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Kirsten Schröder | 23.05.2019 | 226 Aufrufe | Veranstaltungen

Leibniztag 2019 | Festsitzung

25.05.2019 | Berlin | Konzerthaus am Gendarmenmarkt, 10:00 Uhr – 13:00 Uhr

Selten hat man sich in Europa so intensiv mit Fragen von Aufrichtigkeit, Lüge und Verstellung auseinandergesetzt wie im 16./17. Jahrhundert, dem Zeitalter der barocken Hofkultur, der Staatsbildung und der konfessionellen Polarisierung. Eindeutige Bekenntnisse und klare Abgrenzung waren verlangt. Das wechselseitige Misstrauen zwischen den religiösen Gruppen wuchs; moderate Mittelwege und Kompromisslösungen gerieten zunehmend unter Druck. Doch wenn man genauer hinschaut, dann zeigt sich: Unter den Bedingungen gesteigerten Konformitätsdrucks wurde genau das erzeugt, was man beseitigen wollte: innerer Widerstand, Abweichung, bewusste Zweideutigkeit, Lippen bekenntnisse. Je ausgefeilter die Techniken der religiösen Gewissenserforschung, desto ausgefeilter auch die Verstellungskünste. Man diskutierte die moralische Zulässigkeit des Täuschens und Verhehlens – in der Politik und bei Hof ebenso wie in der Kirche. In Zeiten zunehmender politischer Polarisierung lohnt es sich, die Debatten des konfessionellen Zeitalters noch einmal neu in den Blick zu nehmen.

Professor Dr. Barbara Stollberg-Rilinger promovierte 1985 in Köln und habilitierte sich nach einer Familienpause 1994. Seit 1997 lehrt sie Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster; 2004 erhielt sie den Leibniz-Preis der DFG. Derzeit ist sie Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Ihr zentrales Forschungsgebiet ist die Kulturgeschichte des Politischen; sie fragt nach den Ritualen und Symbolen, den formalen Verfahren und informalen Praktiken, mit denen institutionelle Ordnungen in der Vormoderne erzeugt, aufrechterhalten, angefochten und verändert wurden.

 

MUSIKALISCHE INTERMEZZI
Cantus Pangasius

Aus Neugier auf ein ungehörtes Repertoire heraus trafen sich Studierende der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig zum singenden Entdecken. Schnell fokussierte sich das gemeinsame Interesse sowohl auf unbekannte Werke des 16. bis 18. Jahrhunderts aus dem mitteldeutschen Raum als auch auf die intensive Arbeit an lebendigen Interpretationen bei einem durchsichtig homogenen Klang. Das Ensemble zeichnet sich bei der Erarbeitung seiner Programme neben der künstlerisch-praktischen besonders durch seine musiktheoretisch-wissenschaftliche Herangehensweise aus.

Als Cantus Pangasius trat das Ensemble in der Leipziger Universitätskirche, der Thüringer Landesmusikakademie in Sondershausen und mit dem Naumburger Kammerchor in der UNESCO-Welterbestätte Naumburger Dom auf.

Besetzung: Marijke Meerwijk, Johanna Jäger, Noa Flach, Undine Unger, Kim Dennis Hermann Grote, Lucas Reis, Stefan Garthoff, Maximilian Rank

Flyer zur Veranstaltung (909.76 KB)

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