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Can Tunc | 07.06.2014 | 1468 Aufrufe | 1 | Veranstaltungen

Akademievorlesung: „Europa in globaler Perspektive" mit Barbara Stollberg-Rilinger, Sebastian Conrad und Ute Frevert | 12.06.2014, 18:30 Uhr – 20:00 Uhr

12.06.2014 | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin

In der europäischen Öffentlichkeit wird regelmäßig ein gemeinsamer europäischer Geist beschworen, dessen Ursprung unter anderem in den gesellschaftlichen Umbrüchen ab dem Zeitalter der Aufklärung gesehen wird. Doch ist das Konzept der Aufklärung ein schlichtweg europäisches Projekt oder könnte es auch universellen Anspruch erheben? Und wie einig war sich das Europa der Aufklärung wirklich über einen gemeinsamen Wertekanon, auf den heutzutage so gern rekurriert wird? Am dritten Abend der Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ widmen sich die Historiker Barbara Stollberg-Rilinger und Sebastian Conrad diesen Fragen zum Zeitalter der Aufklärung.

Der dritte Abend der Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ widmet sich diesen Fragen mit Vorträgen zweier Professoren für Neuere Geschichte aus einer alternativen Blickrichtung heraus. Akademiemitglied Barbara Stollberg-Rilinger begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen der europäischen Einheit und findet sie etwa in der Konkurrenz der damaligen Dynastien begründet. Sie argumentiert: „Was man damals Europa nannte, gewann seine Konturen vor allem durch die permanente Konkurrenz unter den verschwägerten Dynastien. Die strukturelle Friedlosigkeit führte zur Ausbildung eines gemeinsamen Handlungsrepertoires, mit dem Konflikte angefangen, ausgetragen und beigelegt wurden.“

Sebastian Conrad vertritt im Anschluss die These, dass die Aufklärung nicht nur „als ein europäisches Ereignis verstanden“ werden könne. Sein Vortrag zeichnet vielmehr dessen „globale Karriere“ nach und verweist auf die Auswirkungen dieser globalen Vernetzung auf das „Konzept der Aufklärung selbst“.

Das Europa der Aufklärung – ein „corps politique“?
Barbara Stollberg-Rilinger
Wilhelms-Universität Münster
Akademiemitglied

Wessen Aufklärung? Globalgeschichtliche Perspektiven
Sebastian Conrad
Freie Universität Berlin

Moderation: Ute Frevert
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Akademiemitglied

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Kommentar

von Quentin Quencher | 07.06.2014 | 12:42 Uhr
Was ist, wenn die identitätsstiftenden Umstände, warum man sich als Europäer sieht, weniger auf einer gemeinsamen Geschichte beruhen in deren Mittelpunkt nicht die Gemeinsamkeiten stehen, sondern die Auseinandersetzung, eine strukturelle Friedlosigkeit also, die nur durch die besonderen Umstände des kalten Krieges eine Partnerschaft hat entstehen lassen?

Bin gespannt auf den Vortrag von Frau Barbara Stollberg-Rilinger.


Gerade wenn sich die derzeitigen Diskussion rund um die Darstellungen von Agamben anschaut, bekommt der Aspekt der Auseinandersetzung als Element der Gemeinsamkeit ein Bild.
http://glitzerwasser.blogspot.de/2013/10/latiner-teutonen-und-die-zukunft-europas.html

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