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Felix Stadler | 18.04.2017 | 329 Aufrufe | Interviews

Gedanken zum Norddeutschen Bund im Jubiläumsjahr

Interview mit Ziko van Dijk über Sichtweisen auf die neuere deutsche Geschichte

Am 16. April 1867 wurde mit der Verkündung der Verfassung des Norddeutschen Bundes der erste deutsche Bundesstaat und damit ein staatlicher Vorläufer der heutigen Bundesrepublik Deutschland gegründet. Der Historiker und Wikipedia-Autor Dr. Ziko van Dijk blickt zum 150. Jahrestag auf verschiedene Stationen auf dem Weg zu Gründung des Nationalstaats in Deutschland zurück. L.I.S.A. hat ihn zu alternativen Interpretationen neuerer deutscher Geschichte, zu nationalen Identitätsbildungsprozessen sowie zu seiner Arbeit an der Wikipedia befragt.

"Im Jahr 1848 liegen die eigentlichen Ursprünge unseres Gemeinwesens"

L.I.S.A.: Herr Dr. van Dijk, Sie sind Historiker und auch Mitglied des „wiki:teams für Medienkompetenz mit Wikipedia“. Als Wikipedia-Autor haben Sie vor allem Artikel zur neueren deutschen Geschichte verfasst, beispielsweise zur Märzrevolution von 1848 und zur Gründung des Norddeutschen Bundes 1866 bzw. 1867. Aus letzterem wurde vor 150 Jahren der erste deutsche Bundesstaat. Was interessiert Sie an dieser Epoche?

Als ich Schüler war, begann ich mich dank eines Freundes für die damalige Politik Ende der Achtziger Jahre zu interessieren. So kamen wir auch auf die Geschichte der alten Bundesrepublik. Für uns war die Bonner Republik „unser Staat“. Im Geschichtsunterricht dann begann die eigentliche politische Geschichte mit der Weimarer Republik. Das Jahr 1918 schien ein sinnvoller Anfangspunkt zu sein, während das Kaiserreich schon sehr fremdartig wirkte.

Ansatzweise im Geschichtsstudium, aber viel mehr noch danach, wurde für mich deutlicher, wo die eigentlichen Ursprünge unseres Gemeinwesens liegen. Im Jahr 1848 brach sich ein gesamtdeutsches Bewusstsein den Weg in die Öffentlichkeit, wie es im Vormärz allenfalls vorbereitet wurde. Die ersten deutschen Parteien zum Beispiel entstanden parallel zum ersten gesamtdeutschen Parlamentarismus der Frankfurter Nationalversammlung, und die meisten heutigen Parteien haben ihre Wurzeln in den 1860er-Jahren.

"Eine Stärke der Wikipedia ist die Biographie"

L.I.S.A.: Was haben Sie in der Wikipedia vorgefunden, als Sie sich verstärkt dieser Epoche zugewandt haben?
 
Das Schöne an der Wikipedia ist: Keiner kann behaupten, er habe sie zum Großteil alleine geschrieben. Es kann auch keiner behaupten, die Wikipedia sei vollständig oder fertig, so ein festgesetztes Ziel gibt es gar nicht. Viele Mitmacher haben eine Unzahl von Artikeln zum 19. Jahrhundert verfasst, beispielsweise der mir sonst unbekannte Autor mit dem Benutzernamen Machahn. Es geht ja auch nicht nur ums Schreiben von Texten, sondern auch um das Korrigieren, Einordnen, Bebildern und anderes. Es ist ein richtiges Gemeinschaftswerk.

An sich konnten die Leser sich bereits gut über die Epoche informieren, wenn auch einige Themen recht rudimentär dargestellt wurden. Ab und zu hätte ich mir ein paar mehr Fußnoten gewünscht. Eine Stärke der Wikipedia ist und bleibt die Biographie, unter anderem, weil manche Mitstreiter es sich zum Ziel gemacht haben, ganze Kategorien wie etwa alle Abgeordneten eines Parlamentes oder bestimmte Amtsträger zu bearbeiten.

Manchmal ist mir aufgefallen, dass die Wikipedia einige Themen von Ereignissen und Schlagworten aus angegangen ist und weniger vom eigentlichen Themenbereich her. So gab es schon lange einen Artikel über die „Kaiserdeputation“ von 1849. Das war aber an sich nur ein Ausschuss der Nationalversammlung. Der gesamte Themenkomplex ist wesentlich umfangreicher und reicht von der Forderung nach einem gesamtdeutschen Staatsoberhaupt, die Diskussionen in der Paulskirche, die Abstimmungen zur Verfassung mit anschließenden Kaiserwahl bis hin zur Deputation, also der Gruppe von Abgeordneten, die nach Berlin zum preußischen König Friedrich Wilhelm IV. gereist ist. Hinzu kommt der anschließende Versuch des Königs, Deutschland selbst zu einigen, mit der sogenannten Erfurter Union und ihm selbst als Unionsvorstand.

Über die Elemente dieses Komplexes konnte man in verschiedenen Wikipedia-Artikeln lesen, etwa über den König oder die Nationalversammlung. Ich habe die Elemente dann in einem neuen, gesonderten Artikel behandelt: „Reichsoberhauptfrage 1848-1850“.

"Manche Themen sind relevanter als andere"

L.I.S.A.: Es fällt auf, dass es in den Wikipedia-Artikeln ein erhebliches Gefälle in Ausführlichkeit und Detailreichtum gibt. Während der eine Artikel eher kurz und knapp ausfällt, ist der andere eine Scroll-Herausforderung. Ist das aus Ihrer Sicht ein Problem?

Nicht unbedingt. Manche Themen oder Unterthemen sind relevanter als andere und werden unterschiedlich ausführlich in der Fachliteratur behandelt. Der Artikel über den Reichsministerpräsidenten Heinrich von Gagern ist natürlich viel länger als einer über einen Reichskommissar oder Reichsgesandten. Über eine optimale Länge lässt sich wohl trefflich streiten. Bevor ich den Artikel über Gagern überarbeitet habe, war er zwar korrekt und stimmig, aber unbelegt und ließ noch viele Fragen offen. Meine Überarbeitung hat aus 11.000 Zeichen fast 50.000 gemacht. Ich hoffe aber, dass dank der zusammenfassenden Einleitung auch der eiligere Leser zu seinem Recht kommt.

Davor hatte es in mir schon ein Umdenken gegeben. Manche Mitmacher haben die Neigung, ein Lieblingsthema in sehr ausführlichen, sehr fachwissenschaftlicher und schließlich auch sehr langen „Orchideen-Artikeln“ zur Geltung zu bringen. So auch ich. Mir hat dann aber einmal ein niederländischer Staatsrechtler zu Bedenken gegeben, dass wohl kaum ein deutschsprachiger Leser Lust hat, die vielen Seiten zu lesen, die ich zur Ersten Kammer des niederländischen Parlaments geschrieben hatte. Seitdem überlege ich mir, wie man ein Thema besser auf mehrere Artikel verteilt.

"Ziel der Wikipedia: Darstellung von etabliertem Wissen aus Fachzeitschriften"

L.I.S.A.: Wenn Sie also einen Wikipedia-Artikel über einen so komplexen Zusammenhang wie die Entstehung und Geschichte des Norddeutschen Bundes schreiben, wie gehen Sie da vor? Wo holen Sie sich Ihr Wissen her und wie kompilieren Sie das dann zu einem Artikel, den möglichst viele verstehen sollen?

Es fängt eigentlich mit dem Nachdenken darüber an, um welchen Inhalt oder welche Materie es geht, und wie man diesen Stoff segmentieren kann. Diese Segmentierung führt zur Frage nach den geeigneten Lemmata, also den voneinander abgegrenzten enzyklopädischen Einträgen. Diese sind dann normalerweise identisch mit den Titeln der Artikel. Innerhalb der Artikel sollte es eine angemessene Gliederung geben. Die Hoffnung ist, dass der Leser durch den Titel rasch den „richtigen“ Artikel findet und dort sich an der Gliederung orientieren kann.

Wenn ich früher ab und zu ein bisschen angelesenes Wissen zum Norddeutschen Bund hatte, habe ich es in den allgemeinen Artikel „Norddeutscher Bund“ gestellt. Dadurch sind aber einige Abschnitte des allgemeinen Artikels angeschwollen, und die Gewichtung wurde ungleichmäßig. Manches wurde recht detailliert, anderes sehr oberflächlich abgehandelt.

Als ich mit neuem Schwung an die Epoche herangegangen bin, wollte ich das vermeiden. Darum habe ich beispielsweise für die Außenpolitik einen eigenen Artikel geschrieben und die betreffenden Abschnitte im allgemeinen Artikel etwas zurechtgestutzt. Den allgemeinen Artikel kann man inhaltlich als „Oberartikel“ und den zur Außenpolitik als „Unterartikel“ oder „Detail-Artikel“ ansehen.

Dasselbe Problem hatte ich aber auch beim „Unterartikel“: Zur Außenpolitik des Norddeutschen Bundes gehören beispielsweise Krisen wie die belgische Eisenbahnfrage oder die spanische Thronfolge. Es hat mir geholfen, dass ich erst Artikel zu diesen Unterthemen verfasst habe. Als ich mich danach an den Artikel zur Außenpolitik gemacht habe, kannte ich die Materie bereits. Außerdem konnte ich dort einfach je zwei, drei zusammenfassende Abschnitte zu den einzelnen Krisen schreiben und ansonsten auf die jeweiligen Artikel dazu verweisen.

Zur Herkunft des Wissens: In der Wikipedia soll ja etabliertes Wissen aus den Fachwissenschaften dargestellt werden. Es ist erwünscht, dass möglichst aktuelle und anspruchsvolle Literatur herangezogen wird. Das ist nicht nur aufwändig, sondern führt zu der Herausforderung, einen Artikel zu schreiben, den die Leser auch ohne eigene Fachkenntnisse verstehen. Ich bemühe mich beim Schreiben durchaus auch um eine Art Übersetzung aus der eigentlichen Fachsprache.

Bei den Artikeln zu Revolution und Bundesgründung habe ich zwar meist eigentliche Fachliteratur im Sinne von Forschungsliteratur verwendet. Dabei gebe ich zu, dass ich mir nicht immer die Mühe gemacht habe, die alleraktuellste Literatur zu besorgen – das Schreiben für die Wikipedia ist schließlich ein Hobby. Oft habe ich die Deutsche Verfassungsgeschichte von Ernst Rudolf Huber als Grundlage genommen. Dieses achtbändige Handbuch ist zwar schon einige Jahrzehnte alt, aber auch neuere Werke verweisen in ihren Fußnoten häufig darauf. Zum Abgleich habe ich oft die Handbücher von Michael Kotulla verwendet. Ich habe aber kaum jemals festgestellt, dass Huber wirklich danebengelegen hätte.

"Meinungsvielfalt abbilden, Zusammenhänge herausstellen"

L.I.S.A.: Bei aller Neutralität – kann es die bei historischen Themen geben, noch dazu in einer Enzyklopädie, an der sich jeder beteiligen kann? Was Sie machen, geht ja über die reine Kompilation hinaus. Können Sie eigene Schwerpunkte setzen oder Vorlieben durchsetzen?

Das Herausstellen der eigenen Meinung wäre in der Tat nicht erwünscht in der Wikipedia, mit gutem Grund. Gerade bei komplexen Themen stößt man aber auch in der Fachwelt selbst auf unterschiedliche Meinungen. In der Wikipedia ist es dann Sitte, diese Meinungsvielfalt in der Darstellung abzubilden, also zum Beispiel Historiker mit gegensätzlichen Meinungen zu zitieren.

Der Wikipedia-Artikel über Heinrich von Gagern endet mit einer recht negativen Einschätzung der Frage, ob Gagern als Identifikationsfigur für die Bundesrepublik taugt. Gagern sei ein Machtpolitiker wie Bismarck gewesen. Das entspricht nicht ganz meiner eigenen Auffassung, aber so steht es in der Habilitationsschrift von Frank Möller, die ich als Grundlage genommen habe. Sollte mir einmal ebenbürtige Literatur in die Hände fallen, die Gagern anders einschätzt, würde ich das hinzufügen und könnte es als Ausgewogenheit rechtfertigen.

Insgesamt habe ich durchaus eine Vorliebe oder ein Anliegen. Ich hatte mir eingebildet, die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts recht zu kennen. Als ich mich dann eingelesen habe, kam es zu vielen Aha-Erlebnissen. Mir wurde bewusst, welche Lücken und Missverständnisse in meinem Kopf vorhanden waren. Vor allem war mir nicht richtig bewusst geworden, wie sehr die Epoche von 1848 bis 1871 zusammenhängt, wie sie durch viele parallele Themen zusammengehalten wird: Wahlrechtsfragen, die Schleswig-Holstein Frage, die Gründung einer deutschen Flotte, die Vereinheitlichung des Rechtes und der technisch-administrativen Infrastruktur usw. Diese Zusammenhänge möchte ich deutlicher herausstellen.

"In Artikeln wird teilweise ein schiefes Bild vermittelt - etwa über den 'Nationalstaat' von 1848/49"

L.I.S.A.: Aber diese Epoche der Reichsgründung wird doch bereits ausführlich und als solche in der Geschichtswissenschaft behandelt, auch in Einführungswerken und Gesamtdarstellungen?

Das ist natürlich so. Dort werden jedoch manche Themen sehr stiefmütterlich abgehakt oder ganz weggelassen. Natürlich müssen die Autoren Inhalte nach ihrer Wichtigkeit selektieren und Entwicklungen vereinfachen. Dadurch entsteht zuweilen ein schiefes Bild.

L.I.S.A.: Können Sie dafür ein Beispiel geben?

In jeder Darstellung zur Deutschen Revolution findet man die Frankfurter Nationalversammlung ebenso wie die Reichsverfassung vom März 1849. Unter den Tisch fällt aber häufig, dass die Nationalversammlung bereits im Juni 1848 mit dem Zentralgewaltgesetz eine vorläufige Verfassungsordnung eingerichtet hat. Damit wurde der Übergang zum „deutschen Bundesstaat“ eingeleitet. Die Nationalversammlung wählte ebenfalls im Juni ein vorläufiges gesamtdeutsches Staatsoberhaupt, den Reichsverweser Johann von Österreich. Dieser setzte im Juli die erste gesamtdeutsche Reichsregierung ein, und die Nationalversammlung verstand sich als Reichsparlament, das Reichsgesetze beschloss.

Bevor ich mich für die Wikipedia mit dem Thema beschäftigt hatte, war mir kaum bewusst gewesen, dass es 1848/49 bereits ein „Deutsches Reich“ gab. Die Regierungen der deutschen Einzelstaaten haben den Reichsverweser akzeptiert und auch nachträglich nicht als illegal angesehen. Sogar einige ausländische Staaten wie die USA und die Niederlande haben das entstehende Reich diplomatisch anerkannt. Dies alles findet man in der Fachliteratur und auch in Hubers Verfassungsgeschichte.

Als ich für die Wikipedia dann einen neuen Artikel geschrieben habe, über das „Deutsche Reich 1848/1849“, hatte ich dennoch ein mulmiges Gefühl. Vielleicht hatte ich mich zu sehr mit der damaligen Nationalbewegung identifiziert, so dass ich die Existenz eines Bundesstaates herbei interpretierte, den es nicht wirklich gegeben hat. Ich habe jedenfalls in keinem Nachschlagewerk in dieser Deutlichkeit einen gesonderten Eintrag zum Deutschen Reich oder Deutschen Bundesstaat von 1848/1849 gefunden. Dann sprach ich mit einem Experten darüber, Herrn Thomas Stockinger von der Universität Eichstätt-Ingolstadt. Als ich ihm erzählte, dass es in der Wikipedia eine Kategorie „Nicht allgemein anerkannter historischer Staat“ gibt, meinte er, das sei doch sehr passend.

Ein weiteres Beispiel ist die „vergessene Reichsverfassung“ vom 1. Januar 1871, diein fast allen Übersichtsdarstellungen unerwähnt bleibt. Diese Verfassung war eine Überarbeitung der Bundesverfassung und gab dem Norddeutschen Bund den Namen „Deutsches Reich“ sowie dem preußischen König den Titel „Deutscher Kaiser“. Weil es bereits im Mai eine neue Verfassung gab, ist die vorherige in Vergessenheit geraten. Man kann das Weglassen als erwünschte Vereinfachung ansehen. Aber wer die Verfassung vom 1. Januar nicht kennt, könnte meinen, der Reichstag habe bei der Einigung Deutschlands eine viel geringere Rolle gespielt, als es tatsächlich der Fall war.

"Begrifflichkeiten zur Zeit von 1848 bis 1871 sind verwirrend - Unterscheidung politische/rechtliche Ebene ist hilfreich"

L.I.S.A.: Reichsverweser, Deutscher Bund, Norddeutscher Bund, Bundesverfassung, Reichsverfassung... das hört sich in der Tat verwirrend an und schreit nach Vereinfachung.

Vielleicht behält man den Überblick am besten, indem man der staatsrechtlichen Entwicklung folgt. Der Deutsche Bund von 1815 bis 1866 war ein Staatenbund, der sich nur um die Sicherheit nach innen und außen kümmerte. In diese Zeit fällt eine Ausnahmeperiode von 1848-1851, in der der Staatenbund ansatzweise und zeitweise zum Bundesstaat umgewandelt wurde, zum Deutschen Reich. Das Jahr 1866 mit dem Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich führte zu einem tiefgreifenden Bruch: Der Deutsche Bund wurde aufgelöst und hatte auch keinen offiziellen Nachfolger.

Danach gründeten Preußen und die mit ihm verbündeten Staaten in Norddeutschland einen Bundesstaat. Er erhielt am 1. Juli 1867 eine Bundesverfassung mit dem Staatsnamen „Norddeutscher Bund“. Das ist wirklich sehr verwirrend. Dahinter steckte aber Absicht: Der Staatsname und auch der Verfassungstext sollten den Bundesstaat so föderalistisch wie möglich erscheinen lassen. Damit sollte den verbleibenden süddeutschen Staaten ein Beitritt schmackhafter gemacht werden.

Verwirrend ist auch der Begriff der „Reichsgründung“. Um die Jahreswende 1870/1871 wurde kein neuer Staat gegründet, denn die süddeutschen Staaten sind einfach dem Norddeutschen Bund beigetreten. Der Staat existierte weiter, wenngleich mit neuer Verfassung und neuem Namen. Das ist die staatsrechtliche Sichtweise; in politischer Hinsicht kann man durchaus sagen, dass durch die Erweiterung eine neue Situation entstanden ist. Allerdings war der Norddeutsche Bund schon drei Viertel von dem, was dann das Deutsche Reich von 1871 ausmachte.

Die Bezeichnungen „Bund“ und „Reich“ sind in der deutschen Verfassungsgeschichte ziemlich austauschbar. Statt von einer „Reichsgründungsepoche“ würde auch ich lieber von einer „Gründungsepoche des deutschen Bundesstaates“ sprechen.

"Mit Norddeutschem Bund beginnt der heutige deutsche Bundesstaat"

L.I.S.A.: Welchen Stellenwert hat der Norddeutsche Bund von 1867 dann in unserer Geschichte?

Der monarchische Bundesstaat hatte diesen Namen ja nur etwa dreieinhalb Jahre lang. Das sieht man heute kaum als eigenständige Epoche an, eher als bloße Vorstufe zur sogenannten Reichsgründung. Vielleicht wäre das anders, wenn der Staat den Namen nur ein Jahr länger getragen hätte. Dann hätte es eine weitere Reichstagswahl gegeben, und Entwicklungen wie der Kulturkampf hätten bereits eingesetzt.

Mit dem Norddeutschen Bund beginnt jedenfalls der heutige deutsche Bundesstaat, dessen Staatsbürger die heutigen Deutschen sind. Natürlich hat unser Staat im Laufe der Geschichte neue Namen erhalten, wie Deutsches Reich und Bundesrepublik Deutschland. Es kam zu neuen Verfassungen, das Staatsgebiet hat sich geändert und ebenso das Staatsvolk: Wir werden schließlich alle nicht jünger. Bundesgesetze und völkerrechtliche Verträge des Bundesstaates von 1867 gelten aber weiter fort.

Diese Kontinuität ist vom Bundesverfassungsgericht und den allermeisten Wissenschaftlern anerkannt worden. Dennoch ist sie nicht unbedingt im Bewusstsein der Deutschen verankert. Das mag daran liegen, dass viele wohlmeinende Politiker und Geschichtslehrer sich von der NS-Zeit 1933-1945 und teilweise auch vom Kaiserreich distanzieren wollen. Für sie soll „unsere“ Bundesrepublik möglichst wenig mit allem zu tun haben, was nach „Deutschen Reich“ klingt. Bundespräsident Johannes Rau meinte einmal in einer Rede beiläufig, dass Kaiser Wilhelm II. nicht sein Amtsvorgänger gewesen sei. Es ist gut nachvollziehbar, dass Rau mit Wilhelm so wenig wie möglich gemein haben wollte. Allerdings gibt es nichts daran zu deuteln, dass beide das Staatsoberhaupt desselben Staates gewesen sind.

"Sogenannte 'Reichsbürger' leugnen in Wirklichkeit die Kontinuität"

L.I.S.A.: Haben also die sogenannten Reichsbürger recht, wenn sie behaupten, dass das Deutsche Reich weiter existiert?

Die „Reichsbürger“ sind Verschwörungstheoretiker, die die Unsicherheit vieler Deutscher ausnutzen. Dazu zitieren die Reichsbürger gern zum Beispiel das Bundesverfassungsgericht, das unter anderem in einem Urteil von 1973 tatsächlich die Weiterexistenz festgestellt hat. Die „Reichsbürger“ ignorieren dann aber geflissentlich die folgende Aussage im Urteil, nämlich, dass die Bundesrepublik als Staat identisch ist mit dem Deutschen Reich.

Kurioserweise leugnen die Reichsbürger in Wirklichkeit die Kontinuität. Sie machen Brüche in der historischen Entwicklung des deutschen Bundesstaates aus, vor allem 1918 oder 1945.  Dies interpretieren sie dann als fehlende Legitimation der Bundesrepublik. Die so herbei interpretierte Lücke füllen sie dann kurzerhand selbst aus, indem sie sich eigenmächtig zum Kaiser, König, Reichspräsidenten oder Reichskanzler ernennen.

"Verfassung von 1867 war kein so großer Wurf wie die von 1849"

L.I.S.A.: In den Jahren ab 1867 ging es nicht mehr um „Freiheit und Einheit“, anders als 1848, sondern um „Einheit ohne Freiheit“, wie es oft heißt.

Das war eine Redewendung vor allem der Linksliberalen. Man sollte aber doch der Versuchung widerstehen, die politischen Kämpfe von damals heute weiterzuführen. Die Lage war wesentlich komplizierter. Die Reichsverfassung vom März 1849 und auch die Unionsverfassung vom Mai 1849 hätten aus Deutschland einen der modernsten Staaten der Welt gemacht, wie Hans Boldt gemeint hat. Ein solch großer Wurf war die Bundesverfassung von 1867 sicherlich nicht. Sie war bewusst rudimentär geblieben, um Streitfragen auszuklammern und den Bundesstaat rasch begründen zu können.

In den zehn Jahren nach Bundesgründung wurde der Bundesstaat aufgebaut. Nach dieser Liberalen Ära  dauerte es teilweise immer noch Jahrzehnte, bis bestimmte Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit einheitlich geregelt wurden. Hans Ulrich Wehler ist wohl unverdächtig, ein verkappter Fan der preußisch-deutschen Monarchie gewesen zu sein. Aber auch er hat in seiner „Deutschen Sozialgeschichte“ die großen Fortschritte der Liberalen Ära anerkannt, bei allen verbleibenden Unzulänglichkeiten: die Vereinheitlichung des Strafrechts, die Freizügigkeit, die Gleichstellung der Konfessionen, die Einführung des metrischen Systems und so weiter.

Nicht nur die „Freiheit“ ist differenzierter zu sehen, sondern auch die „Einheit“. Man hat zurecht dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. seine Wankelmütigkeit, aber auch seinen Machthunger vorgeworfen. Er hatte es im Vagen gelassen, ob er eine Kaiserkrone der Frankfurter Nationalversammlung annehmen würde. Als er sie im April 1849 endgültig ablehnte, verweigerte er damit in erster Linie die Beschränkung seiner Macht. Es bleibt aber spekulativ, ob seine Annahme der Krone wirklich Deutschland (außer Österreich) vereinigt hätte. Wolfram Siemann meint, nach einer preußischen Annahme hätten die übrigen Staaten sich der Entwicklung nicht mehr widersetzen können. Jedoch waren zumindest Bayern und Hannover politisch so stabil, dass sie nach 1849 vermutlich dauerhaft eigenständig hätten bleiben können. Günther Wollstein, ein Kenner der Außenpolitik der Revolutionszeit, verweist zudem auf die mögliche Intervention des Auslandes, die in einen allgemeinen europäischen Krieg hätte münden können.

Spekulativ bleibt ebenso, ob der Norddeutsche Bund automatisch zum Beitritt der süddeutschen Staaten führen musste. Die Zeitgenossen erkannten bald, dass es zum Beispiel in Bayern noch viel Widerstand gegen ein Gesamtdeutschland gab. Wenn der französische Kaiser im Jahr 1870 nicht den Krieg erklärt hätte, hätte die Teilung in Norden und Südstaaten noch lange bestehen bleiben können. Bismarck hatte allgemein, so sein Biograph Christian Nonn, den Nordstaat durchaus als Ziel von eigenem Wert angesehen.

"Bundesgründung hat auch Preußen 'verdeutscht' - was von Liberalen begrüßt wurde"

L.I.S.A.: Der Bundesstaat von 1867 ist vor allem eine preußische Staatsgründung, die eng mit dem ersten Bundeskanzler dieses politischen Gebildes verbunden ist: Otto von Bismarck. Ist die Fixierung auf Bismarck – so zuletzt auch in der Fernsehproduktion „Die Reichsgründung“ – gerechtfertigt?

Das mit der preußischen Staatsgründung ist unbestritten richtig. Preußen hatte nach dem Krieg von 1866 freie Hand im Norden und in der Mitte Deutschlands, bis zur Mainlinie. Das war mit Österreich und vorher schon mit Frankreich so abgesprochen worden.

Erlauben Sie aber zwei Bemerkungen dazu. Zum einen hätte die Lösung noch wesentlich „preußischer“ aussehen können. Viele preußische Nationalliberale hätten am liebsten alle Länder nördlich des Mains annektiert. Nach der Idee eines konservativen Politikers hätte man das so erweiterte Preußen zum Beispiel „Königreich Norddeutschland“ nennen können. Das ist übrigens der Weg zum italienischen Einheitsstaat gewesen, als das Königreich Sardinien-Piemont zum Königreich Italien angewachsen ist. Zum anderen hat die Bundesgründung Preußen verändert, was auch von den damaligen Liberalen begrüßt wurde: Preußen wurde „verdeutscht“.

Auch ich sehe es durchaus kritisch, wenn in Filmen und Fernsehsendungen eine Person wie Bismarck in den Vordergrund gestellt wird. Vielleicht liegt es in der Natur des Mediums, und bestimmt hat die Personalisierung auch didaktische Vorteile. Die Narration kann aber dazu führen, dass der Zuschauer in den Linien einer fiktionalen Erzählung denkt und empfindet. Er erwartet deutlich Helden und Bösewichter zu sehen – und dem kommt die erwähnte Fernsehsendung ja mehr als entgegen.

"Demokraten fällt Identifikation mit Männern des 19. Jahrhunderts schwer"

L.I.S.A.: Wer außer Bismarck würde sich als Ankerfigur eignen, vielleicht auch für eine positive Identifikation heutiger Deutscher?

Die Konzentration der Öffentlichkeit auf Bismarck ist wegen seiner historischen Bedeutung gut nachvollziehbar und auch zu rechtfertigen. Kein anderer deutscher Regierungschef hat so lange amtiert wie er. Diese Bedeutung kommt ihm aber erst im Laufe der Gründungsepoche des deutschen Bundesstaates zu. Am Anfang ist da eher an Heinrich von Gagern zu denken, den Reichsministerpräsidenten von 1848/49, sowie an Joseph von Radowitz, den konservativen Ratgeber des preußischen Königs.

Uns Demokraten von heute fällt eine Identifikation mit diesen Männern des 19. Jahrhunderts schwer, oder auch nur eine kritische Würdigung. Selbst die meisten Liberalen wünschten sich ein machtvolles Kaisertum neben einem starken Parlament, im Sinne eines wirklichen Dualismus. Ein zu starkes Parlament lehnten sie als Parlamentsabsolutismus ab, der zu einer Terrorherrschaft wie bei der Französischen Revolution hätte führen können. Ähnlich dachten ja selbst noch die Verfassungseltern der Weimarer Republik, die das Amt eines starken Reichspräsidenten einrichteten. Die Liberalen waren auch gegen das allgemeine Wahlrecht, sondern wollten eigentlich nur Begüterte wählen lassen. Selbst wer sich heute als rechts der Mitte einschätzt, muss also erst einmal Mühe aufbringen, um die damaligen Mitte-Rechts-Politiker zu verstehen.

Heutige Darstellungen, wie vor einigen Jahren die ZDF-Reihe „Die Deutschen“, stellen daher gern jemanden wie den Demokraten Robert Blum in den Mittelpunkt. Durch seine Hinrichtung am 9. November 1848 ist er eine Art Märtyrer geworden, was für ein Dokudrama schon sehr interessant ist. Blums Republikanismus war damals aber eine Minderheitenmeinung. Die durchaus differenzierten Ansichten im konservativen Lager bleiben unterbelichtet, obwohl auch sie durch weite Teile der Bevölkerung mitgetragen wurden.

"Idee des deutschen Sonderwegs entstand durch Verarbeitung von Krieg und Gewaltherrschaft nach dem 2. Weltkrieg"

L.I.S.A.: Die Geschichte der Geschichtsschreibung deutscher Staatsgründungen seit 1848 ist von unterschiedlichen Narrativen geprägt: von Brüchen über Kontinuitäten bis hin zu Sonderwegen. Wie schätzen Sie das ein?

Der niederländische Geschichtswissenschaftler Ernst Kossmann hat einmal von „historischen Kibitzeiern“ geschrieben. In den Niederlanden gibt oder gab es die Sitte, das erste im Frühjahr gefundene Ei dieses Vogels der Königin zu schenken. In ähnlicher Weise bemühen sich manche Historiker, die Ursprünge eines bedeutenden Ereignisses an einem möglichst frühen Zeitpunkt auszumachen. Wenn der eine Historiker die Gründe für den Ersten Weltkrieg in den Jahren um 1900 sieht, kann ein anderer Historiker das toppen, indem er die Gründe einige Jahrzehnte früher verortet. Und während man im normalen Leben den Spruch akzeptiert: kleine Ursache, große Wirkung – so meint man in der Geschichtswissenschaft oft, dass ein so großes Ereignis wie der Erste Weltkrieg eine große Ursache haben müsse. Die man dann selbstverständlich auch findet, so Kossmann.

Ihren historischen Ort hat die Vorstellung eines deutschen Sonderwegs in den Jahren nach 1945, als man das Erlebnis von Krieg und Gewaltherrschaft verarbeiten musste. Auch wer es für übertrieben hielt, eine direkte Linie vom Antisemitismus Luthers zu Hitler zu ziehen: Es klang plausibel, im sogenannten Scheitern der Revolution von 1848 den Beginn einer verhängnisvollen autoritären Entwicklung zu sehen, die den Nationalsozialismus vorbereitete.

Christopher Clark hat die Sonderwegsthese treffend als fruchtbar bezeichnet, weil sie in ihrer Zeit zu Debatten angeregt hat. Heute aber wird sie zum Glück als überholt angesehen. Meiner Meinung nach haben die Vertreter des Sonderwegs zwar begrüßenswerter Weise chauvinistische Deutungen der älteren deutschen Geschichtsschreibung zu entlarven getrachtet. Gleichzeitig waren sie jedoch oftmals zu unkritisch gegenüber den nationalen Selbstbildern westlicher Länder und deren vorgeblichen „Normalwegen“.

So konnte die einseitige Vorstellung eines rückständigen Deutschlands entstehen, das einer universellen Entwicklung zu Rechtsstaat und Demokratie hinterher gehinkt habe. Diese Vorstellung ist in Deutschland und anderen Ländern noch weit verbreitet, obwohl sie in zahlreichen Studien widerlegt worden ist. Ein Beispiel ist der große verfassungshistorische Vergleich von Martin Kirsch, der an Deutschland allenfalls ein Merkmal als besonders auffällig ausmachen konnte: den Föderalismus.

Wie Helga Grebing finde ich es unglücklich, wie man heute unbedacht vom „Scheitern“ der Revolution  spricht. Das Wort des „Scheiterns“ suggeriert ein „Versagen“ der liberalen und demokratischen Politiker des Jahres 1848. Diese Politiker sind in der anschließenden Reaktionszeit als geschwätzige Träumer, als „Professorenparlament“ diffamiert worden. Leider haben Vertreter der Sonderwegthese solche Interpretationen teilweise übernommen und verfestigt. Tatsächlich ist aber die Revolution gewaltsam niedergeschlagen worden. Die Nationalversammlung ist auch nicht auseinandergegangen, weil die Politiker keine Lust mehr gehabt hätten, sondern weil sie von Preußen und anderen Staaten staatsstreichartig dazu gezwungen worden sind.

"Viele Daten würden einer Gedenkfeier der großen Ideen der deutschen Revolution gerecht werden"

L.I.S.A.: Jubiläumsjahr 2017: Die Gründung des Norddeutschen Bundes dürfte wesentlich weniger Aufmerksamkeit erhalten als ein Jubiläum zu 1848 oder 1871. Wäre es wünschenswert, wenn die Bundesrepublik mehr daraus machen würde?

Das wäre schon sehr interessant. Allerdings fehlt dem Norddeutschen Bund gewissermaßen die große Idee, die wir mit den Jahren 1848 und 1849 verbinden. Sie haben ja die Begriffe „Freiheit“ und „Einheit“ erwähnt. Beides ist 1867 nur teilweise erreicht worden. Die Süddeutschen könnten sich vom Jubiläum ausgeschlossen fühlen, und die Aussöhnung von monarchischem und demokratischem Prinzip ist heute natürlich kein politisches Ziel mehr.

Der neue Bundespräsident wird sein Amt ja am 18. März antreten, dem Jahrestag des Ausbruchs der Revolution in Berlin 1848. Hier könnte man in ähnlicher Weise einwenden, dass das nur der Beginn in Berlin oder Preußen war. Gesamtdeutscher wäre ein anderes Datum, über das immer wieder gesprochen wird, nämlich der 18. Mai, die erste Zusammenkunft der Nationalversammlung.

Mein persönliches Lieblingsdatum ist der 6. August. Zu diesem Tag sollten 1848 die Truppen der deutschen Staaten dem Reichsverweser huldigen. Viele Fürsten hielten davon nicht viel, in den größeren Staaten entzogen sie sich der Anordnung sogar. Doch das Volk war begeistert und feierte den Tag in großen Kundgebungen, in Düsseldorf zum Beispiel mit einem Fackelzug zum damaligen Friedrichsplatz, auf dem eine riesige Germania-Statue stand. Aus einer militärpolitischen Anordnung entstand eine breite Volksbewegung. Allerdings ist der Huldigungserlass samt Reichsverweser heute kaum bekannt, abgesehen davon, dass ein solcher Feiertag in die Zeit der Sommerferien fallen würde.
  
  

1815 Gründung des Deutschen Bundes als Staatenbund
1830 Julirevolution in Frankreich mit Auswirkungen auf Deutschland
1840-1848 eigentlicher „Vormärz“
1848 Märzrevolution (13./18. März), Frankfurter Nationalversammlung (ab 18. Mai), Zentralgewaltgesetz (28. Juni) und Reichsverweserwahl (29. Juni), Übergang vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich als Bundesstaat, Grundrechte des deutschen Volkes (27. November)
1849 Frankfurter Reichsverfassung mit erblichem Kaisertum und demokratischem Wahlrecht (28. März), Großösterreich-Plan (März), Preußens Ablehnung der Kaiserkrone (3./28. April), Niederschlagung der Revolution (Mai-Juni), Preußens Unionspolitik (ab Mai)
1850 Parlament der Erfurter Union (März/April), Herbstkrise (September-November), Olmützer Punktation mit dem Nachgeben Preußens (29. November)
1851 Vollständige Wiederherstellung des Deutschen Bundes mit Reaktionsbeschluss
1862 Otto von Bismarck wird preußischer Ministerpräsident
1864 Deutsch-Dänischer Krieg (Februar-Oktober), nach dem Schleswig und Holstein an Österreich und Preußen gehen (30. Oktober)
1866 Preußischer Bundesreformplan (10. Juni), Deutscher Krieg (Juni-August), Auflösung des Deutschen Bundes (24. August)
1867 Konstituierender Reichstag (Februar-April), Inkrafttreten der Verfassung des Norddeutschen Bundes (1. Juli)
1870 Deutsch-Französischer Krieg, Beitritt der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bund, Beschlüsse von Reichstag und Bundesrat zu einer neuen Bundesverfassung (9./10. Dezember)
1871 Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung mit Kaisertitel und Umbenennung in Deutsches Reich (1. Januar), Kaiserproklamation (18. Januar), endgültige Reichsverfassung (4. Mai)

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