Uhr
Dass Sektionen nicht für Doktoranden offen sind, stimmt doch gar nicht. Im Übrigen werden Historikertage als Chancenpool und Network-Gelegenheit vollkommen überschätzt, also alle wieder abregen.

Kommentar

von Michael Offermann | 28.09.2018 | 22:05 Uhr
Jenseits organisatorischer Pannen, wie sie vorkommen können, fand ich schon immer, dass bloss das Signal eines separaten Posterprogramms für Doktorierende auf ein ausgeprägtes Hierarchieverständnis schliessen lässt: die richtigen Historiker dürfen in die Sessionen, die Doktorierenden kriegen ein Poster (auch wenn den Doktorierenden auf individueller Basis ein Vortrag in Sessionen offen steht). Viel spannender fände ich ja eine Postersession nur für Ordinarien, aber darauf dürfte man wohl lange warten...
Auf dieses grundsätzliche Problem eines separaten "Nachwuchs"programms und die von den Autoren des offenen Briefs genannten konkreten Kritikpunkte (v. a. unklare Bewertungskriterien der Poster, mangelhafte Kommunikation und Werbung) geht dieser Antwortbrief leider nicht ein, sondern enthält nur eine unbefriedigend floskelhafte Aussage zur Förderung der Doktorierenden. Soviel zur gewünschten offenen Diskussion. Ich hoffe, sie wird andernorts tatsächlich geführt und die Teilnehmer des Doktorandenforums erhalten noch ein ernsthaftes Gesprächsangebot.

Kommentar

von Gerd | 29.09.2018 | 11:43 Uhr
Frau Schlotheuber fordert konstruktive Kommunikation? Droht den Doktorand_innen nach der Festveranstaltung in einer unprofesionell emotionalen Hasstirade dann aber mit "Konsequenzen"? Was bitte ist daran konstruktiv?

Wenn junge Wissenschaftler begründete Kritik äußern und dafür vom Vorstand des Historikerverbandes mit Konsequenzen bedroht werden, die in dieser Form nur negative Auswirkungen auf die Karriere der jungen Menschen meinen können ... wenn also Einschüchterung das Mittel der Wahl ist, um dem angeblich so sehr am Herzen liegenden "Nachwuchs" zu begegnen, dann ist das ein Armutszeugnis für den Verband.

Nicht die Doktoranden sollten in der verbalen Schusslinie stehen, sondern das völlig misratene Konfliktmanagement des Verbandes.

Kommentar

von S. N. | 29.09.2018 | 12:42 Uhr
Nun zeigt die Verbandsspitze ihr wahres Gesicht: Kein Wort der Entschuldigung! Die von den Promovierenden benannten Missstände werden auf ein Detailproblem - 4 von 55 Postern fehlten - reduziert und damit marginalisiert. Ansonsten wird wortreich abgewiegelt. Ein weiterer Beleg dafür, wie wenig die Anliegen des sogenannten Nachwuchs beim VHD ernst genommen werden.

Kommentar

von Wenzel Seibold | 29.09.2018 | 14:30 Uhr
Es geht nicht nur um die „Rolle und Partizipation der Doktorandinnen und Doktoranden auf dem Historikertag“. Neben dem Doktorand*innenforum waren die Rahmenbedingungen auch für das Schnupper-histocamp nicht prickelnd. Auffindbarkeit (fehlende Wegweiser), Räumlichkeiten (Keller), Ausstattung (kein vorbereitetes Visualisierungsmaterial; beginnende Bauarbeiten in den Räumen kurz vor der Veranstaltung) vermittelten nicht das Gefühl, große Unterstützung zu erfahren. Dass die Organisation eines so großen Kongresses eine sehr komplexe Aufgabe ist, die überwiegend sehr erfolgreich durchgeführt wurde, ist anzuerkennen und durch etwas Improvisation konnte auch unter den gegebenen Umständen erfolgreich „gecampt“ werden. Die gegenüber jungen Forscher*innen − mit Sicherheit ohne böse Absicht − zum Ausdruck gebrachte Wenigbeachtung auf dem Historiker*innentag ist jedoch Teil tiefer gehender Schieflagen.

Für all diejenigen, die sich auf den unteren Ebenen der akademischen Laufbahn bewegen, geht es um existenzielle Fragen: Habe ich eine Zukunftsperspektive in diesem Beruf? Lässt sich dieser Beruf mit einer Familie vereinbaren? Wann werde ich länger als ein oder zwei Jahre im Voraus planen können?

Diese Unsicherheit wirkt sich nicht nur auf die einzelnen Personen aus, die sich vielleicht irgendwann beruflich umorientieren oder sich noch stärker darum bemühen, wahrhaft in die „Zunft“ aufgenommen zu werden, sie wirkt auch auf die Inhalte der Wissenschaft. Texte und Forschungsfragen werden nicht nur um ihrer selbst willen, sondern stets auch mit dem Hintergedanken an die damit einhergehende Reputation verfasst und ausgewählt. Netzwerke wie sie auf dem Historiker*innentag geknüpft werden, folgen oft ähnlichen Prämissen. Mit der Zeit entsteht so eine primär um sich kreisende und sich von aktuellen Fragen und der Allgemeinheit entfremdende Gruppe. Die wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Geschichtswissenschaft gerät dadurch aus dem Fokus. In einer Zeit, in der demokratische und friedenssichernde Errungenschaften zunehmend infrage gestellt werden, in der rechte Parteien öffentlich Geschichtsverfälschungen verbreiten, können und dürfen sich das Historiker*innen nicht leisten.

Die auf dem Historiker*innentag in Münster verabschiedete „Resolution zu gegenwärtigen Gefährdungen der Demokratie“ ist ein wichtiges Signal und weit mehr als ein bloßes „Parteitag spielen“ wie es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/historikertag-stellt-sich-gegen-die-afd-15812149.html) dargestellt wird. Und auch innerhalb der Sektionen wurde das Um-sich-selbst-Kreisen durch Inhalte und Rückbindung an aktuelle Entwicklungen aufgebrochen. Aufgabe eines Interessenverbands, der sich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verpflichtet sieht, ist es aber auch, die von jungen Wissenschaftler*innen artikulierten Probleme ernst zu nehmen, sie klar zu benennen und Lösungen aufzuzeigen. Die Konkretisierung der oben angedeuteten „konstruktiven Kommunikationsform“ wäre als Gesprächsangebot ein erster wichtiger Schritt. Nach dem Austausch gilt es dann, Lösungen einzufordern − auch in Opposition zu Arbeitgeber*innen, Institutionen und Politik.

Die Alternative wäre #wissenschaftverhüten − eine (weitere) Alternative, die sich kein am Allgemeinwohl orientierter Mensch wünschen kann.
https://www.openhistory.de/kondom/

Kommentar

von Sebastian Krumwinkel | 29.09.2018 | 21:22 Uhr
Als Promovierter der Mathematik verfolge ich die Geschehnisse rund um das Nachwuchsforum des Historikertages gewissermaßen als Externer, aber nicht minder interessiert. Ich kann die Kritik der Doktorand_innen nicht im Einzelnen beurteilen, doch ist das nicht nötig, um die Alarmglocken zu hören: Allein die Tatsache, dass sich auf der größten geisteswissenschaftlichen Konferenz Europas spontan dutzende Nachwuchs-Wissenschafter_innen in dieser Form organisieren, die von ihnen wahrgenommenen Missstände offen und konkret kommunizieren, dass sie dabei ihre Karriere oder womöglich ihre Promotion in Gefahr bringen, dass sich über zahlreiche Kanäle Teilnehmer_innen vergangener Historikertage ähnlich äußern, ist Hinweis genug, dass einiges schiefläuft im Umgang mit dem historischen Nachwuchs.

Die Fähigkeit, sich fortwährender Kritik zu unterziehen, sollte eine Selbstverständlichkeit für jeden Wissenschaftler sein. In ihrer Antwort lassen Frau Schlotheuber und Herr Bösch im Namen des VHD diese Fähigkeit vermissen. Die Antwort enthält leider nur wenig Konkretes außer der Anzahl der Teilnehmer_innen und der kurzfristigen Absage von Räumlichkeiten. Dass Pannen bei einer solchen Großveranstaltung passieren, wird den Veranstaltern jeder verzeihen. Wer ansonsten aber ein fröhliches „Was denn, alles super, weiter so!“ kommuniziert, der will schnell wegbügeln, was knistert und knittert. Es scheint, als lassen Doktormütter und -väter ihre eigenen Kinder hier im Regen stehen. Angemessen wäre gewesen, sich mit den Doktorand_innen an einen Tisch, besser noch in einen Konferenzsaal zu setzen und sich schnellstmöglich in einen Dialog zu begeben.

Solche Vorgänge wären in meiner Wissenschaft übrigens völlig undenkbar. Alle Beteiligten reden dort auf Augenhöhe, eine Trennung zwischen Promovierenden und Promovierten wie sie im offenen Brief der Doktorand_innen beschrieben wird, kannte ich allenfalls vom Titel auf dem Türschild. Zudem wird Kritik mit offenen Armen empfangen und eine selbstgerechte Antwort wie die des VHD würde vielen Kollegen das Blut in den Kopf schießen lassen. Warum legt die Geschichtswissenschaft soviel Wert auf Hierarchie?

Es wird ja heute allerorts gepredigt, dass der Nachwuchs unser wichtigster Rohstoff ist. In Tagen wie diesen erkennt man, wem dieses Credo wirklich am Herzen liegt.

Kommentar

von Shomas Tandkühler | 30.09.2018 | 00:16 Uhr
Endlich wird einmal diese egozentrische Psuschalkritik an der höchst lobenswerten Nachwuchsarbeit des Verbands zurechtgerückt. Das zu kritisieren, war wirklich der falsche Ansatz.

Kommentar

von Theo Paul | 30.09.2018 | 00:45 Uhr
Hätte der Verbandsvorstand direkt auf der Tagung mit einer Entschuldigung und einem Gesprächsangebot reagiert, wäre der Aufruhr sofort beendet gewesen. Gruppen, die sich unverstanden fühlen, mobilisieren alle Kräfte, wenn das Fass zum Überlaufen gebracht wurde. Dagegen hilft jedoch, Kritik anzunehmen und auf die Gruppe einzugehen. Aus Geschichte lernen ist eben doch nicht so einfach.

Kommentar

von M.W. | 30.09.2018 | 09:46 Uhr
Zitat von Herrn Tandkühler: "Endlich wird einmal diese egozentrische Psuschalkritik an der höchst lobenswerten Nachwuchsarbeit des Verbands zurechtgerückt."

1. Pauschalkritik? Die Doktorand/innen haben konkrete Punkte benannt. Es ging nie darum, pauschal die Verbandsarbeit zu kritisieren.

2. Lobenswerte Nachwuchsarbeit? Zumindest im Falle des Historikertages kam der lobenswerte Aspekt dieser Arbeit wohl nicht bei den Adressat/innen an.

3. Egozentrisch? Egozentrisch ist hier nur das Verhalten (einzelner) Verbandsmitglieder, die glauben, ihre Meinung zur "Nachwuchsförderung" sei relevanter als die des sogenannten Nachwuches selbst.

Kommentar

von Raphaela L. | 30.09.2018 | 10:15 Uhr
Vielleicht sollte die Forderung nach mehr Lesekompetenz bei allen noch irgendwo aufgenommen werden.

Kommentar

von Tillmann H. | 30.09.2018 | 10:54 Uhr
Selbst, wenn die Kritik der Doktoranden nicht gerechtfertigt wäre, ist das Drohen mit "Konsequenzen" drohen, wie es Frau Schlotheuber nach dem Festakt getan hat, inakzeptabel.

Kommentar

von Lang S. | 30.09.2018 | 21:52 Uhr
Das Verhalten der Verbandsspitze ist der von der Zunft angestrebten gesellschaftlichen Bedeutung des Faches unangemessen.
Die "Antwort" von Schlotheuber und Bösch offenbart entweder eine eklatante Leseschwäche der Autoren oder ihre Ignoranz für das Anliegen der Promovierenden. Ihre Ansage ist deutlich: Der VHD will und kann Promovierende nicht repräsentieren.

Nach dem unprofessionellen Verhalten von Schlotheuber auch im Vorfeld der "Antwort" kann man ihr nur raten, das Amt niederzulegen, wenn sie dem Verband nicht weiter schaden möchte.

Kommentar

von Nora Hilgert | 04.10.2018 | 08:28 Uhr
Das Doktorandenforum soll dem Anspruch nach eine Plattform bieten, eigene Projekte vorzustellen, mit Mitstreitern ins Gespräch zu kommen, Kontakte und Netzwerke auf dem Historikertag zu knüpfen, die weit über den eigentlichen Posterraum hinausgegen, der mehr ein Initial ist als etwas Statisches. Mit einem Poster hier präsent zu sein, ist aus unserer Sicht also vielmehr als ein Wettbewerb, es ist als Chance gedacht, die jede und jeder für sich ausgestalten kann. Dass es in diesem Jahr verschiedene organisatorische Missgeschicke und Pannen gab, tut uns leid und an verschiedenen Stellen haben wir uns bereits dafür entschuldigt. Auf diese Pannen mit einem offenen Brief zu reagieren, war eine Möglichkeit, den Unmut auf verschiedenen Veranstaltungen öffentlich zu äußern schloss sich an. Als Veranstalter hätten wir uns gewünscht, dass man direkt auf uns zukommt, bevor die sozialen Medien eingebunden werden. Aber wir können damit umgehen, da es uns immer um den Dialog geht, der, egal wie groß der Dissens ist, aufrecht erhalten bleiben muss. Dialog muss in jedem Zusammenhang kollegial und respektvoll sein, egal wie hoch die Emotionen kochen. Wenn aber aus Gesprächen, wie Eva Schlotheuber und ich sie im Anschluss an die Festveranstaltung geführt haben, gemacht wird, dass einzelnen Personen gedroht worden sei (siehe die Kommentare oben), verlässt dies eine akzeptable Ebene. Warum sollte jemand gedroht worden sein und in welcher Weise? Womöglich, dass Karrieren verhindert oder behindert werden? Dies hat so in keiner Weise und an keiner Stelle stattgefunden, das möchte ich unmissverständlich betonen und klarstellen. Ich kann mir nicht erklären, wie und warum diese Behauptung in den Raum gestellt worden ist. Bei mir persönlich weckt eine solche Aussage das ungute Bild, dass Karriere weniger als Selbstleistung denn als Fremdleistung eingeschätzt wird. Sicherlich sind wir alle in irgendwelchen Abhängigkeiten, aber es ist doch ganz klar festzustellen, dass jeder und jede selbst für das eigene Fortkommen zuständig ist. Aber dies führt ohnehin ganz weit weg von den eigentlichen Kritikpunkten am Doktorandenforum. Daher sei noch einmal deutlich zu betonen: Niemand wurde etwas angedroht! Einzig, und das wird auch in der obigen offenen Antwort gesagt, werden wir das Doktorandenforum in dieser Form nicht fortsetzen wollen, da es für alle Seiten viel Aufwand bedeutet, der eine Kosten-Nutzen-Rechnung nicht zu erfüllen scheint. Diese Entscheidung liegt an dem allgemein geäußerten Unmut, aber keinesfalls an den leiseren oder lauteren Äußerungen einzelner Personen. Ich möchte noch einmal betonen, dass Dialog von uns sehr groß geschrieben wird und wir deshalb mit allen Personen, die am Doktorandenforum in diesem Jahr beteiligt waren, in Kontakt treten werden, um deren konstruktive Kritik aufzunehmen, die uns wirklich wichtig ist.
Für uns gilt es nun nach vorne zu schauen, denn nach dem Kongress ist eben auch wiederum vor dem Kongress.
Nora Hilgert, Geschäftsführerin VHD

Kommentar

von Geballte Lesekompetenz | 04.10.2018 | 10:48 Uhr
Es ist schade, dass jetzt hier mit Fake-Beiträgen die bisher weitgehend sachliche Diskussion gestört werden soll.

Der Beitrag von "Nora Hilgert" ist ein Fake-Beitrag.
a) Frau Dr. Hilgert besitzt in diesem Forum einen offiziellen Account ( https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/dr._nora_hilgert ). Dieser wurde hier nicht genutzt, sondern ein anonymer Wegwerf-Account.

b) Der Beitrag von der vorgeblichen "Nora Hilgert" ist nicht nur voller seltsamer Plattitüden und Floskeln, er ist auch gespickt mit Grammatikfehlern. Frau Dr. Hilgert ist promovierte Historikerin und der deutschen Sprache mächtig. Das hier ist eine Beleidigung.

Der Beitrag soll die Leitung des VHD und Frau Dr. Hilgert desavouieren. Hier sind wir alle aufgefordert, ruhig und respektvoll den Dialog fortzuführen und nicht auf solche Provokationen hereinzufallen.

Kommentar

von L.I.S.A.Redaktion | 04.10.2018 | 13:41 Uhr
Als L.I.S.A.Redaktion weisen wir daraufhin, dass der Kommentar von Frau Hilgert nachweislich kein sogenannter Fake-Beitrag ist. Einer Anmeldung zur Kommentierung von Beiträgen bedarf es nicht. Ihre L.I.S.A.Redaktion

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