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Udo Heitzmann | 14.09.2019 | 355 Aufrufe | Artikel

Abwasseruntersuchung und Umweltanalytik in Frankfurt-Niederrad

Eine neue Publikation von Udo Heitzmann

Die Stadtteilhistoriker-Arbeit „Geschichte der Kommunalen Abwasseruntersuchungen und der Umweltanalytik in Frankfurt-Niederrad“, die Mitte des Jahres 2019 fertiggestellt wurde, folgt dem Anspruch der Polytechnischen Gesellschaft, zur „Bewusstmachung der Frankfurter Geschichte und dem [den] Erhalt des kulturellen Erbes der Stadt beizutragen“ – ohne jedoch dieses Thema ausschließlich unter lokalhistorischen Gesichtspunkten abzuhandeln.

In dieser Arbeit werden die Veränderungen beschrieben, die im Lauf eines Jahrhunderts bei den chemischen Untersuchungsmethoden des Frankfurter Abwassers in den Laboratorien von Tiefbauamt, Stadtentwässerungsamt und Umweltamt stattgefunden haben, es wird über die Aufnahme von immer mehr Materialien in die Untersuchungsaufträge dieser Laboratorien berichtet und darüber, wie Schritt für Schritt der Parameterumfang bei den durchgeführten Untersuchungen zugenommen hat. Eine ähnliche Entwicklung dürfte in vergleichbaren Laboratorien in anderen Kommunen stattgefunden haben.

Inhaltsverzeichnis der Publikation (188.58 KB)

Jedoch findet man in dieser Arbeit keine bloße Beschreibung der alten und neuen Analysenverfahren oder ihre rein chronologische Auflistung. Stattdessen war es die Absicht des Verfassers, die Verfahren und Parameter in einen Zusammenhang mit technischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zu stellen, die eine Entwicklung angestoßen oder die Entscheidung für eine Analysenmethode beeinflusst haben. Auch wenn es nicht gelungen sein mag, für jede Methode und für jeden Parameter diesen Anspruch zu erfüllen, kann diese Veröffentlichung als ein Beitrag zur Technikgeschichte gelesen werden, der über die Entwicklungen von chemischen und chemisch-physikalischen Untersuchungen in einem Zeitraum von weit mehr als einem Jahrhundert informiert und etwa im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, mit der Inbetriebnahme der Frankfurter Klärbeckenanlage, beginnt. Insofern ist die Arbeit auch für Leser oder Leserinnen, die zwar am Thema der Abwasseruntersuchung und Umweltanalytik interessiert sind, aber außerhalb des Einzugsbereiches von Frankfurter Abwasser wohnen, von Interesse.

Zu jedem Anfang und damit zu jeder ersten Zeitmarke gibt es natürlich eine Vorgeschichte. Bezogen auf das hier bearbeitete Thema hat diese Vorgeschichte wenig mit Chemie und Analytik, wohl aber mit Abwasser zu tun, sodass den Ausführungen über „Chemie“, „Parametern“ oder „Untersuchungen“ ein Kapitel über das zu untersuchende Medium Abwasser vorangestellt ist. Daneben dokumentiert diese Veröffentlichung auch die Leistungsfähigkeit einer kommunalen Institution, deren Aufgabenbreite über die bloße Untersuchung von Abwasser weit hinausgeht, in der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen wird, und die sich in einer Umgebung privat organisierter Institutionen ähnlichen Aufgabenzuschnitts über Jahrzehnte hinweg hervorragend behauptet hat.

Das Inhaltsverzeichnis, das hier in leicht abgeänderter Form wiedergegeben ist, ermöglicht einen Einblick in den Umfang des dargestellten Stoffes. Dabei fallen drei Exkurse über Themen auf, auf die der Verfasser durch die Einsichtnahme in einige Dokumente zufällig gestoßen ist, die mit der eigentlichen Arbeit aber nur sehr weitläufig in Verbindung stehen. Die Beschäftigung mit diesen Dokumenten war für ihn jedoch so interessant, dass er sie nicht einfach wieder in den Tiefen eines Archivs versenken konnte, ohne auch darüber berichtet zu haben. Kurz und knapp in den Exkursen und etwas ausführlicher in einer Broschüre, die als eigenständige Stadtteilhistoriker-Broschüre unter dem Titel „Von Winniza nach Niederrad …“ veröffentlicht worden ist.

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