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Georgios Chatzoudis | 23.03.2017 | 791 Aufrufe | Interviews

"Als menschliches Kriegsmaterial in Hochform sein"

Interview mit Rüdiger Hachtmann zum organisierten Breitensport im Nationalsozialismus

Ziel nationalsozialistischer Politik war es nicht zuletzt, alle "reinrassigen" Deutsche zu der einen sogenannten Volksgemeinschaft zu gießen. Arbeit war einer der zentralen gesellschaftliche Bereiche, den es dazu neu zu organisieren galt. Ein weiterer, der eng mit den Organisationsformen der Arbeit verknüpft werden konnte, war der Sport in seiner Ausformung als Breitensport. Der Historiker Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam hat die Integration der Arbeitnehmerschichten in die nationalsozialistische "Volksgemeinschaft" untersucht und seine Ergebnisse zuletzt im Band "Sport und Nationalsozialismus" veröffentlicht. Wir haben ihm dazu unsere Frage gestellt.

"Nur durch Repression kann sich kein Regime auf Dauer halten"

L.I.S.A.: Herr Professor Hachtmann, Sie haben im Band „Sport und Nationalsozialismus“, herausgegeben von Prof. Dr. Frank Becker und Dr. Ralf Schäfer“, einen Aufsatz über den kommunalen Breitensport der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ publiziert. Bevor wir zu Einzelheiten kommen, was ist die leitende Fragestellung bzw. die zentrale These Ihrer Studie?

Prof. Hachtmann: Die „leitenden Fragestellungen“ zu formulieren ist weniger einfach, als man das vielleicht glauben mag. Das hängt auch damit zusammen, wie ich zu diesem Thema gekommen bin: Ich schreibe derzeit an einer Gesamtdarstellung der Deutschen Arbeitsfront (DAF), also der mitgliederstärksten und finanzkräftigsten Massenorganisation des „Dritten Reiches“. Zur DAF gehörte die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF) als Suborganisation. Zentrale Aufgabe der Arbeitsfront, die mit Gewerkschaften nichts gemein hatte (und ja auch nicht „Arbeiterfront“ hieß) war die Integration der breiten Arbeitnehmerschichten in die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“. Vor allem die Industriearbeiterschaft stand den Nazis 1933 ja sehr distanziert bis feindlich gegenüber und hatte bis 1933 weit überwiegend SPD, KPD und auch das katholische Zentrum gewählt. Um die breite Arbeitnehmerschaft zu integrieren, musste das NS-Regime ihr auf der einen Seite die Möglichkeit nehmen, sich eigenständig artikulieren zu können, also Gewerkschaften, Parteien, aber auch Genossenschaften, Arbeitersportvereine usw. zerschlagen. Man musste andererseits aber auch positive Anreize setzen, sich zu integrieren. Denn nur durch Repression kann sich kein Regime auf Dauer halten. Diese positive Anreize zu setzen, war die zentrale Aufgabe KdF. Bekannt ist der Massentourismus von KdF. Weniger bekannt ist, dass KdF auch die Aufgabe hatte, den Betriebssport zu organisieren, und noch weniger bekannt ist, dass sich KdF auch des kommunalen Breitensports außerhalb der Betriebe und außerhalb der traditionellen Sportvereine annahm.

Daraus resultierten eine ganze Reihe grundsätzlicher Fragestellungen: Warum organisierte KdF seit Ende 1933 in großangelegten Dimensionen reichsweit, in allen kleinen und großen Städten und schließlich auch auf Dörfern, Sportkurse, die jedermann offen standen – während der Betriebssport von KdF erst ab 1936 in den Fokus genommen wurde? War der Sport in erster Linie zur Militarisierung der Gesellschaft gedacht? Oder war er ein – weiteres – Anreizsystem, die breite Bevölkerung in die neue NS-Gesellschaft zu integrieren? Was ist in diesem Zusammenhang von der nationalsozialistischen Phrase zu halten: „Wir“ ent-privilegieren den vornehmen Sport; bei „uns“ soll auch der „einfache Arbeiter“ reiten, Golf spielen, Ski fahren können usw. Weiter: Welche Rolle spielten rassistische und biologistische Zielsetzungen? Eine andere Frage war die nach Tradition und nationalsozialistischer „Innovation“. Da in Deutschland der „Turnvater Jahn“ und seine Bewegung immer eine zentrale Rolle gespielt habe, war meine Frage auch: Welche Rolle hat eigentlich dieser „Turnvater Jahn“  gespielt – als politisch-ideologischer Bezugspunkt und in der Praxis? Gestolpert bin ich dann außerdem darüber, dass Frauen deutlich mehr als fünfzig Prozent der Kursteilnehmer des kommunalen KdF-Breitensports stellten: Warum? Und: War das NS-typisch oder lag das im „Zug der Zeit“, war das also also vielleicht auch vor 1933 und nach 1945 zu beobachten?

"Politisch-soziale Integration und biologistische und rassistische 'Aufartung'“

L.I.S.A.: Welche Funktion kam dem Sport grundsätzlich in der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KDF) zu, die wiederum die größte Suborganisation der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) war. War die Konstellation Sport-Arbeit ideologisch intendiert? Ging es letztlich um die „Ertüchtigung“ von Körpern im Dienst der „Volksgemeinschaft“?

Prof. Hachtmann: Auf die erste Frage, nach der grundsätzlichen Funktion von KDF, bin ich ja schon kurz eingegangen. Die zweite Frage nach dem Zusammenhang von Sport und Arbeit lässt sich grundsätzlich mit „Ja“ beantworten. Ich wäre allerdings mit dem Begriff „ideologisch“ vorsichtig. Denn Sport und Arbeit wurden nach 1945 ebenfalls häufig zusammengedacht und standen auch schon vor 1933 in einem engen Zusammenhang. Das fand u.a. seinen Ausdruck darin, dass das Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie – damals das wichtigste wissenschaftliche Zentrum im Bereich der „Betriebsbezogenen Leistungswissenschaft“, in den zwanziger Jahren institutionell eng  mit der Sportphysiologie und Sportpsychologie verwoben war. Das Arbeitsphysiologie der Kaiser-Wilhelm-Gesell­schaft (die der Vorläufer der heutigen Max-Planck-Gesellschaft war) zog dann aber, sehr zum Frust und zum Ärger der reichsdeutschen Sportwissenschaftler Ende der zwanziger Jahre nach Dortmund um. Ich habe das nicht in dem Aufsatz über den NS-Breitensport in den BGNS thematisiert, sondern vor ein paar Jahren in einem längeren Aufsatz über das Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie.[1] Um zu Ihrer Frage zurückzukommen: Die Konstellation Sport-Arbeit war politisch-ideologisch wie praktisch eng. Aber das ist eigentlich nichts wirklich NS-spezifisches.

Zu ihrer dritten Frage: „Ertüchtigung“ von Körpern im Dienst der „Volksgemeinschaft“. Ja, selbstverständlich. Etwas anderes war in einer so rassistischen und biologistischen Gesellschaft wie er der Nazis gar nicht anders denkbar. Aber hier muss man differenzieren: Es ging erstens um politisch-soziale Integration im oben angedeuteten Sinne. Zweitens um die biologistische und rassistische „Aufartung“ der Deutschen als Wert an sich. Deswegen war es so wichtig, auch die Frauen einzubeziehen: Die wurden ja zu „Gebärmüttern“ der Nation degradiert. Und drittens ging es um die Kriege, die man von vornherein, seit 1933, gezielt avisierte. Die Deutschen waren menschliches Kriegsmaterial, das körperlich in Hochform sein musste, um die geplante Kette an „Feldzügen“ überhaupt durchzustehen, und sie mussten natürlich auch an der Heimatfront körperlich einsatzfähig bleiben. Interessant ist ja auch z.B., dass es zahlreiche KDF-Kurse für alte Menschen gab, die nicht oder nur noch eingeschränkt im engeren Sinne „arbeiteten“. Die sollten in den geplanten Kriegen natürlich auch ihren „Mann“ stehen, auch wenn es sich dabei überwiegend um Frauen handelte.

"Fast alle nahmen am kommunalen KDF-Breitensport teil"

L.I.S.A.: Wie stand es um die Akzeptanz der Organisation KDF? Wer nahm daran teil? Und welche Rolle spielte dabei Zwang?

Prof. Hachtmann: Die Arbeitsfront als „Mutterorganisation“ von KDF hatte ein sehr schlechtes Image. Dass Robert Ley, der Chef der DAF und ebenso von KDF, als „Reichstrunkenbold“ galt, ist ja nur die Spitze des Eisberges. Daneben gab es aber vieles, was zur DAF gehörte, das einen sehr guten Ruf hatte: der jährliche Reichsberufswettkampf (der sozialen Aufstieg versprach), der sogenannte „Leistungskampf der Betriebe“, „Schönheit der Arbeit“, aber auch der Volkswagen aus dem Wolfsburger Werk (das der DAF gehörte), preiswerte Unterhaltungsliteratur, zinsgünstige Sparkonten sowie Lebensversicherungen aus großen Unternehmen im Besitz der Arbeitsfront und vieles andere – allen voran der KDF-Massentou­ris­mus, die zahllosen KDF-Freizeitveranstaltungen, Theater, Konzerte, Revuen und eben auch der KDF-Breitensport.

Letzterer war gleichfalls ausgesprochen beliebt. Beliebt war der außerbetriebliche, kommunale KDF-Breitensport unter den nicht-jüdischen Deutschen beiderlei Geschlechts, weil kein Zwang ausgeübt wurde, und auch, weil nicht offen „politisiert“ und „ideologisiert“ wurde. Faktisch wurde natürlich „politisiert“, aber meist nur sehr versteckt, indem z.B. beim Frauenturnen auf die (spätere) Rolle der Frauen als Mütter hingewiesen wurde. Aber die Mütterideologie, wie sie da kolportiert wurde, war nicht unbedingt NS-spezi­fisch, sondern in Konturen bereits vor 1933 ausgebildet. Arbeitsfront und „Kraft durch Freude“ wurden also nicht zusammengedacht. Interessant ist übrigens der Unterschied zu den KDF-Betriebssportgemeinschaften: Die Teilnahme daran wurden viel stärker als Zwang empfunden.

Die Frage: Wer nahm am kommunalen KDF-Breitensport teil? – kann man fast lapidar beantworten: Fast alle! Ausgeschlossen von ihm waren diejenigen, die nach den NS-Rassegesetzen als „jüdisch“ und aus politischen Gründen als „gemeinschaftsfremd“ galten. Bereits das Kinderturnen bzw. Mutter-Kind-Turnen war sehr beliebt, ebenso das (wie man heute dazu würde:) das „Seniorenturnen“. Und, wie gesagt, es waren vor allem Frauen, die an den kommunalen KDF-Sportkursen teilnahmen, während interessanterweise beim KDF-Betriebssport 1938 nicht einmal 15 Prozent aller (eingeschriebenen) Teilnehmer weiblichen Geschlechts war, obwohl die Industriearbeiterinnen etwa 30 Prozent sämtlicher Industriearbeiter ausmachten.

"Das Schießen als Sportart spielte faktisch keine Rolle"

L.I.S.A.: Sie untersuchen den kommunalen Breitensport, wobei Breitensport ein Sammelbegriff für viele Sportarten ist. Welche Sportarten dominierten? Welche waren von der NS-Führung gewünscht, welche wurden tatsächlich angenommen? Spielte das „politische und militärische Potential“ der Sportarten eine entscheidende Rolle, beispielsweise bei Disziplinen wie Boxen, asiatischen Kampfsportarten oder Schießen?

Prof. Hachtmann: Ich nenne Ihnen einfach mal eine Hitliste: Auf Platz 1 stand, mit großem Abstand, Gymnastik und Turnen. Daran nahmen zwischen 3,5 Millionen und 5 Millionen Kursteilnehmer teil, also etwa sechzig Prozent sämtlicher Frauen und Männer, die beim KDF-Brei­tensport mitmachten. Danach folgte das Schwimmen, vor allem Grundkurse, auf Platz 2 mit 1,5 bis zwei Millionen oder zwanzig bis 25 Prozent aller Kursteilnehmer. Wichtig war außerdem noch die Leichtathletik. Alles andere lag unter drei Prozent.

Wichtig ist es, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass der so genannte feudale Sport, den KDF unter der publikumswirksamen Parole „Brechung der sportlichen Privilegien“ jedem Deutschen männlichen und weiblichen Geschlechts zugänglich zu machen, stark minoritär blieb – also Tennis, Reiten, Ski-Fahren, Golf usw. Allein die Ausrüstung für diese Sportarten, aber auch die Kursteilnahme war so teuer, dass sich das der einfache „Volksgenosse“ nicht leisten konnte.

Zur zweiten Frage, zum Kampfsport: Auf den ersten Blick, vor allem angesichts der Militarisierung der NS-Gesellschaft, mag erstaunen, dass der Kampfsport nur eine sehr untergeordnete Rolle spielte. Das Boxen wurde seit dem Sieg von Max Schmeling über Joe Louis etwas populärer, auch weil Boxen als besonders männlicher Sport galt. Boxen war weniger für aktive KDF-Sportler als vielmehr, neben Fußball, vor allem für den KDF-Sporttourismus wichtig: KDF organisierte immer wieder große Boxveranstaltungen für mehrere tausend Zuschauer und Life-Übertragungen im Rundfunk.

Das Schießen spielte dagegen faktisch keine Rolle. Die Erklärung ist lapidar: Die Nazis hatten Angst vor einer Revolution der Arbeiter, wie sie am 9. November 1918 begonnen hatte. Diese Angst ließ sie bis 1945 nicht los. Diese Angst ist ein Grund, warum es bis Kriegsbeginn (von wenigen Ausnahmen abgesehen) kein Sportschießen in- und außerhalb der Betriebe gab, keine „Betriebs(sport)kampf­grup­pen“. Das änderte sich nach 1939/40 etwas, aber auch nur allmählich. Vor allem, als ab 1942 überall sogenannte „Fremdarbeiter“, nicht zuletzt die angeblich „bolschewisierten Ostarbeiter“, in den Industriebetrieben arbeiteten, gehörten für (wohlgemerkt:) deutsche Arbeiter Schießübungen zum Betriebsalltag. Vor allem in den letzten Kriegsmonaten fürchteten die Nazis Fremdarbeiter-Aufstände. Die deutschen Arbeitnehmer (übrigens auch und gerade Angestellte) fungierten da als eine Art erweiterter Werkschutz. „Sport“ kann man das allerdings nicht nennen ...

"Nationalsozialismus und NS-Regime waren Teil der Moderne des 20. Jahrhunderts"

L.I.S.A.: Wie haben die bereits etablierten Sportverbände auf die KDF-Aktivitäten reagiert? War das eine Konkurrenzsituation oder ergaben sich eher Synergien? Wie sah die Verflechtung mit den Kommunen aus?

Prof. Hachtmann: Zunächst zur letzten Frage: Die Verflechtungen mit den Kommunen waren eng. Sportplätze und Sporthallen wurden KDF für den Breitensport gegen eine geringe Gebühr oder ganz umsonst überlassen.

Die Frage danach, ob sich zwischen KDF etablierten Sportverbänden Konkurrenzsituationen oder eher Synergien ergaben, ist komplizierter zu beantworten. Wichtig ist zunächst, dass das kein „Entweder-Oder“ war, sondern eher ein „Sowohl-als-auch“. Man konkurrierte und kooperierte. Das war innerhalb des NS-Systems und gerade auch innerhalb des NS-Herrschaftssystems nichts Besonderes. Die neuere Forschung spricht in diesem Zusammenhang auch von „konkurrenzbasierter Kooperation“ oder „kooperativer Konkurrenz“, die oft nicht nur Synergieeffekte, sondern vor allem auch dynamisierende Effekte hatte. Ich kann das hier jetzt nicht ausführen, sondern muss dazu auf die Literatur und meine eigenen Überlegungen in diesem Zusammenhang verweisen.[2]

Innerhalb des Sports haben die etablierten Verbände KDF zweifellos als Konkurrenz empfunden. Das lag vor allem daran, dass sie fürchteten, KDF würde ihnen mit ihren sehr preiswerte Kursangeboten die Mitglieder wegnehmen. Tatsächlich war das nicht der Fall. Zwar sank die Zahl der Mitglieder im „Deutschen“ bzw. „Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen“ von 4,5 Millionen 1937 auf 3,7 Millionen 1939. Aber das ist darauf zurückzuführen, dass aufgrund von Vereinbarungen HJ und BDM die bis dahin im DRL organisierten Jugendlichen übernahm. Grundsätzlich hatten sich die Funktionsträger im Sport auf ein Drei-Säulen-Konzept geeinigt: Die etablierten Vereine sollten den Mannschafts-, Wettkampf- und Leistungssport übernehmen, die SA den paramilitärischen „Wehr“-Sport und KDF den Breitensport. Dennoch waren die Ängste vor dem KDF-Sport nicht unbegründet. Denn KDF und überhaupt die Arbeitsfront suchten ihre Befugnisse und ihre Aktivitäten ständig zu erweitern und auszubauen.

Nicht nur der KDF-Sport, der Sport überhaupt spiegelt also in gewisser Weise auf unterschiedlichen Ebenen zwei generelle, für das gesamte NS-System typische Tendenzen: Dass sich zum Einen neue, eigentlich „politische“ Organisationen wie DAF und KDF im Laufe der Zeit immer mehr staatliche und gesellschaftliche Infrastrukturaufgaben anmaßten, sowie gleichzeitig eine enge Verflechtung, die sich beim Sport auch auf der Ebene der Personen nachzeichnen lässt – eine „kooperative Konkurrenz“ also, die ebenfalls typisch ist für die „Neue Staatlichkeit“, die sich seit 1933 herausbildete. Auf anderen Ebenen wiederum, etwa beim Zusammenhang von Sport und Arbeit oder auch mit Blick auf die Feminisierung des Breitensports, entsprachen KDF und überhaupt die NS-Zeit generelleren Trends. Hier zeigt sich, wie auf vielen anderen Feldern auch: Nationalsozialismus und NS-Regime waren Teil der Moderne des 20. Jahrhunderts. Sie markieren (wie Zygmunt Baumann oder Detlev Peukert gezeigt haben[3]) die „Krankengeschichte“ der Moderne, deren „Pathologien“, besonders scharf.

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[1]     Vgl. Rüdiger Hachtmann, Ein Kind der Ruhrindustrie? Die Geschichte des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie von 1913 bis 1949, in: Westfälische Forschungen 60/2010 - Themenschwerpunkt: Regionale Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert, hg. von Wilfried Rudloff, S. 73-154, hier bes. S. 86 f., sowie Frank Becker, Rationalisierung – Körperkultur – Neuer Mensch. Arbeitsphysiologie und Sport in der Weimarer Republik, in: Theo Plesser/Hans-Ulrich Thamer (Hg.), Arbeit, Leistung und Ernährung. Vom Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie zum Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund, Stuttgart 2012, S. 149-170, bes. S. 154 ff., 168 f.;

[2]     Vgl. vor allem Rüdiger Hachtmann, Elastisch, dynamisch und von katastrophaler Effizienz – Anmerkungen zur Neuen Staatlichkeit des Nationalsozialismus, in: Sven Reichardt/Wolfgang Seibel, (Hg.), Der prekäre Staat. Herrschen und Verwalten im Nationalsozialismus, Frankfurt a.M./New York 2011, S. 29-73.

[3]     Vgl. Rüdiger Hachtmann/Sven Reichardt, Detlev Peukert revisited: Überlegungen zu seiner historiographischen Einordnung, in: dies. (Hg.), Detlev Peukert und die NS-Forschung (= BGNS Bd. 31), Göttingen 2015, S. 9-38.

Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann hat die Fragen der L.I.S.A.Redaktion schriftlich beantwortet.

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