Registrieren
merken
Dr. Claudia Hauser | 28.11.2011 | 878 Aufrufe | Ankündigungen

Männer bleiben die Hauptverdiener
Zweiter Bericht zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland erschienen

Unter dem Titel „Teilhabe im Umbruch“ ist soeben der zweite Bericht zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland erschienen. Auf knapp 800 Seiten dokumentiert der vom Forschungsverbund Sozioökonomische Berichterstattung herausgegebene Band umfassend die Veränderungen gesellschaftlicher Strukturen und Lebensverläufe in unserer Gesellschaft und die Umbrüche, die das für Deutschland typische Modell der Teilhabe erfährt.

Ein Fazit des Berichtes ist, dass der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Teilhabe unsicherer geworden ist. Die Möglichkeiten individueller Teilhabe haben sich vergrößert, zugleich sind aber die Risiken zunehmend ungleich verteilt: Zwar nimmt die Beschäftigung weiter zu, dies geht aber häufig auf „atypische“ Beschäftigungsformen zurück, zu denen der Bericht auch Alleinselbständigkeit und Niedriglöhne zählt.

Da mehr Beschäftigte keine ausreichenden Versorgungsansprüche erwerben, hängen Teilhabechancen stärker von der persönlichen Unterstützung durch Partnerschaft und Familie ab. Dabei behält das Modell des (männlichen) Hauptverdieners und der vorwiegend weiblichen Haus- und Sorgearbeit seine gesellschaftliche Geltung. Auch wenn Paare mit Kindern heute zwischen verschiedenen Optionen der Lebensführung wählen können, arbeiten vier Fünftel der Männer mit Kindern in stabiler Vollzeitbeschäftigung, was nur für ein Achtel der Frauen mit Kindern gilt.

Der zweite Bericht zur sozioökonomischen Entwicklung fasst die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsverbunds Sozioökonomische Berichterstattung zusammen. Über die Arbeit des Forschungsverbunds informiert die Projektwebsite www.soeb.de.

Der Bericht ist im Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. Presse- und Rezensionsexemplare können beim Soziologischen Forschungsinstitut (SOFI) Göttingen angefordert werden unter sarah.cronjaeger@sofi.uni-goettingen.de.
  
Kontakt:
Dr. Peter Bartelheimer
Soziologisches Forschungsinstitut (SOFI) an der Georg-August-Universität
Friedlaender Weg 31
37085 Göttingen
Tel. +49 551 52205-51
E-Mail: peter.bartelheimer@sofi.uni-goettingen.de

Kommentar erstellen

M79XYG