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Martin Zaune | 16.10.2014 | 1989 Aufrufe | Artikel

Audio: Zwischen Apokalypse und Utopie

Forscher untersuchen Zukunftsvisionen von der Antike bis heute – Öffentliche Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster ab 14. Oktober 2014 – Audio-Interview mit Germanist Dr. Christian Sieg

Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster befasst sich im Wintersemester 2014/2015 mit „Zukunftsvisionen zwischen Apokalypse und Utopie“. Über die Themen der interdisziplinären Reihe, die das Habilitandenkolleg des Exzellenzclusters organisiert, äußert sich Germanist Dr. Christian Sieg für die Veranstaltergruppe im Interview. Darin legt er dar, warum das 21. Jahrhundert in Literatur, Kunst und Politik keine positiven Gesellschaftsutopien mehr kennt, wie das 21. Jahrhundert stattdessen über die Zukunft nachdenkt, was „Utopie“ und „Apokalypse“ bedeutet und welche gesellschaftlichen Funktionen solche Zukunftsvisionen in der Geschichte hatten.

Plakatmotiv der Ringvorlesung (Foto: fuyu liu, Shutterstock.com)

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Die öffentliche Reihe, die am 14. Oktober beginnt, widmet sich anhand von Fallbeispielen der Geschichte apokalyptischen und utopischen Denkens. Die Themen reichen von prophetischen Texten aus dem griechisch-römischen Ägypten über geschichtsphilosophische Zukunftsentwürfe bis zu Richard Wagners „Kunstwerk der Zukunft“. Auch Kino-Erzählungen wie „Avatar“ und „Cloud Atlas“ werden unter die Lupe genommen. Die Vorträge sind dienstags von 18.15 bis 19.45 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses, Domplatz 20-22, in Münster zu hören. Das Programm der Ringvorlesung und weitere Informationen zur Reihe finden sich auf der Website des Exzellenzclusters.

Interview mit Germanist Dr. Christian Sieg zur Ringvorlesung

Herr Dr. Sieg, die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“, die das Habilitandenkolleg organisiert, befasst sich mit „Zukunftsvisionen zwischen Apokalypse und Utopie“. Worum geht es in der interdisziplinären Reihe?

Heute beschäftigen uns Krisenthemen wie der Klimawandel, Wirtschaftskrisen und der internationale Terror. Hat das 21. Jahrhundert aufgegeben, positive Utopien zu entwickeln?

Sind heute keine realen oder fiktiven Orte in Sicht, an denen sich positive Utopien festmachen lassen?

Wir blicken auch heute noch in die Zukunft. Welchen Fragen widmen wir uns, wenn es nicht mehr um große Utopien geht?

In der Ringvorlesung geht es zum Beispiel um die Debatte über den Klimawandel. Warum lassen sich darin apokalyptische Endzeit-Vorstellungen finden?

Wie unterscheidet sich unser heutiges Verständnis von „Apokalypse“ von dem der Bibel? Hat der Begriff noch mit Erlösungsversprechen zu tun?

Was ist unter „Utopie“ zu verstehen? Der Begriff „Utopia“, also „Nicht-Ort“, stammt ja aus dem gleichnamigen Buch des englischen Staatsmannes und Autors Thomas Morus (1478-1535). Er beschreibt eine fiktive Insel mit idealen Gesellschaftsverhältnissen...

Welche gesellschaftlichen Funktionen haben Zukunftsvisionen wie Utopie und Apokalypse? Welche Beispiele gibt es dafür aus der Geschichte?

Das Sprechen über die Zukunft bedient sich seit jeher verschiedener Medien wie Literatur, Film und Architektur. Welche Medien untersucht die Ringvorlesung mit Blick auf „Apokalypse“ und „Utopie“?

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