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Georgios Chatzoudis | 26.05.2015 | 870 Aufrufe | Interviews

"Schuldbewusstsein, Buße und neu geschaffenes Vertrauen"

Interview mit Alexey Tikhomirov über den Stalinkult in der DDR

Die Debatte um das Gedenken an den 8. Mai 1945 erfolgt auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung überwiegend aus westdeutscher Perspektive. Mit der Rede des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker setzte sich 1985 - also erst gut 40 Jahre später - das Narrativ vom Tag der Befreiung durch. Im Auge hatte man dabei vor allem die Bundesrepublik und weniger die DDR, obwohl auch dort das Narrativ von der Befreiung vorherrschte, wenn auch unter anderen Prämissen. In der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR galt dieses Narrativ bereits unmittelbar nach Kriegsende. Sinnbild dieser Erzählung war Josef Stalin beziehungsweise der Kult um seine Person. Der russische Historiker Dr. Alexey Tikhomirov hat den Stalinkult in der DDR eingehend untersucht. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.

"Die Bevölkerung war aktiv am politischen Geschehen beteiligt"

L.I.S.A.: Herr Dr. Tikhomirov, Sie forschen zur Geschichte des Stalinismus und haben zuletzt ein Buch über den Stalinkult in Ostdeutschland vom Ende des Krieges bis zum Mauerbau geschrieben. Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen?

Dr. Tikhomirov: Es waren verschiedene Faktoren, die letztendlich zu der Wahl dieses Themas führten. Erstens mein persönlicher Hintergrund. Mein Großvater war Soldat der Roten Armee und feierte den Sieg im Mai 1945 in Budapest. Auf meine ewigen Fragen, wie es „dort“ – im Ausland – war, antwortete er immer mit einem Lächeln: „Ganz anders.“ Er erzählte davon, wie der Sieg verkündet worden war und auf den Straßen und Plätzen des halbzerstörten Europas rote Flaggen und Portraits von Stalin aufgehängt wurden. Einmal, als mein Großvater sich nostalgisch an die Tage des Siegesruhmes erinnerte, empfahl er mir, das sowjetische Filmepos „Der Fall von Berlin“ anzusehen. Die Schlussszene des Films zeigt die Landung eines Flugzeugs vor dem Reichstag in Berlin während der Siegesfeier im Mai 1945. Im Film öffnet sich die Tür des Flugzeugs und Stalin, in einer weißen Uniform mit Epauletten und Orden, steht persönlich als Generalisissimus vor der jubelnden Menge. Zwischen den wehenden Flaggen sind unzählige Stalinportraits zu sehen, die Menge ist begeistert und begrüßt den Sieger und Befreier der Welt vom Faschismus mit Ovationen. Die Frage, woher in Berlin in den ersten Tagen des Friedens so viele Stalinanhänger kamen, hat mich bis zum Beginn der Arbeit in deutschen Archiven nicht losgelassen.

Das Zweite ist, dass ich eine sowjetische Schule besucht habe und meine einzige Fremdsprache Deutsch war. Unsere Lehrerin hat uns erzählt, dass das keineswegs Zufall war. Zu dieser Zeit war die DDR der „Freund der Sowjetunion”, „unser Westen” und „das gute Deutschland”, also moralisch rein und vollkommen gesäubert von allen faschistischen Erscheinungen. Einmal erinnerte ich mich an den Film und fragte im Deutschunterricht, was die Deutschen von Stalin hielten. Diese Frage blieb unbeantwortet, aber meine Deutschkenntnisse haben mir geholfen, meiner Neugier weiter nachzugehen.

Drittens studierte ich in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre an einer russischen Universität. Diese Periode vor Putin war in Folge der Perestrojka die Zeit der größten Meinungsfreiheit im Bezug auf Ideologien in Russland. Die Entlarvung ehemals sakraler politischer Führer war überhaupt nichts Besonderes. Zeitungen, Fernsehen und Radio sprachen von der Pflicht „die historische Wahrheit” zu finden, auch wenn sie bitter für Russland sein könnte. Gleichzeitig war es eine Zeit, in der das Widerstandssubjekt entdeckt wurde, nämlich als den HistorikerInnen mit der Öffnung der Archive klar wurde, dass die Bevölkerung nicht nur Opfer der staatlichen Gewalt gewesen war, sondern viel mehr aktiv am politischen Geschehen beteiligt gewesen war, indem es das Regime durch persönliche Ängste, Interessen und Erwartungen wahrnahm, interpretierte und sich ihm widersetzte. Als ich mein Promotionsstudium begann, nahm ich mein Recht auf wissenschaftliche Autonomie bald wahr und wählte als Thema die Figur Stalins in der öffentlichen Meinung in Ostdeutschland. Dank einiger Stipendien, unter anderem von der Gerda-Henkel-Stiftung, konnte ich das Thema ausweiten und vertiefen. 2014 wurde die Arbeit schließlich in russischer Sprache im Verlag Politischeskaja Enziklopedija in der Reihe „Die Geschichte des Stalinismus“ veröffentlicht. 

"Die scheinbare Aussichtlosigkeit machten die Figur des sowjetischen Führers attraktiv"

L.I.S.A.: Wie wurde Stalin kurz nach dem Krieg von der ostdeutschen Bevölkerung wahrgenommen? Als Freund oder als Feind?

Dr. Tikhomirov: Das ist zweifellos die zentrale Frage meines Buchs. Stellen wir uns erst einmal die deutsche Gesellschaft in den letzten Kriegstagen und gleich nach der bedingungslosen Kapitulation vor. Da sind zerstörte Städte und Hunger, tausende Flüchtlinge und Vertriebene, unglaublicher menschlicher Verlust und zerstörte familiäre Beziehungen. Das ist eine besiegte, zerschlagene, entehrte Gesellschaft ohne klare Zukunftsperspektiven. Eine Gesellschaft, gepackt von der Angst vor dem Kommen der Roten Armee, deren Image die Nazipropaganda vom „gefährlichen und wilden, kulturell zurückgebliebenen und asiatischen Land“ und die damit verbundene verbreitete Überzeugung von einer panslawischen Gefahr, einer weltweiten proletarischen Revolution und einer jüdischen Weltverschwörung verstärkte. Diese ganzen negativen Konnotationen der Nazipropaganda wurden durch Stalin verkörpert.  

In der Aussichtslosigkeit der Nachkriegszeit benötigte die erniedrigte und entehrte deutsche Gesellschaft einen neuen Glauben, eine neue Entwicklungsstrategie, die sie von der Last der ‘dunklen’ Vergangenheit befreien, die Mühsale der Nachkriegsgegenwart erträglich machen und Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft eröffnen würde. Die in Trümmern liegende Gesellschaft benötigte ein neues Koordinatensystem, neue Ziele und Aufgaben, Werte und Orientierungspunkte, Taktiken und Strategien, eine Moral und Emotionen, welche sie aus der Krise der Niederlage herausführen konnten, die durch traumatische Erfahrungen gespaltenen Deutschen zu vereinen vermochten und ihnen ein neues, positives Selbstverständnis geben würden. Man muss anerkennen, dass die Sowjetische Militäradministration in Deutschland in Zusammenarbeit mit der SED eine neue politische Entwicklungsstrategie anbieten konnte, in deren Zentrum die Aufgabe stand, die Herzen und Köpfe der Deutschen durch symbolische politische Handlungen zu gewinnen. Dazu gehörte auch der Stalinkult als neues Integrationssystem.  

Für die Bevölkerung der sowjetischen Besatzungszone wurden sogenannte „Anfangsmythen” angeboten. Dabei handelt es sich um Narrative von der Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus durch Soldaten der Roten Armee und den Mythos vom Antifaschismus. Es gab eine ganze Reihe offizieller Narrative, welche die neue politische Ordnung der Besetzung legitimieren, ein neues Wir-Gefühl für die Deutschen schaffen und Loyalität der Bevölkerung zur neuen Macht bilden sollten. Diese Narrative wurden schon bald im Image des sowjetischen Führers personifiziert und in einen Diskurs der Dankbarkeit, der Liebe und des Vertrauens zu Stalin übersetzt. Die ursprünglich aggressive sowjetische Siegerrhetorik, die von der deutschen Bevölkerung als Demütigung wahrgenommen wurde, wurde durch die Rhetorik vom „Befreier des deutschen Volkes vom Faschismus” abgemildert. Für die geschlagene Gesellschaft zeigte Stalins Image eine Strategie für die nationale und staatliche Entwicklung auf. Es bot Ressourcen und Möglichkeiten für die schnelle Lösung von Problemen. Es ermöglichte, eine Verbindung zur Geschichte des Erfolgs herzustellen und als Sieger, nicht als Besiegte aufzutreten.  

Die Instabilität und Orientierungslosigkeit der Nachkriegszeit und die scheinbare Aussichtlosigkeit machten die Figur des sowjetischen Führers attraktiv. „Der beste Freund des deutschen Volkes” bot die Wahl zwischen Fortschritt und Rückschritt, Zukunft und Vergangenheit, der Lösung aktueller Probleme und existentiellem Chaos. Die Position als Besiegte und das internationale Recht ließen der ostdeutschen Gesellschaft keine andere Wahl als sich an die Realität der Nachkriegszeit anzupassen. Sie musste lernen, mit Stalin „befreundet zu sein”. In Folge wurde der weitere Ausbau des Stalinkults zur Überlebensstrategie in der Nachkriegszeit: dies war nicht das Ergebnis fanatischen Glaubens an den neuen Führer, sondern eine rationale Entscheidung mit dem Ziel, Zugang zu den notwendigen politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Ressourcen zu erhalten, um einen normalen Alltag zu gewährleisten und die Diktatur der SED zu festigen.  

Normalerweise hielt sich die Bevölkerung in staatlich und parteilich organisierten Bereichen – auf Parteiversammlungen, in Massenorganisationen und Marschkolonnen – an die vorgeschriebenen Rollen, sie sprach und handelte also „sowjetisch“. Hier wurde Stalin als „Freund” präsentiert. Das stand im Gegensatz zu informellen oder anonymen nicht kontrollierten Kommunikationsnischen wie Kneipen und Kantinen, Toiletten und Raucherecken, Wohnungen und Datschen, Freundes- und Familienkreisen. Hier äußerte die Bevölkerung andere, von der offiziellen Meinung abweichende, Ansichten zu Stalin. Hier war er ein „fremder Führer”, der „rote Tyrann” und wie früher „der Feind”. 

"Die kombinierte Analyse von 'westlichen' und 'sowjetischen' Quellen"

L.I.S.A.: Welche Quellen haben Sie genutzt, um verbreitete Ansichten zu Stalin zu rekonstruieren? Für wie „wahr” oder authentisch kann man diese halten?  

Dr. Tikhomirov: Während meiner Forschung habe in den zentralen und regionalen Archiven in Deutschland und Russland recherchiert. Zum einen habe ich Berichte über die Stimmungen in der Bevölkerung genutzt, die von Partei- und Staatsbehörden in Ostdeutschland erstellt wurden. Zweitens habe ich politische Berichte und Informationsblätter der Sowjetischen Militäradministration in Ostdeutschland verwendet, die Analysen außergewöhnlicher Vorfälle sowie der allgemeinen Situation in der sowjetischen Besatzungszone enthielten. Drittens stütze ich mich auf Berichte des Ostbüros der westlichen SPD, welche über Widerstandspraktiken, politische Repressionen und Menschenrechtsverletzungen informierten. Ohne Zweifel sind diese Quellen tendenziös. Sie können nicht interpretiert werden, ohne den Hintergrund des Kalten Krieges zu berücksichtigen. Sie sagen mehr über die vom Regime konstruierte politische Ordnung aus, als über die tatsächliche Meinung der BürgerInnen oder die öffentliche Meinung in der Diktatur. Dennoch macht ihre Nutzung es möglich, weit verbreitete Ansichten der Bevölkerung teilweise zu rekonstruieren sowie die Dynamik der Toleranzgrenzen des SED-Regimes gegenüber Rhetorik und Verhalten der Bevölkerung in einer Gesellschaft sowjetischen Typs zu erkennen. Es ist wichtig anzumerken, dass die kombinierte Analyse von „westlichen“ und „sowjetischen“ Quellen es mir ermöglichte, das hybride Verhalten des sowjetisierten Subjekts besser zu verstehen, welches sich in der Diktatur unterordnen und anpassen, gleichzeitig aber auch mit dem Regime verhandeln und sich ihm widersetzen konnte. Dies hing von Situation, Ort und Zeit ab, sowie davon, ob man sich im öffentlichen oder privaten Bereich bewegte und welche Normen jeweils erwartet wurden.  

Trotz der Bemühungen des Propagandaapparates, Stalin in den „besten Freund des deutschen Volkes“ zu verwandeln, muss man zugeben, dass er in der gesamten frühen DDR der „Erzfeind“ blieb. Seine Wahrnehmung wurde durch die Lebenserfahrung während des Nationalsozialismus, die Teilhabe am Hitlerkult, die Niederlage im Zweiten Weltkrieg, die Gewalt, welche die Soldaten der Roten Armee verübt hatten, und die Reparationszahlungen und Industriedemontagen geprägt. Das gesamte vierte Kapitel meines Buches ist der Analyse der Praktik des Ikonoklasmus gewidmet, also der Praktik, die offizielle Ikonografie des Regimes zu verletzten. Ich biete hier ein neues Modell für die Untersuchung von Wirkungskräften und Modalitäten in der Wahrnehmung des Personenkults in sowjetisch geprägten Gesellschaften. Während die Mehrheit der Untersuchungen über Führerkulte sich nur damit beschäftigen, wie Kulte konstruiert werden, wer ihre Schöpfer sind und wie offizielle Repräsentationen geschaffen werden, biete ich einen ganz neuen Blick auf die Bedeutung von Personenkult und Ikonoklasmus in Stabilisierungsmechanismen von modernen Diktaturen.  

Wie meine Analyse zeigt, schuf der Ikonoklasmus einen Raum für symbolische, visuelle Kommunikation, in dem Regime und Bevölkerung sich „von Angesicht zu Angesicht“ gegenüberstanden und die Regeln der Koexistenz verhandelten. Die Subjekte fanden dabei Ressourcen, um den Sinn und die Bedeutung von Propaganda zu verändern, offizielle Diskursgrenzen zu überdenken und auf dem Weg der sowjetischen, kulturellen Transformation Ostdeutschlands Barrieren zu errichten. Die erste intensive Propagandakampagne in Form der in Ostdeutschland flächendeckend ausgehängten Plakaten „Äußerungen des Genossen Stalin über Deutschland und über das deutsche Volk“ rief große Empörung in der Bevölkerung hervor. So wurden im August 1945 der Verwaltung in Brandenburg sechs Plakate mit Zitaten zu den Entscheidungen der Potsdamer Konferenz ausgehändigt, welche in der Ortschaft Drewitz mit antisowjetischen Losungen bemalt worden waren: „1. Wer einmal gelogen hat, dem wird nicht mehr geglaubt; 2. Alles Quatsch; 3. Ihr habt gut reden; 4. Ich werde Euch Kultur lehren / Stalin/; 5. Warum wird dann geplündert?; 6. Welche Frau wird ohne Fragen genommen“. Auf zwei Plakaten mit der Überschrift „Marschall Stalin über Deutsche und Deutschland“ wurde das Wort „Stalin“ durchgestrichen und durch das Wort „Hitler“ ersetzt, was ein Tabu war. Solche Fälle von „Tätigkeit faschistischer Elemente” wurden von den Machthabern an die Sicherheitsorgane weitergeleitet. Ich habe viele vergleichbare Fälle gefunden. Mit ihrer Hilfe rekonstruiere ich die Modalitäten der Wahrnehmung Stalins durch das Prisma der Erfahrung von Generationen, Gruppen, Geschlechtern und Individuen.

"Stalinkult als Schnittstelle der staatlichen und persönlichen Interessen"

L.I.S.A.: Sie betrachten das Stalinbild bzw. die Stalinbilder als Herrschaftspraxis und als Eigen-Sinn. Was genau meinen Sie damit?

Dr. Tikhomirov: Die beste Antwort auf diese Frage ist ein alter Witz, der unter den Zeitzeugen dieser Ereignisse eine Verbreitung fand:

"Die sowjetische Schulbehörde kommt nach Berlin. Der Leiter der Delegation ist sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Schulüberprüfungen und dem hohen Niveau der ideologischen Bildung und der politischen Erziehung der jungen Deutschen. Am Ende der Prüfung fragt er schließlich einen kleinen Jungen, der vorbeirennt: 'Also, sag mir doch, wer ist dein Vater?' - 'Unser geliebter Führer Josef Vissarionovitsch Stalin', antwortet der Schüler wie aus der Pistole geschossen. - 'Gut. Und wer ist deine Mutter?' - 'Die große und unbesiegbare Sowjetunion', antwortet der Junge wieder ohne nachzudenken. - 'Sehr gut! Und erzähl mir bitte was du einmal werden möchtest, wenn du groß bist.' Jetzt braucht das Kind ein wenig mit der Antwort, blickt zu Boden und antwortet: - 'Ein Waisenkind!'"

Dieser Witz widerspiegelt, dass der Stalinkult einerseits zumindest in offiziellen, öffentlichen Sphären ein Machtinstrument zur Indoktrinierung und Mobilisierung der Bevölkerung darstellte. Die Machthaber benutzten Stalin als Propagandafigur, um der Gesellschaft durch die Personifizierung ideologische und politische Sachverhalte sowie schwer vermittelbare moralische Forderungen zu erklären und durch den charismatischen Führer Vertrauen zur Macht zu schaffen. Andererseits wurde der Stalinkult von der Bevölkerung im eigenen Interesse wahrgenommen. Das Individuum konnte also die von oben angebotene Ideologie durch das Prisma eigener Interessen und Bedürfnisse, Ängste und Erwartung verarbeiten und dadurch einen persönlichen Sinn im Leben in der Diktatur finden.  

Die Feier von Stalins Geburtstag in der DDR zeigt wohl am deutlichsten das hohe Mobilisierungspotential des Kults und seine Fähigkeit, innerhalb kurzer Zeit die Bevölkerung für das Regime zu aktivieren. Für das Regime war es eine Propagandakampagne, die darauf ausgerichtet war, einen sozialen Konsens zu inszenieren und die Legitimität des Regimes im öffentlichen Raum zu verkünden. Für die Bevölkerung bot diese Kampagne die Möglichkeit, einen sofortigen Gewinn zu erhalten und sie eröffnete einen Verhandlungsraum, in dem es möglich wurde, eine Verbesserung des sozialistischen Alltags zu verhandeln. Ein Beispiel hierfür ist das Buna-Werk in Merseburg, wo Stalins Geburtstag 1952 mit der Weihnachtsfeier verbunden wurde und jeder, der mitfeierte, zwei Gläser Bier und 10 Zigaretten erhielt. Wurden Schulen und Firmen nach dem sowjetischen Führer benannt, war dies ebenfalls mit einem besonderen privilegierten Status und materiellen Vergünstigungen für SchülerInnen bzw. MitarbeiterInnen verbunden. Das beste Beispiel hierfür sind die Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow. Sie wurden erst nach Stalins Tod 1953 nach dem sowjetischen Führer benannt.

In dieser Hinsicht war der Stalinkult ein wirksames politisches Instrument, um ‚schwache’ autoritäre Regime zu stärken, indem ein System öffentlicher Symbolismus und öffentlicher Sphären geschaffen wurden, welche der Bevölkerung durch Rhetorik, Symbole und Rituale des Führerkults Regeln, Normen und Ideale für das Leben in der Diktatur vorgaben. Einerseits benötigte der Staat die Unterstützung und Loyalität der BürgerInnen, um die politische Ordnung zu stabilisieren. Andererseits, nutzte die Gesellschaft dieses Bedürfnis des Regimes sowie die Ressourcen der Diktatur, um persönliche Pläne zu optimieren und den Alltag zu normalisieren. Der Stalinkult als Schnittstelle der staatlichen und persönlichen Interessen ermöglichte die Entstehung einer gegenseitigen Abhängigkeit: die Diktatur konnte nicht ohne die Gesellschaft und die Gesellschaft nicht ohne Diktatur existieren.

"Die persönlichen Gespräche mit Stalin waren eine einzigartige Chance"

L.I.S.A.: Wer waren die Träger des Stalinkults?

Dr. Tikhomirov: In erster Linie waren das deutsche Kommunisten, welche die Zeit des Nationalsozialismus in der politischen Emigration in der UdSSR verbracht hatten. Dadurch, dass sie den Großen Terror von 1937 – 1938 überlebt hatten, hatten sie gelernt, sich an das Leben im Stalinismus anzupassen: vor Hierarchien und Dienstgraden in die Knie gehen, Anweisungen aus dem Kreml genau ausführen, eine strenge Disziplin einhalten, der sowjetischen Moral folgen, Glauben an die Sowjetunion und widerspruchslose Hingabe zu Stalin zeigen. Sie waren mit der Geschichte der Bolschewistischen Partei und den Klassikern des Marxismus-Leninismus aufgewachsen und konnten einwandfrei „sowjetisch“ sprechen, leben und regieren und – das Wichtigste – sie hatten es gelernt, mit der Sowjetunion „befreundet zu sein”. Als die Kommunisten aus der Sowjetunion nach Deutschland zurückkehrten, fühlten sie sich wie Missionare des Marxismus-Leninismus in stalinistischer Interpretation. Sie forderten von der deutschen Gesellschaft der Nachkriegszeit Buße und Reue für die Kriegsverbrechen der Nazis. Sie traten für die Reinigung des nationalen Gewissens und die Wiederherstellung der kollektiven Ehre durch Beichtrituale gegenüber Stalin ein. Genau diese Vertreter des Kommunismus können als die Hohepriester des Stalinismus bezeichnet werden, welche den Transfer, die Adaption und die Popularisierung kanonischen Wissens über den sowjetischen Führer an der Peripherie des sowjetischen Nachkriegsimperiums kontrollierten.  

Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl strebten außerdem danach, den persönlichen Schutz Stalins zu erhalten. Diese Möglichkeit ergab sich durch regelmäßige Beratung der SED-Führung im Kreml. Die formale und inhaltliche Seite dieser Treffen bezeugt eine streng hierarchische Gesprächskultur, die man wohl mit der Kommunikation zwischen Vorgesetztem und Untergebenem vergleichen kann. Während der Treffen hörte Stalin aufmerksam zu, rauchte Pfeife, scherzte und brachte seinen Gesprächspartner sogar zum Lachen. Der „Führer” moderierte die Gespräche. Er stellte Fragen. Er gab Ratschläge. Er versprach Hilfe bei konkreten Problemen, hatte das Recht, nachzufragen und den Gesprächspartner zu unterbrechen. Gleichzeitig machten die persönlichen Treffen mit Stalin einen starken Eindruck auf die Deutschen, insbesondere imponierten ihnen die Menschlichkeit und Wärme Stalins, der sich nach ihrer Unterkunft in Moskau erkundigte und fragte, ob sie sonst noch etwas bräuchten. Die persönlichen Fragen zu ihrem Wohlergehen, privaten Wünschen und Bitten schufen das Gefühl der Nähe zum sowjetischen Führer.  

Wie die Protokolle der persönlichen Treffen mit Stalin zeigen, füllten die Ostdeutschen die ihnen zugewiesenen Rollen erfolgreich aus und demonstrierten Treue zum „Führer”. Das Ergebnis war konkrete Hilfe Moskaus, die sich in der Reduzierung der Reparationszahlungen und der Demontage, der Lieferung von Lebensmitteln und Rohstoffen und der Aufnahme der DDR in die Gemeinschaft volksdemokratischer Staaten äußerte. Die persönlichen Gespräche mit Stalin waren für die ostdeutschen Politiker eine einzigartige Chance, aktuelle Probleme zu lösen und die unzähligen bürokratischen Instanzen der Sowjetischen Militäradministration und der Kommunistischen Partei zu umgehen. Als Zeichen der Dankbarkeit der Klienten gegenüber dem Patron wurde die Stalinverehrung in der DDR forciert, indem die Bevölkerung gezwungen wurde, an Geburtstagsfeierlichkeiten oder nach dem Tod Stalins an Trauerzeremonien teilzunehmen. 

"Praktiken, die Dankbarkeit, Liebe und Vertrauen zu Stalin ausdrückten"

L.I.S.A.: Und wie wurde der Stalinkult nach dem Zweiten Weltkrieg emotionell aufgeladen? Kann man über die emotionale Steuerung der Bevölkerung durch den Stalin-Kult sprechen?  

Dr. Tikhomirov: Ja, ohne Zweifel. In meinem Buch richte ich die Aufmerksamkeit der LeserInnen auf die emotionale Komponente des Stalinkults bei der Mobilisierung der Bevölkerung. Die Instrumentalisierung von Gefühlen der Schuld und der Scham für die Kriegsverbrechen der Nazis von Seiten der Besatzungsmacht und der SED-Führung ermöglichten das Unmögliche: Stalin nicht als Feind, sondern als „besten Freund”, „Lehrer” und „Schutzpatron” des deutschen Volkes darzustellen, welcher über das höchste moralische Recht verfügte, dem deutschen Volk zu verzeihen und die BürgerInnen von ihren Gewissensbissen zu befreien. Der Stalinkult stellte den Deutschen in Aussicht, „Sieger der Geschichte” werden zu können und nicht mehr auf der Verliererseite stehen zu müssen. Es ist kein Zufall, dass sich unter den Ostdeutschen als Unterstützung der Vergebungspraktiken die Repräsentation des sowjetischen Führers als Verkörperung der höchsten moralischen Instanz herausbildete. Diese verfügte über das Exklusivrecht, die Deutschen von ihren Gewissensnöten wegen ihrer „dunklen Vergangenheit” zu erlösen und sie von ihren erdrückenden Schuldgefühlen wegen des Leids und der Opfer der Sowjetunion freizusprechen. Die Mitwirkung an den Wiederaufbauarbeiten auf der Stalinallee in Ostberlin, individuelle Verpflichtungen oder die Übergabe von Geschenken zu Stalins Geburtstag wurden als Praktiken wahrgenommen, welche das Schuldbewusstsein, die Buße und das neu geschaffene Vertrauen im Rahmen des neuen politischen Projekts, also des Aufbaus des Sozialismus, ausdrückten.  

Anstatt der Erinnerung an die Schande der Niederlage, die Scham und den Ehrverlust der deutschen Nation bot der Stalinkult die Möglichkeit, neue Traditionen der deutsch-sowjetischen Freundschaft und eine antifaschistische Widerstandsrhetorik zu etablieren. Das neue Metanarrativ war dazu gedacht, mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu brechen, die Deutschen zu „Freunden” der Sowjetunion zu machen und einen Weg in die „helle Zukunft” aufzuzeigen. Mit der Gründung des „zweiten deutschen Staates” – der Deutschen Demokratischen Republik – wurde der Stalinkult zur Ehrensache jedes deutschen Patrioten und zu einem nationalen Projekt erklärt. Die Huldigung Stalins sollte den ostdeutschen Staat legitimieren, neuen kollektiven Sinn schaffen und das nationale Identitätsgefühl durch die Zugehörigkeit zu einer Kultgemeinschaft – dem Block sozialistischer Staaten – ersetzen. Dadurch bot die Stalinverehrung eine Umdeutung von Konzepten wie Nationalstolz, Ehre und Patriotismus. Diese waren durch den Fall des Dritten Reichs tabuisiert worden und erhielten nun eine Chance auf Rehabilitierung und neuen Sinn durch Praktiken, die Dankbarkeit, Liebe und Vertrauen zu Stalin ausdrückten.  

Erste Anzeichen des Stalinkults in Ostdeutschland wurden bereits im Herbst 1945 in Form von politischer Improvisation, örtlichen Initiativen und dem Ausprobieren sowjetischer Rituale sichtbar. Zu Beginn der Nachkriegszeit war die Stalinverehrung jedoch eine geschlossene Veranstaltung für die Sowjetische Militäradministration und KPD/SED. Die Entwicklung der SED zu einer „Partei neuen Typs” brachte die Bestätigung des Stalinkults mit sich, welcher ein Indikator und Mechanismus für die Sowjetisierung der politischen Kultur in Ostdeutschland wurde. Der entscheidende Anstoß für den Export normativen Wissens über Stalin von Moskau nach Ostdeutschland waren die Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten von Stalins 70. Geburtstag im Dezember 1949. Es wurde eine große Kampagne zur Verbreitung sowjetischer Inhalte – Gedichte, Lieder, Erzählungen, Plakate, Bilder, Kinofilme und Ausstellungen über Stalin – gestartet. Dabei handelte es sich wirklich um eine Kampagne zur Mobilisierung der Bevölkerung, welche Stalin als „besten Freund des deutschen Volkes” darstellen sollte. Allein im kommunistischen Jugendverband Freie Deutsche Jugend gab es mehr als 20.000 Vorträge zu Stalins Lebensweg. Mehr als zwei Millionen Unterschriften wurden für Glückwünsche, die nach Moskau gesendet wurden, gesammelt. Gleichzeitig begann die Veröffentlichung der Gesammelten Werke Stalins in deutscher Sprache. Plakate und Portraits Stalin wurden in hoher Auflage gedruckt.

"In der DDR fehlte die 'psychologische Rüstung' für die Entstalinisie­rung"

L.I.S.A.: Welche Bedeutung hatte der Tod Stalins 1953 für den Kult um seine Person? Wie wirkte sich die Rede Chruschtschows gegen den Personenkult um Stalin auf das Stalinbild in Ostdeutschland aus?  

Dr. Tikhomirov: Stalins Tod war sowohl in der DDR als auch in der Sowjetunion der Höhepunkt des Stalinkults. In Ostdeutschland war vom 6. bis 11. März 1953 Staatstrauer. Die Massenmedien schufen den Eindruck einer vollkommenen Synchronität zwischen der Sowjetunion und der DDR: ein Leben in der gleichen rhetorischen, rituellen, emotionalen, räumlichen und zeitlichen Dimension. Es war der Moment der höchsten Mythologisierung der Person Stalins und der Schaffung deutscher Kultartefakte (Denkmäler, Portraits, Gedichte). Nach einem Jahr wurde der Todestag Stalins zu einem weiteren Gedenktag im Kalender politischer Rituale der Ostdeutschen. Es bildete sich der Stalingedenkkult heraus, welcher wichtige Funktionen in der symbolischen Politik des Staates hatte. Erstens enthielt er den Aufruf, die Arbeit Stalins weiterzuführen und sich um die SED zu scharen. Zweitens diente er als Instrument, um eine Reihe gesellschaftlicher Erwartungen festzuhalten, als deren Garant Stalin aufgetreten war. Drittens sollte er ein Teil des nationalen Gedächtnisses der Deutschen werden und im Weiteren die deutsch-sowjetische Freundschaft stärken.  

Ich möchte hervorheben, dass Ihre Frage uns darauf hinführt, die Besonderheiten der DDR im Vergleich zur Sowjetunion zu erkennen. Von 1949 bis Anfang 1956 gehörte die Person Stalin zum „schönen Schein“ der DDR: Stalin galt als Staatssymbol; der Führermythos „durchherrschte“ die Meistererzählung Ostdeutschlands und wurde in Ritualen des Personenkults inszeniert; die stalinistische Ikonographie eroberte den öffentlichen Raum. Der Hauptunterschied der Situation in Ostdeutschland 1956 im Vergleich zu der in der Sowjetunion bestand darin, dass in der DDR die „psychologische Rüstung“ für die Entstalinisie­rung fehlte. Dagegen wurde in der Sowjetunion schon direkt nach dem Tod des Diktators 1953 damit begonnen, die Rolle Stalins zu revidieren. In der DDR konnte man dagegen nach dem Tod Stalins eine weitere Intensivierung des Stalinkults „von oben“ beobachten. Sie zeigte sich in der Gründung der Stalinstadt, im Errichten neuer Denkmäler und Büsten sowie in weiteren Umbenennungen von Straßen und Plät­zen in ganz Ostdeutschland. Die Machtelite versuchte, den Stalinmythos weiter zu pflegen, weil er wesentlicher Bestandteil des Gründungs­mythos der DDR war und die Legitimierungsstrategien des „zweiten deutschen Staates“ stark beeinflusste.  

Deshalb rief Chruschtschows Rede „Über den Personenkult und seine Folgen“ einen Schockzustand in der politischen Elite der DDR und in der Bevölkerung hervor. Während der Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED, Walter Ulbricht, außergewöhnliche Begabung bei der Anpassung an die neue Rhetorik aus Moskau zeigte, waren die Reaktionen von den SED-Mitgliedern wesentlich widersprüchlicher. Die Menschen beobachteten eine Lähmung des Regimediskurses und wussten nicht, was sie sagen und wie sie sich verhalten sollten. Die plötzliche Revidierung Stalins nahm ihnen die vertraute Sprache für die Interpretation der Wirklichkeit. Den Grad der Ambivalenz in der Bewertung Stalins zeigt mindestens die Tatsache, dass auf ein und derselben Parteiversammlung im Laufe der Diskussion sich gegenseitig ausschließende Initiativen verlautet wurden: einerseits der Vorschlag, ein weiteres Stalindenkmal zu errichten und andererseits der Vorschlag, Stalinportraits abzuhängen und zu zerstören.

Die ganze Gesellschaft wurde in die Diskussion über den Stalinkult einbezogen. Alle versuchten, die neuen Grenzen des Sagbaren zu erkennen, die keine politische Verfolgung bedeuten würden. Eine offene Verletzung der früheren rhetorischen Tabus war vor allem in großen Industriezentren bemerkbar. Die ArbeiterInnen der Werke in Wildau schreckten nicht davor zurück, den sowjetischen Führer als „Diktator“ und „sowjetischen Hitler“ zu bezeichnen, sie fragten einander nach westlichen Zeitungen, die entlarvende Neuigkeiten brachten. Vor dem Hintergrund der kargen offiziellen Informationen wurde die ganze DDR von einer Gerüchteepidemie erfasst. Es kursierte beispielsweise die falsche Information über ein angebliches offizielles Verbot, Stalins Schriften zu lesen. Buchhandlungen verzeichneten einen abrupten Rückgang der ohnehin geringen Nachfrage nach Stalins Werken, welcher auf die Notwendigkeit, sie vollkommen aus dem Handelsverkehr ziehen, hindeutete. Es sind Fälle aufgezeichnet worden, in denen Stalinschriften ins Altpapier gegeben und sogar verbrannt wurden. Der Ikonoklasmus ergriff ganz Ostdeutschland. Aus der Potsdamer Gegend kam die Nachricht, dass ein Mitarbeiter der Verwaltung das Portrait Stalins von der Wand genommen habe, da „er hier nichts mehr zu suchen“ habe. Aus Schwerin wurde berichtet, dass in vielen Russischlehrbüchern das Bild Stalins ausgeschnitten wurde. In Werken in Gera spitzen sich die Streitigkeiten über den Personenkult so zu, dass die FDJ-Führung die Anordnung gab, die Kränze, die vor der Stalinbüste im Stalinpark lagen, zu anderen Denkmälern zu bringen und die Widmungsbänder auszutauschen. Die Gegenstände des Personenkults, die bis 1956 der Visualisierung, Legitimierung und Stärkung des Regimes im öffentlichen Raum gedient hatten, wurden zur Hauptzielscheibe der Volksaggression und zur Achillesferse des gesamten politischen Systems. 

"Stalinstadt wurde in Eisenhüttenstadt umbenannt"

L.I.S.A.: Ihre Betrachtung endet 1961 mit dem Mauerbau. Inwieweit betrifft diese historische Zäsur auch Ihr Thema? Anders gefragt: Ist 1961 auch für den Stalinkult ein bedeutsames Datum? Endete damit der Stalinkult?  

Dr. Tikhomirov: 1961 ging eine zweite Welle der Entstabilisierung durch den Ostblock, die bereits 1956 in Chruschtschows Geheimrede „Über den Personenkult und seine Folgen” auf dem XX. Parteitag der KPdSU begonnen hatte. Nach dem Beschluss des XXII. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 1961 wurde der Leichnam Stalins aus dem Leninmausoleum getragen und vor der Kremlwand begraben. Die DDR reagierte auf die Entscheidungen der KPdSU unisono. In der Nacht vom 13. auf den 14. November verschwanden die letzten stalinistischen Symbole von der Landkarte der DDR: die „erste sozialistische Stadt Deutschlands“ – die Stalinstadt – wurde in Eisenhüttenstadt umbenannt; die Berliner Stalinallee wurde aufgeteilt und nun Frankfurter und Karl-Marx-Allee genannt; der S-Bahnhof Stalinallee erhielt den neuen Namen S-Bahnhof Frankfurter Allee; das Stalindenkmal in Berlin wurde entfernt. Diese letzte Reinigung des öffentlichen Raumes setzte einen Schlusspunkt in der Geschichte des Stalinkultes in Ostdeutschland. 

Dr. Alexey Tikhomirov hat die Fragen der L.I.S.A.Redaktion schriftlich beantwortet.

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