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Georgios Chatzoudis | 09.12.2019 | 1246 Aufrufe | 3 | Diskussionen |
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Aufklärung in postumen Zeiten

L.I.S.A.Bücherkeller mit Ulrike Guérot (Folge 1)

Die Philosophin Marina Garcés von der Universität Saragossa plädiert in ihrem Essay von 2017, der nun auch in deutscher Sprache erschienen ist, für eine neue radikale Aufklärung. Die Postmoderne sei vorbei, das postume Zeitalter angebrochen, die Zukunft eine Dystopie und endlich. Umso dringender sei es, an die Aufklärung nicht nur anzuknüpfen, sondern sie radikal neu zu denken, um der Tendenz zu Anti-Aufklärung, Leichtgläubigkeit und einem blindem Technizismus die Stirn zu bieten. Den Geisteswissenschaften misst Prof. Dr. Marina Garcés dabei eine besondere Bedeutung zu. Wie genau das zu verstehen ist, darüber haben sich Prof. Dr. Ulrike Guérot von der Universität Krems und Georgios Chatzoudis von der Gerda Henkel Stiftung im L.I.S.A.Bücherkeller unterhalten.

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L.I.S.A.Bücherkeller

Der L.I.S.A.Bücherkeller ist ein neues Experiment, das sich die L.I.S.A.Redaktion gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrike Guérot überlegt hat. Die Idee dahinter: aktuelle und gegenwartsrelevante Bücher, die nicht so sehr im Licht der Öffentlichkeit stehen, in einem Gespräch vorstellen und besprechen. Ort des Geschehens ist der ausgeleuchtete Keller des Stiftungshauses in Düsseldorf.

Videoreihe
L.I.S.A.Bücherkeller

Kommentar

von Quentin Quencher | 11.12.2019 | 03:48 Uhr
Was sagt es aus, wenn man sich im Zug zu Gesprächen trifft (auch auf L.I.S.A. und gern von mir gesehen), was wenn man dazu in den Keller geht? Es gibt die Redewendung über Menschen, die öffentlich nie fröhlich sind, von denen man sagt: „Der geht zum Lachen in den Keller.“ Oder welche die Geheimnisse, verborgene dunkle Seiten, haben, die „ein paar Leichen im Keller“ verbergen. Ich würde mich nur ungern mit jemanden zu Gesprächen im Keller treffen, außer vielleicht im Weinkeller. Was ich aber immer liebte, schon als Kind, war das stöbern auf Dachböden, das Schwelgen in den Dingen der Vergangenheit, die nun nicht mehr aktuell sind, aber dereinst von Bedeutung waren.

Kurz: Nein, das Format „Gespräche im Keller“ ist nicht mein Ding. Freilich gibt es dort auch viel zu entdecken, doch dann will ich es ans Licht holen, zeigen was ich dort gefunden habe.

Übrigens, ich würde alte Bücher niemals in den Keller bringen, nur auf den Dachboden.

Kommentar

von Georgios Chatzoudis | 11.12.2019 | 10:23 Uhr
Sehr geehrter Herr Quencher,

haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar, der sicherlich einen nicht unerheblichen Punkt in unserem neuen Experiment anspricht. Tatsächlich geht die Raumwahl auf praktische Erwägungen zurück. Das Stiftungshaus ist räumlich ausgelastet und über einen bespielbaren Dachboden verfügen wir leider nicht. Aber das ist nicht der alleinige Punkt. Uns geht es darum, Bücher, die öffentlich nicht besonders viel Beachtung gefunden haben, weil sie - obwohl allgemein zugänglich - doch im Verborgenen geblieben sind, herauszukramen und ein wenig ins Licht zu rücken. Und hier treffen wir uns vielleicht, wenn Sie schreiben "doch dann will ich es ans Licht holen, zeigen, was ich dort gefunden habe".

Unabhängig von unseren Überlegungen sind wir aber für jede Rückmeldung sehr dankbar und nehmen gerne Kritik und Anregungen auf, auch um in unserem Experiment Nachjustierungen vorzunehmen. Insofern, vielen Dank für Ihren Kommentar!

Mit freundlichen Grüßen
Georgios Chatzoudis

P.S. Von Umberto Eco wird berichtet, dass er sich in seinen jungen Jahren im Bücherkeller seines Großvaters Werke von Jules Vernes, Charles Darwin und Marco Polo angeeignet haben soll.

Kommentar

von Quentin Quencher | 12.12.2019 | 10:08 Uhr
Vielleicht sind meine Assoziationen über „den Keller“ eine wenig speziell und haben rein persönliche Gründe, was mich natürlich sofort dazu anregt, eine Imagenation zu schreiben, über die Charakter von Kellermenschen und Dachmenschen. Beim Keller denke ich an Zombies, Gewürm und schlechte Luft, beim Dach an Tauben, Licht und Sonne. Aber ok, wahrscheinlich spielt mir meine Fantasie einen Streich.

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