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Georgios Chatzoudis | 02.12.2014 | 447 Aufrufe | Interviews

"Gavrilo Princip sah sich als Freiheitskämpfer"

Interview mit Gregor Mayer über den Attentäter von Sarajevo

Am 2. Dezember 1914 nahm die fünfte Armee Österreich-Ungarns die serbische Hauptstadt Belgrad ein. Die Nachricht erreichte auch Gavrilo Princip und Nedeljko Čabrinović, die Attentäter vom 28. Juni 1914, die seit ihrer Verurteilung noch in einem Militärzuchthaus in Sarajevo inhaftiert waren. Wie die Marburger Zeitung vom 7. Dezember 1914 berichtet, übte die Meldung vom Fall Belgrads "...eine niederschmetternde Wirkung auf ihn (Princip, Anm.d.Red.) aus. Sogar die Soldaten fühlten ein Unbehagen, als sie sahen, wie sich Princip vor Wut herumwälzte." Princip und Čabrinović wurden anschließend nach Theresienstadt in Tschechien überführt, wo sie zwanzig Jahre Festungshaft absitzen sollten. Beide überlebten die extremen Haftbedingungen nicht - Čabrinović starb bereits 1916, Princip zwei Jahre später.

Der Südosteuropa-Korrespondent Gregor Mayer, der unter anderem für Der Standard und die Deutsche-Presse-Agentur berichtet, hat ein Buch über Gavrilo Princip geschrieben, in dem er das Attentat und den Prozess beleuchtet. Wir haben ihn dazu interviewt.

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00:00 Wie verlief in Ihren Augen bisher die Debatte über den Ersten Weltkrieg?
01:36 Was meinen Sie im Titel Ihres Buchs mit "Triumph und Tod"?
04:10 Wie konnte sich Gavrilo Princip für unschuldig hatten?
07:25 Haben die Attentäter mit Franz Ferdinand einen möglichen Verbündeten erschossen?
09:02 Welche Bedeutung kommt der Annexion Bosniens und der Herzegowina von 1908 zu?
11:31 Welche Rolle spielte Belgrad beim Attentat?
15:25 Stimmen Sie mit Christopher Clarks Darstellung des Attentats überein?
16:48 Wie verläuft die Rezeption des Ersten Weltkriegs in Serbien und Ungarn?

Die Marburger Zeitung vom 7. Dezember 1914

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