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Georgios Chatzoudis | 09.04.2019 | 936 Aufrufe | 1 | Interviews

Bilder als Waffen

Interview Nina Franz über Kriegs- und Herrschaftstechniken des Bildes

Bildschirme sind heute unsere allgegenwärtigen Begleiter - ob zu Hause der Fernseher, das Tablet, der PC-Monitor oder unterwegs das Smartphone. Entsprechend werden wir von Bildern geflutet, die auf uns direkt und unvermittelt einwirken bzw. "etwas mit uns machen". Die Kulturwissenschaftlerin und Gerda Henkel Promotionsstipendiatin Nina Franz konzentriert sich im Rahmen ihres Dissertationsprojekts auf die Frage, wie Bilder eingesetzt werden, um Herrschaft und Gehorsam zu produzieren und nimmt dabei vor allem Kriegstechniken in verschiedenen historischen Epochen unter die Lupe. Wir haben ihr dazu unsere Fragen gestellt.

"In diesen Bildanordnungen verschmelzen faktische und normative Elemente"

L.I.S.A.: Frau Franz, Sie arbeiten gerade an Ihrer kulturwissenschaftlichen Dissertation. Der Arbeitstitel: „Militärische Bildtechniken und Gehorsamsproduktion“. Bevor wir auf Ihr Thema konkreter eingehen – was hat Sie zu diesem Thema bewogen? Welche Beobachtungen und Vorüberlegungen gingen dem voraus?

Franz: Am Anfang der Arbeit stand die Beobachtung, dass Bilder in der Kriegsführung heute eine ganz neue und wichtige Rolle spielen. Das gilt natürlich für sehr viele Bereiche, auch im zivilen Kontext, seit Bildschirme, und damit auch Bilder, einen so hohen Stellenwert für praktisch jede Form der Kommunikation gewonnen haben. In militärischen Kontexten gibt es da eine besondere Zuspitzung, die mich in meiner Arbeit interessiert.

Zum einen sind da die nie dagewesenen Möglichkeiten der Bildgebung zum Zweck der Aufklärung und Überwachung. Hochauflösende Kameras, die, mit Satelliten- und Drohnentechnologien über riesige geographische Distanzen und über das gesamte elektromagnetische Spektrum hinweg, zeitlich quasi unbegrenzt spähen und beobachten können. Hier werden unermessliche Mengen an Bilddaten erzeugt, die, häufig in Echtzeit und durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, ausgewertet und interpretiert werden müssen. Über die Folgen dieser Bilderflut, und über die ethischen Fragen der distanzierten Kriegführung allgemein, wird seit einiger Zeit sehr viel diskutiert und geschrieben. Aber die Frage der Distanz und der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der visuellen Informationsgewinnung ist nur eine Seite der großen Veränderung, die ein am Bildschirm geführter Krieg mit sich bringt.

Auf der anderen Seite gewinnt das Bild über die graphische Benutzeroberfläche des Computers auch einen zentralen Stellenwert für die operativen Abläufe des Militärs. Was heißt es zum Beispiel, wenn Befehle und Informationen, die für Tötungsentscheidungen relevant sind, nicht nur im Medium der Schrift und der Sprache, sondern über Bilder, Visualisierungen und Echtzeit-Simulationen übermittelt werden? In diesen Bildanordnungen verschmelzen faktische und normative Elemente auf eine Weise, die vielleicht gar nicht so neuartig, in jedem Fall aber prägend ist, und deren Implikationen weit über den militärischen Kontext hinaus gehen. Das alles steht im Kontext von Überlegungen und Theorien, die die Gebrauchsweisen von Bildern schon seit Jahrhunderten begleiten, die aber ganz besonders im 20. Jahrhundert, im Bezug auf Fotografie, Film und rechnergestützte Bildgebung, die Fragwürdigkeit von Bildern auf den Plan rufen.

"Das Einüben des Bildgebrauchs rückt ihn in die Nähe des Drills"

L.I.S.A: Inwiefern können Bilder zum Gehorsam anleiten und darüber hinaus als Kriegs- und Herrschaftstechniken dienen? Was trauen Sie dem Bild dabei an (Wirk-)Macht zu? Was repräsentieren und produzieren Bilder in Ihrer Untersuchung genau?

Franz: Dass Bilder für die Übermittlung von Befehlen und für die Produktion von Gehorsam eingesetzt werden, ist in der Militärgeschichte eine Ausnahme, auch wenn dies in den zeitgenössischen, bildschirmgestützten Technologien mehr und mehr die Regel zu werden scheint. Mich interessiert dabei, was die besonderen historischen Voraussetzungen sind, die ein solches Denken des Bildes, auch den dafür notwendigen Glauben an die Wirkmacht von Bildern, möglich machen und hervorbringen. Bilder, für sich genommen, tun natürlich überhaupt nichts, und insofern ist die Rede vom „Bildakt“ auch verwirrend. Eine bestimmte Wirkung, eine ihnen eigene „Macht“ kommt den Bildern nur dann zu, wenn sie in eine ganz bestimmte Situation, einen festen Verständnishorizont, begleitende Diskurse und Bild-Pädagogiken eingebettet sind. Das Einüben des Bildgebrauchs ist hier besonders wichtig und rückt ihn in die Nähe des Drills.

Die amerikanische "Predator"-Drone von General Atomics im Hauptraum der UMEX Abu Dhabi.

"Bilder können Menschen dazu bewegen, zu töten und ihr eigenes Leben zu riskieren"

L.I.S.A.: Sie untersuchen die Bildakte bzw. Bildbefehle entlang von drei historischen Epochen: die niederländischen Befreiungskriege gegen die Habsburg-Spanier, die Gegenreformation unter den Jesuiten und die Militärmaschinerie des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart hinein. Welches Leitmotiv in Ihrer Bildtheorie durchzieht alle Epochen bzw. haben diese Epochen mit Blick auf Ihre Studie gemeinsam und wo aber liegen die zentralen Unterschiede?

Franz: Die historischen Stationen, die ich in meiner Arbeit behandele stehen erst einmal für sich. Ich betrachte sie nicht im Sinne einer linearen Entwicklung, oder im Hinblick auf ein gemeinsames Leitmotiv. Interessant sind sie für mich vor allem wegen der Unterschiede, die, innerhalb je verschiedener kultureller und historischer Kontexte und abhängig vom Stand der jeweiligen technologischen Möglichkeiten, bestimmte militärische Bildtechniken hervorbringen. Trotzdem sind Gemeinsamkeiten erkennbar. Bilder können ein beträchtliches Potential entwickeln. Sie können Menschen dazu bewegen, zu töten und ihr eigenes Leben zu riskieren: um nichts anderes geht es bei der Produktion von militärischem Gehorsam. Interessant sind dabei die Bedingungen, die notwendig sind, damit ein Bild eine solche Macht entfalten kann.

Im ersten Kapitel meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der Entwicklung neuer Techniken des Drills während der Oranischen Heeresreform um 1600. Der Soziologe Ulrich Bröckling, der sich mit der Geschichte der militärischen Gehorsamsproduktion beschäftigt hat, hat das als die Geburtsstunde der modernen militärischen Disziplin bezeichnet. Die um 1600 verfügbaren Feuerwaffen – Muskete und Luntenrohr – waren kompliziert in der Handhabung und machten eine ganz exakte Einübung der Handgriffe erforderlich, damit die gedrillten Soldaten synchron und maschinengleich auf dem Schlachtfeld agieren konnten. Die richtigen Körperhaltungen und Griffe wurden in reich bebilderten Exerzierreglements festgehalten, jedem Befehlswort entspricht eine Abbildung. Für die Anfertigung der Bilder war der angesehene Maler und Kupferstecher Jacob de Gheyn verantwortlich, so wurde auch die Kunst in den Dienst einer neuen Art von Militärwissenschaft gestellt. Diese Drill-Bücher, die eigentlich Bild-Manuale waren, hatten gegen Ende des 16. Jahrhunderts den Status von Geheimwaffen und wurden erst zögerlich von den Niederländern unter den verbündeten Staaten in Umlauf gebracht. Mehrere Exemplare, die in unterschiedlichen Kontexten gebraucht wurden, liegen heute in der Lipperheidschen Kostümbibliothek in Berlin. Es gab sogar billig gedruckte Taschenbuch-Ausgaben, die die Rekruten mit sich führen konnten. Ich kann an diesem Beispiel zeigen, dass sich in der speziellen historischen Situation in den Niederlanden des anbrechenden „Goldenen Zeitalters“, ein konkretes militärisches Interesse mit einer visuellen Kultur verbindet, die Bildern ein solches autoritäres Potential zugesteht, dass sie nicht nur als Träger von Wissen, sondern als Übermittler von Befehlen eingesetzt werden können.

Auf der Zeitachse etwas früher entwickelte der Jesuitenorden im Zuge der sogenannten katholischen Gegenreformation eine eigene, ganz anders geartete Form der bildhaften Gehorsamsproduktion. Als Papst Paul III. um 1540 durch die Bulle Regimini militantis ecclesiae („Zur Regierung der Streitenden Kirche“) die Gründung der Societas Jesu unter dem Ordensgeneral Ignatius von Loyola veranlasste, geschah dies im Zeichen eines unerbittlichen Territorialkampfes um konfessionelle Hoheitsgebiete innerhalb Europas und über seine Grenzen hinaus. Auf die Bilderfeindlichkeit der von Luther, Calvin und Zwingli angestoßenen Reformen antwortete die Gegenreformation unter der Ägide der Jesuiten mit einer programmatischen Bejahung und machttechnischen Instrumentalisierung des Bildes. Am Kern der jesuitischen Strategie lag ein militärisch disziplinierender Bildbegriff, der sowohl medientechnische, als auch wahrnehmungstechnische Anwendungen fand. Das lässt sich zum einen an der jesuitisch geprägten Kunst des Barocks nachvollziehen und am Einsatz spektakulärer Bildtechniken wie der Camera Obscura und Laterna Magica, die durch die Simulation religiöser Bildszenen Erweckungserlebnisse und religiösen Gehorsam herbeiführen sollten. In der jesuitischen Mission, zum Beispiel in Japan, forderten bebilderte Heiligen- und Märtyrergeschichten, die an die Situation vor Ort angepasst waren, zur Nachahmung auf. Die so missionierten Rekruten und Rekrutinnen gingen für die Sache der Christianisierung buchstäblich in den Tod. Zum anderen zeigt sich die jesuitische Technik des Bildgehorsams in den Übungen, mit denen der Orden innerhalb der eigenen Reihen für spirituelle Bereitschaft und „freien“ Gehorsam sorgte. Die Exerzitien des Loyola, die bis heute von Jesuiten praktiziert werden, können in diesem Sinn als eine an inneren (also mentalen) und äußeren Bildern angelegte Technik des Drills verstanden werden.

Eine mobile Version der Kontrollstation, über die Predator gesteuert wird.

"Notwendigkeit einer Bild-Pädagogik, einer 'Bildung', im buchstäblichen Sinn"

L.I.S.A.: Welcher Zusammenhang besteht in Ihrer Arbeit zwischen dem Bild, dem Akt des Sehens bzw. Auge und Körper? Welche Handlungsoptionen lassen sich daraus ableiten? Und was meint in diesem Zusammenhang die Unterscheidung von Inkorporation und Inkarnation?

Franz: Die Unterscheidung von Inkorporation und Inkarnation, als zweier distinkter Gebrauchsweisen von Bildern, geht auf die französische Philosophin Marie-José Mondzain zurück. Sie stellt unser heutiges Regime der Bildschirme und Bilder in die Tradition des westeuropäischen (das heißt christlichen) Bildverständnisses, das von den Lehren der Kirchenväter bis in die Gegenwart reicht. Angefangen mit der Menschwerdung Christi als Abbild Gottes, ist das Bild für Mondzain nicht nur als Wahrzeichen christlicher Herrschaft zu verstehen, sondern auch als das hauptsächliche Instrument ihrer Eroberungen. Mit der „Inkorporation“ meint Mondzain eine Bildpraxis, die auf die totale Identifikation mit dem Bild abzielt. Dies ist letztlich eine Unterwerfung- und Herrschaftstechnik.

Die „Inkarnation“ beschreibt demgegenüber einen Umgang mit dem Bild, der eine kritische Distanz, einen Abstand zum Bild zulässt und das Bild in seiner Gemachtheit erkennbar werden lässt. Mit Mondzain könnte man so auch von der Notwendigkeit einer Bild-Pädagogik sprechen, einer „Bildung“, im buchstäblichen Sinn, die den gewaltsamen Potentialen der Nachahmung und Identifikation einen bewussten Umgang mit Bildern entgegenstellt. Handlungsoptionen ergeben sich immer da, wo die Bedingungen der Konstruktion bestimmter Sichtbarkeiten erkennbar werden. Denn Bild, Auge und handelnder Körper hängen nicht wie bei einer Maschine in einem zwangsläufigen Programmierungsablauf zusammen. Ebenso ist auch der militärische Gehorsam kein Automatismus. Wie das Beispiel der Drill-Techniken, aber auch der jesuitischen Exerzitien zeigt, sind eine ganze Menge Übung und Anweisung, sowie schriftliches und sprachliches Begleitmaterial erforderlich, damit der über das Bild vermittelte Gehorsam funktioniert. Und auch dann gibt es noch die Möglichkeit der Befehlsverweigerung, der Desertion oder des schlichten Versagens.

Etwas komplizierter wird all dies, wenn Bilder bzw. Bildschirme, wie das heute in vielen Situationen der Fall ist, eine praktisch unhintergehbare Ebene der Wahrnehmung bilden, die mehr „abschirmt“ als sie sichtbar macht. Dieser Ausgangslage wende ich mich im zweiten Teil meiner Arbeit zu, am Beispiel des bildschirmgeführten Kriegs.

"Die Bedingungen für das Funktionieren des Bildergehorsams aufdecken"

L.I.S.A.: Gehen wir davon aus, dass jede Bildproduktion auch eine ästhetisierende Repräsentation des Gegebenen bzw. eines Aktes ist. Welche Bedeutung hat die einem Bild zugrundeliegende Ästhetik für die jeweilige Handlungsmotivation? Wie wirkt sich es sich auf unser Sehen und Wahrnehmen aus, wenn Bilder am Ende mehr kaschieren, als dass sie etwas sichtbar machen?

Franz: Das Verhältnis von Repräsentation und Gegebenem im Bild ist schon immer ein kompliziertes. Das gilt besonders in der Gegenwart, wo die Bildgebung typischerweise von technologischen Prozessen abhängt, die sich prinzipiell der menschlichen Wahrnehmung entziehen. In den gegenwärtigen militärischen Handlungszusammenhängen, mit denen ich mich beschäftige, werden Bilder mit einem ganz bestimmten Ziel konstruiert: Sie sollen am Bildschirm einen möglichst reibungslosen und effizienten Ablauf militärischer Operationen garantieren. In heutigen Kontrollstationen, etwa für den Einsatz bewaffneter Drohnen, wird das Sichtfeld der Piloten und Pilotinnen mithilfe von Synthetic Vision Systemen konstruiert. Das sind komplexe Bildschirmanordnungen, auf denen zum einen die Sensordaten der unbemannten Flugzeuge und andere aus Datenbanken gespeiste Informationen automatisch ausgewählt, interpretiert und in Echtzeit-Videosimulationen übersetzt werden. Zum anderen werden auch Missionspläne und Befehle, bis hin zur Identifikation und Markierung von Zielen innerhalb der simulierten visuellen Umgebung auf dem Bildschirm dargestellt. Auch der Abschuss eines Ziels findet innerhalb dieser „synthetischen Realität“, als eine Bild-Manipulation statt.

Hieraus ergibt sich eine Fülle von Fragen, von denen einige schon im Zuge der sogenannten „Television-Wars“ der 1990er Jahre aufgeworfen wurden. Das Ziel meiner Untersuchung ist aber nicht, den Verlust jeder Möglichkeit von Realität unter der Bedingung totaler Simulation zu beklagen, und ich finde auch nicht, dass man sich vor der offenkundigen Asymmetrie solcher hochtechnologischer Sicht-Anordnungen gegenüber der anvisierten Bevölkerung geschlagen geben muss. Vielmehr möchte ich zum einen die Funktionsweisen dieser Anordnungen verstehen und zum anderen die menschlichen Akteure hinter den scheinbar automatisch ablaufenden technologischen Prozessen aufspüren. Wie schon am Beispiel der historischen militärischen Bildtechniken geht es hier darum, die Bedingungen für das Funktionieren des Bildergehorsams aufzudecken. Da es heute praktisch keine Technologie mehr gibt, die nicht von Konzernen entwickelt und unterhalten wird, die privatwirtschaftlichen Interessen folgen, führt diese Frage unter anderem auch zu den Interessen der Rüstungsindustrie und ihrem komplizierten Verhältnis zu staatlich-politischen Entscheidungsträgern. Hier führt also ein Problem der Bildtheorie auf direktem Weg zu sehr konkreten, sehr handfesten politischen Zusammenhängen.

"Ein wichtiger Forschungsaufenthalt war ein Workshop an einer Militärakademie in den USA"

L.I.S.A.: Wenn man sich in einer der Arbeit wie der Ihren mit modernen Kriegstechnologien beschäftigt, welche Forschungsaufenthalte sind dabei notwendig?

Franz: Für mich war es zunächst wichtig, die Funktionsweisen bildschirmgeführter Kriegführung auf möglichst direkte und anschauliche Weise zu verstehen, und nicht abstrakt und allgemein, wie sie in der vorliegenden Forschungsliteratur meistens behandelt wird, die sich zum größten Teil ohnehin auf sehr ähnliche und spärliche, da schwer zugängliche Quellen beruft. Dazu habe ich einerseits technische Studien genutzt, wie sie etwa über die Literatur der Human Factors Studies zugänglich sind, das geht ganz einfach über die Berliner Staatsbibliothek und die Universitätsbibliothek der TU. Andererseits habe ich internationale Rüstungsmessen und angegliederte Konferenzen besucht, wie die „Unmanned Vehicles“ der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik in Bonn, Bad-Godesberg, die Farnborough Airshow in England, oder die IDEX in Abu Dhabi, die eine der größten Verkaufsevents für Waffentechnik ist und seit einigen Jahren ein eigenes großes Robotik-Segment anbietet, mit Flugshows und Live-Demonstrationen. Auch auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin trifft man namhafte internationale Hersteller von Drohnensystemen, in dem Fall musste ich also gar nicht weit reisen. Bei diesen Messen und Verkaufsshows kann man sich die neuesten Produkte direkt vom Hersteller am Messestand erklären lassen. Häufig sieht man da auch Angehörige der Regierungen, Lobbyisten und natürlich Militärpersonal. Bei aller Vorsicht, die bei solchen Informationsquellen geboten ist, kann man da schon Einblicke gewinnen, wie bestimmte Technologien aussehen und funktionieren, vor allem aber lernt man etwas über die Art, wie sie verkauft werden. Ein wichtiger Forschungsaufenthalt war für mich ein Workshop an einer Militärakademie in den USA, wo ich mit praktizierenden Drohnenpilotinnen sprechen konnte. Das war in vielerlei Hinsicht ein reality-check.

Nina Franz hat die Fragen der L.I.S.A.Redaktion schriftlich beantwortet.

Kommentar

von Quentin Quencher | 09.04.2019 | 13:41 Uhr
Wie mit Bildern manipuliert wird, wie diese in Glaubens- oder Politikkontexten verwendet werden um gewissermaßen die eigene Agenda emotional zu befeuern, das war mir schon länger klar. Richtig auffällig wird das jedes Jahr, wenn vom Atomunfall in Fukushima gesprochen wird, aber Bilder von Zerstörungen gezeigt werden, die zwar mit dem Tsunami und dem Erdbeben zu tun haben, aber rein gar nichts mit dem Unfall im Kernkraftwerk. Nur im Auge, und im Geist, des Betrachters entsteht dann dieses Verknüpfen, als wäre es so. Ich nenne das dann „Bebilderte Desinformation“ (http://glitzerwasser.blogspot.com/2013/03/fukushima-und-die-bebilderte.html).

Insofern finde ich diesen Beitrag hier auch sehr interessant, weil beschrieben ist, dass die Wirksamkeit von Bildern sogar weit über den Aspekt der Meinungsbildung oder Meinungsmanipulation hinausgeht, ja gar mit Befehl und Gehorsam in Verbindung gebracht werden kann.

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