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Dr. Elke Senne | 28.10.2018 | 162 Aufrufe | Veranstaltungen

Wissen und Entscheidung: Zur Endlagerung radioaktiver Reststoffe - Mittwoch, 21. November 2018 um 19:00 Uhr

21.11.2018 | Hotel Baseler Hof, Gartensaal,
Esplanade 15, 20354 Hamburg

Auch nach dem Ende der zivilen Nutzung der Kernenergie verbleibt das Problem, hochradioaktive Reststoffe für einen extrem langen Zeitraum sicher einzulagern. Es müssen Lagerstätten ausgewiesen werden, wobei Proteste der betroffenen Regionen wahrscheinlich sind. Von 2012-2017 untersuchte die Forschungsplattform ENTRIA mehrere Einlagerungsstrategien. Im Verlaufe dieser Forschungsarbeiten wurde deutlich, dass nuklearphysikalische, geologische, ingenieurs und materialwissenschaftliche, bautechnische, juristische, politikwissenschaftliche und auch ethische Wissensbestände bei der Problemlösung zu integrieren sind. Der Prozess der Endlagersuche soll transparent, öffentlich und partizipativ durchgeführt werden, weshalb auch außer-wissenschaftliches „soziales“ Wissen zu berücksichtigen ist.  So reklamieren die atom-kritischen Gruppierungen ein Wissen für sich, das sich während des Widerstands gegen den Standort Gorleben konstituiert hat. Zudem sind im Suchverfahren neue governance-Behörden als Wissensträger und -akteure aktiv. Der Vortrag reflektiert am Beispiel der ENTRIA-Forschungen die Frage nach Integration und Selektion von heterogenen und einander widerstreitenden Wissensbeständen auf dem Wege der Entscheidungsfindung.   

Konrad Ott studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und schloss das Studium 1986 mit dem Titel des Magister Artium ab. 1989 wurde er mit einer Arbeit über die Entstehung und Logik der Geschichtswissenschaft promoviert. Von 1991 bis 1993 war er Mitglied des Graduiertenkollegs „Ethik in den Wissenschaften“ an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. 1995 wurde er an der Universität Leipzig habilitiert, war von 1997 bis 2012 Professor für Umweltethik an der Universität Greifswald und von 2000 bis 2008 Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung. Seit 2012 hat er den Lehrstuhl „Philosophie und Ethik der Umwelt“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne.

Wir weisen darauf hin, dass die Vorlesungen aufgezeichnet und anschließend zum Download auf unserer Homepage zur Verfügung stehen werden. Eine Übertragung im Hörfunk zu einem späteren Zeitpunkt ist vorgesehen. Die Veranstaltungen werden fotografisch dokumentiert. Die Bilder können auch das Publikum zeigen.

Um Anmeldung wird gebeten unter www.awhamburg.de/veranstaltungen

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