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Georgios Chatzoudis | 10.06.2019 | 616 Aufrufe | Vorträge |
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Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus – Versuch einer Forschungsbilanz der letzten 20 Jahre

Festvortrag von Christoph Zuschlag (Universität Bonn)

Das international besetzte Kolloquium „Unbewältigt?“ bringt Expertinnen und Experten aus dem Themenbereich Nationalsozialismus und Kunstpropaganda zusammen, um neueste Erkenntnisse aus Forschung und Ausstellungspraxis vorzustellen und kritisch zu diskutieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Handlungsmotivationen von Künstlern, Kunsthistorikern und Kunsthändlern, die Ausdrucksformen der Moderne mit dem Nationalsozialismus zu verbinden versuchten. Ebenso geht es um die Mechanismen kunsthistorischer Kanonisierung sowie die Wiederkehr ideologisch befrachteter Begrifflichkeiten und Argumentationsmuster in der Gegenwart. Mit dem Ziel, die öffentliche Wahrnehmung zu sensibilisieren und Impulse für die Schärfung zukünftiger Forschung und Vermittlung auszusenden, bilden den aktuellen Bezug des Kolloquiums die beiden Ausstellungen „Emil Nolde – Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus“ (Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin) und „Flucht in die Bilder? Die Künstler der Brücke im Nationalsozialismus“ (Brücke­ Museum/Kunsthaus Dahlem). Der Festvortrag von Prof. Dr. Christoph Zuschlag von der Universität Bonn untersucht die Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus und versucht eine Forschungsbilanz der letzten 20 Jahre zu ziehen. 

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Das Kolloquium

Das international besetzte Kolloquium „Unbewältigt?“ bringt Expertinnen und Experten aus dem Themenbereich Nationalsozialismus und Kunstpropaganda zusammen, um neueste Erkenntnisse aus Forschung und Ausstellungspraxis vorzustellen und kritisch zu diskutieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Handlungsmotivationen von Künstlern, Kunsthistorikern und Kunsthändlern, die Ausdrucksformen der Moderne mit dem Nationalsozialismus zu verbinden versuchten. Ebenso geht es um die Mechanismen kunsthistorischer Kanonisierung sowie die Wiederkehr ideologisch befrachteter Begrifflichkeiten und Argumentationsmuster in der Gegenwart. Die einzelnen Sektionen sind eingespannt in die Diskussionen über innovative Ausstellungsformate, Verantwortlichkeiten und Perspektiven: Wie lässt sich heute das facettenreiche und widersprüchliche Bild der deutschen Kunstwelt zwischen 1933 und 1945 im institutionellen Rahmen eines Kunstmuseums darstellen?

Historischer Bezugspunkt der Veranstaltung ist das Kolloquium „Überbrückt. Ästhetische Moderne und Nationalsozialismus“. Zwanzig Jahre nach Erscheinen der 1999 aus den Beiträgen hervorgegangenen Publikation soll eine Bilanz der angestoßenen Überlegungen und ihrer Auswirkungen gezogen werden. Hatte man bereits damals eine differenziertere Auseinandersetzung sowohl mit der NS-Kunstideologie als auch mit der Ästhetik der Moderne eingefordert, stehen wir heute vor der Aufgabe, das vergangene Geschehen nachhaltiger zu bewerten. Die seither in zahlreichen Forschungsprojekten hinzugewonnenen Erkenntnisse erlauben es, schlaglichtartig die zentralen Eckpunkte des Themenbereichs neu zu definieren. Neben der Vorstellung einzelner Akteure und historischer Prozesse will das aktuelle Kolloquium auch zu den übergreifenden Fragen nach der Veränderungen der Infrastruktur Stellung beziehen. Ist die Topographie der institutionellen Landschaft bereichert worden, wie verhält sich die Wissensgenerierung zum Wissenstransfer?

Mit dem Ziel, die öffentliche Wahrnehmung zu sensibilisieren und Impulse für die Schärfung zukünftiger Forschung und Vermittlung auszusenden, bilden den aktuellen Bezug des Kolloquiums die beiden Ausstellungen „Emil Nolde – Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus“ (Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin) und „Flucht in die Bilder? Die Künstler der Brücke im Nationalsozialismus“ (Brücke-Museum/Kunsthaus Dahlem).

Programm des Kolloquiums (754.75 KB)

Organisation und Förderung

Das Kolloquium wurde in Kooperation der Neuen Nationalgalerie Berlin und der Forschungsstelle "Entartete Kunst" der Freien Universität Berlin organisiert und von der Ferdinand-Möller-Stiftung finanziert.

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